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Juli 2012

Paris Fashion Week

Jean Paul Gaultier Spring/Summer 2013 – A Passage to India

Altmeister Jean Paul Gaultier lädt für das kommende Frühjahr 2013 zu einer lässigen Reise nach Indien ein. Auf seiner Fashion-Show, die vor wenigen Tagen in Paris stattfand, dominierten Turbanträger mit gewürzfarbenem Dekor. Aber Gaultier wäre nicht Gaultier, gäbe es da nicht einen kleinen Haken. Seine Kollektion kombiniert ganz frech zu den indischen Kopfbedeckungen alles andere als indische Kleidung. Eher waren Gaultiers Inder in Europa zum Studium und tragen noch immer den globalisierten Look. Und so kombiniert Gaultier seine Klassiker wie die Biker-Jacke, die gibt es für den kommenden Sommer jetzt auch als Mantel, mit seinen berühmten Streifenhosen und den geringelten Pullis im St.James Marine-Stil.

Parka in ganz modernen Toile-de-Jouy Optiken werden zu monochromen Hemden und Hosen kombiniert. Die Farben Rot und Schwarz treten gegen Marineblau an. Dazu gesellen sich weitere alte Bekannte aus Gaultiers Kollektionen der letzten 25 Jahre: die Keypieces wie Hosenrock, Trenchcoat, Halbarmsakko und Bänderweste.

Diese Kollektion startet keine Mode-Revolution, ist aber in den Einzelteilen äußerst kommerziell und sehr tragbar, die Farben sind ganz besonders gelungen. Die blaustichigen Rottöne sind ein absoluter Traum. Häkel-Pullover und mit Spitzen versehene Hemden runden das typische Gaultier-Bild ab. Hemden mit geknöpften Passen und Ras de Cou-Krägen erinnern an die urtypischen französischen Uniformen des 19.Jahrhunderts. Besonders gut gefallen mir die Anzüge mit den Pünktchen und auch die Oberteile haben es mir angetan und sind gekonnt gemacht. Außerdem kann man bei Gaultier auch immer wieder Dinge finden die man zu jedem anderen Teil aus den Vorsaisons kombinieren kann.
Das Outfit mit dem roten Trenchcoat, dem rot-schwarzen Pulli und der marineblauen Hose ist mein absolutes Highlight. Ich bin gespannt welcher Look Euer Favorit ist.

Jean Paul Gaultier hat für mich einen Status erreicht – er darf seinen Stil einfach nur noch perfektionieren. Eine ruhige, durchaus ausgewogene Kollektion die unaufgeregt daher kommt und keine billige Effekthascherei benötigt. Er hat sich ja früher gründlich ausgelebt und braucht heute niemandem mehr etwas zu beweisen.

Allgemein

New and old kids on the Block x Levi’s Block Festival Frankfurt

Man soll ja nicht über Sachen urteilen, die man nicht gesehen hat. In diesem Fall aber mache ich mal eine Ausnahme.
Am Samstag fand in Frankfurt das Levi’s 100 yards Blockfestival statt. Neben Acts wie NAS, Laing oder Azari & III gab es eine Menge cooler Leute, fabelhaftes Wetter und wahnsinnig gutes Essen. Ich konnte leider nicht selber vor Ort sein möchte euch aber die Fotos nicht vorenthalten, auch wenn ich mir dabei in den Allerwertesten beißen könnte.
Beim nächsten 100 yards Festival, das hoffentlich stattfinden wird, bin ich dann hoffentlich anwesend und kann selbst Fotos mit tollen Acts, coolen Leuten und wahnsinnig gutem Essen posten. Bis dahin lassen wir mit ein paar Bildern den Event Revue passieren und grooven im Geiste ein bisschen zum NAS-Klassiker.

Allgemein

Peter’s Cuttings – Our House in the Middle of the Street

Heute ist es wieder soweit – es ist Haute Couture Woche in Paris und Karl Lagerfeld stellt wie seit fast genau dreißig Jahren (am 5.Februar 1983 stellte er seine erste Chanel Kollektion vor) die Couture Kollektion für Herbst-Winter vor. Unter dem verheißungsvollen Titel New Vintage wird im Grand Palais das Defilee stattfinden und wir werden ausführlich darüber berichten.

Alles was dort gezeigt wird, entsteht nur einige hundert Meter davon, im Zentrum von Paris, in der Rue Cambon Nummer 31. Chanel hält es seit 1919 vom Keller bis zum Dach besetzt und hat Ende der zwanziger Jahre die Nummer 29 noch dazugenommen. Eigentlich gar nicht so groß, denkt man wenn man davor steht, immerhin eine der größten in Privathand befindlichen Modehäuser beherbergend, schlängelt sich das Haus in unendlichen Tiefen über mehrere Höfe bis zur Rue Duphot. Hier schlägt seit fast einem Jahrhundert das Herz der weiblichen Mode und seiner unzähligen Helfer.

Die Rue Cambon ist wie ein Bienenstock und im Erdgeschoss ist heute fast alles Boutique um die Angebote des Prêt-à-Porter, der Accessoires und die Welt der Chanel Kosmetik zu präsentieren. Früher war das Haus ein richtiges Hôtel Particulier, wie man es auf dem Foto des berühmten Pariser Chronisten Eugène Atget um 1890 sieht. Das große Tor, seit den zwanziger Jahren der Aufgang zu den Couture Salons, dem Apartment von Mademoiselle und den Ateliers und Werkstätten, war früher die Durchfahrt für die Kaleschen und Kutschen und dort, wo sich heute ein Großteil der Boutique befindet, standen in Remisen die Wagen und die Pferde.

Lässt man das Raunen und das Summen der Verkaufsräume, die am Abend nach einem Gemisch aus den Parfums und Tuberosen duften, steigt man die Treppe in den ersten Stock hinauf, in der vor zehn Jahren der große Vorführsalon umgestaltet wurde.
Seit Mitte der achtziger Jahre ist der Andrang der Modenschauen zu groß geworden, um ihn im eigenen Haus zu zeigen. Früher, als es nur Couture gab und die Welt noch nicht so globalisiert war, saßen bei der Premiere auf Thonet Stühlen die Damen und Herren der Presse und die Kundinnen. Dichtgedrängt auf den Treppen und jedem Winkel die Lieferanten, dass Personal und die Zulieferer. Mittlerweile hat man die gesamte Couture Ebene in bequeme, Zimmer-große Kabinen umgewandelt und lichte Anprobensalons geschaffen. Peter Marino hat mit Möbeln von Christian Liaigre und Baccarat Lüstern ein helle, einladende Atmosphäre geschaffen. Wenn keine Kunden-Termine gemacht sind, werden hier auch Defilees vorbereitet oder auch die eigene Modenschau für die Mitarbeiter und Direktricen finden hier unmittelbar nach den großen Spektakeln im Grand Palais oder Pavillon Cambon statt.

Schon auf dieser Etage gibt es ein unendliches Labyrinth, hinter den repräsentativen Räumen und Büros über Büros von Presseabteilungen und den einzelnen Departements schließen sich an. Steigt man die legendäre Spiegeltreppe weiter hoch, gelangt man vor die Tür die das Allerheiligste von Chanel verbirgt – das Appartement von Mademoiselle Chanel (Horstson berichtete).
Alle bis heute gültigen Metaphern und Zeichen, die den Chanel Stil ausmachen, sprechen aus diesen Räumen und würde man ein Haus wie einen Körper aufteilen, wäre dies sicherlich die Seele.

Vorbei am Appartement, ein paar Stufen weiter hinauf gestiegen, kommt die letzte Etage, die genauso großzügig wie die unteren ist. Hier wird in den Studios Chanel die gesamte Konzeption der mittlerweile acht Kollektionen des Hauses, nebst den vielen Linien von Accessoires, Schuhen und Taschen, geschaffen. Hier sitzen die Mitglieder des Studio-Teams und koordinieren von der Zeichnung, über die Anproben bis zu den Zulieferern alles bis Baustein für Baustein aus einer Grund-Idee von Karl Lagerfeld ein kompletter Look und schließlich eine ganze Kollektion wird.
Während der Entstehung der neuen Linie werden auch alle Accessoires gesammelt, um schließlich, wenige Tage vor der Schau, wie aus einem Füllhorn heraus den einzelnen Durchgängen und Outfits zugeordnet zu werden. Die große Accesoirisation findet dann auch hier seinen Abschluss, bevor alles in den Keller geschickt wird um dann von den Chauffeuren und Expedienten verladen zu werden.

Über der dritten Etage geht es dann wesentlich ältere, schmalere und „verwinkeltere“ Treppen hinauf, die zunächst zu den Ateliers Flou (Kleider, Abendkleider und alles was aus fließenden Stoffen ist) und Tailleur (Kostüme, Mäntel) führen. Darüber dann verzweigte Stiegen, die zu den Dach-Ateliers führen, wo viele Schneiderinnen und ihre Gehilfen Schnitte erstellen, Stoffe zuschneiden und für die Couture auch noch Arbeitsplätze für die zusätzlichen Handwerker sind, die zu Stosszeiten (eine Couture Kollektion wird in wenigen Wochen erstellt) als freie Mitarbeiter zu Chanel in die Ateliers kommen.

Überall im Haus spürt man den Stolz und die Würde, die dieses Metier ausstrahlt und Chanel ist eigentlich von seiner Aufteilung wie der Prototyp eines klassischen Modehauses. Abseits von Medienrummel und der Weltbekanntheit der Marke schlägt sein Herz immer noch trotz einiger Umbauten so wie in Vorkriegszeit, wo die Kundinnen, die aus Amerika kamen, teilweise bis zu drei Wochen im gegenüberliegenden Ritz wohnten, um alle Anproben zu machen.

Obwohl Chanel es gut beherrscht, besonders in den von Peter Marino ausgestatteten Boutiquen einen großen Teil des Spirits der Rue Cambon zu transportieren, gibt es keinen Ort der so ‚Chanel‘ ist, wie dieses Haus. Es ist das Haus in der Mitte der Rue Cambon, wo man meinen könnte, dass die Eleganz, der Witz und der Esprit der Mode geboren sein könnten und der den Geist atmet, der einen immer wieder aufs Neue fasziniert. Für mich ist das Haus in der Mitte der Strasse ein verzauberter Ort, den ich seit dreißig Jahren immer wieder gern besuche und die Inspiration die er verströmt ist unendlich. Wenn ich vor der Tür stehe, gehen dutzende faszinierende Kollektionen vor meinen Augen ab. Vielleicht liegt das Geheimnis des Erfolgs auch ein bisschen an der Adresse und dem Haus in der Mitte der Rue Cambon. Mal sehen was als nächstes kommt…

Allgemein

Die Woche auf Horstson

Gestern war es soweit – Harald Glööckler ist auf VOX umgezogen – das war sozusagen der Start der Dokusoap „„Glööckler, Glanz und Gloria“ und wir durften erfahren, dass Glööcklers Hund ‚Billy King‘ Durchfall hat – aber Gott Glööckler sei Dank, hat der Tierarzt festgestellt, dass alle Werte im Normbereich sind.
Was sonst im Bereich der Mode los war (und was ihr vielleicht verpasst habt), liefern wir hier in unserem Wochenrückblick.
1) Blomquist stellt uns hier seine Lieblingsteile der Burberry Prorsum Spring/Summer 2013 Kollektion vor
2) Jan besuchte im Berliner Club ‚Trust‘ das Konzert von Zaki Ibrahim und brachte neben jeder Menge Eindrücke auch eine CD mit, die wir hier verlosen
3) Wo wir gerade über’s Verlosen reden: Wir verlosen eine Badeshorts von Orlebar Brown! Mitmachen könnt ihr hier
4) Wir lieben die chinesische Vogue und die chinesische Vogue liebt Photoshop!
5) Metallic the new Neon! In vielen Kollektion während der Männermodenschauen tauchten Metallic-Elemente auf. Der ein liebt es, der andere hasst es – und Du?
6) KENZO feiert gerade ein Revival – dabei fing alles ganz anders an: Als Kenzo noch Jungle Jap hieß