Ok – ich geb es zu: Ich habe mich sehr drauf gefreut, Euch reinzulegen – GUCCI kooperiert natürlich nicht mit H&M und der Launch dieser Kollektion kann auch gar nicht am 31.Juni 2012 sein – den gibt es nämlich gar nicht.
Horstson war natürlich nicht der einzige Blog, der seine Leser hinters Licht führen wollte – und ich gebe zu, für ca. 1 Minute war ich mir gestern sicher, dass Karl Lagerfeld in Zukunft Werbung für Schauma macht…
2. April 2012
Aus der Schul- und Studienzeit bin ich schon so lange raus, dass ich über meine Abiturfragen bereits länger als eine Minute nachdenken muss … um sie richtig zu erinnern. Nun brauche ich noch einmal ein richtiges Bildungspaket für mich und nutze die Gelegenheit, mich fern von hier einige Monate schlau zu machen, Wer weiß, kann ja sein, dass es nützt.
Weil ich dabei in einen Unibetrieb eingebunden sein werde und zwischen hier und dort in Kalifornien neun Stunden Zeitdifferenz liegen, habe ich mich sehr, sehr schweren Herzens dazu entschließen müssen, in dieser Zeit eine kleine Sendepause von ungefähr vier Monaten auf Horstson einzulegen, nach der ich dann aber in mindestens alter Frische und mit vielen neuen Eindrücken und Ideen wieder hier auflaufe.
Und dann schreibe ich mit neuem Schwung wieder über alles, das mich modisch, gesellschaftlich, politisch, in der Kunst und den Medien an- oder aufregt. Und natürlich auch darüber, was auf Blogs gut oder weniger gut läuft. Wer Ruhm und Ehre verdient hat und wer eher weniger.
Als ich mich Ende der Siebzigerjahre begann für Mode zu interessieren, fiel mir bei den Übertragungen der Prêt à Porter Schauen aus den Zelten, die im Cour Carrée des Louvre aufgebaut waren, immer wieder ein Model auf.
Sie drehte sich wie ein Korkenzieher, hatte wildes, fliegendes Haar und jedes Outfit, das sie vorführte, wurde meist einer der Verkaufshits der Kollektion. Bei Dior oder Yves Saint Laurent wurde damals, im Gegensatz zu heute, die Modenschau eher schwungvoll und fast getanzt vorgeführt. Jedes Modehaus versuchte gute Laune bei seinen Defilees zu versprühen.
Zu dieser Zeit gab es die sogenannte Generation von Mädchen vor den Supermodels wie Linda Evangelista, Claudia Schiffer, Cindy Crawford und Naomi. Jerry Hall, Iman und die New Yorkerin Pat Cleveland. Und genau um die geht’s heute. <
Patricia Cleveland wurde 1952 in New York in eine Familie geboren, die in der Kunstszene sehr bekannt und engagiert war. Sie wuchs sehr frei für die Zeit auf und studierte Kunstgeschichte an der High School Of Art und Design, schloss 1969 mit Diplom ab. Außerdem machte sie an der LaGuardia Kunst-Schule auch noch ihren Abschluss.
Als sie fünfzehn Jahre alt war, im Jahr 1967, wurde sie in der U-Bahn von Vogue Fashion Editor Carrie Donovan entdeckt. Donovan, begeistert von Pat Cleveland, lädt sie in die Conde Nast-Studios von Vogue ein und macht Probeaufnahmen. Sie ist außer sich vor Begeisterung und sieht in Cleveland, zu einer Zeit, als es kaum farbige oder exotische Models in Amerika gibt, einen völlig neuen Typ von Gesicht in ihr.
Pats erste Jobs als Model machte sie für den Designer Jaques Tiffeau. Pats Eltern – als Künstler eher open minded, hatten nichts dagegen, dass sie Model werden wollte. Der Designer Halston, damals Upcoming Star der New Yorker Gesellschaft, und die Warhol Clique, endeckten Pat für sich und sie wurde Muse und Gallionsfigur von Halston Limited.
Saint Laurent, Guy Laroche, Ted Lapidus – alle jüngeren Prêt à Porter Designer in Paris liebten sie und engagierten sie jede Saison nach Europa. Antonio Lopez zeichnete Pat und sie wurde seine Freundin und die des Clans um Karl Lagerfeld, Jacques des Bascher und der Catroux-Clique.
Cleveland war eine der Ikonen der Halston-Silhouette und ging regelmäßig ins Studio 54. Die Mädels und Society-Frauen kopierten ihre Looks und Frisur zu hunderten. Bis Mitte der Achtzigerjahre gab es fast keine Ausgabe von Harper's Bazaar oder V in der Pat nicht vertreten war ... keine Modenschau in Mailand oder Paris, in der sie nicht auftrat. Mitte der Achtzigerjahre brachte sie ihren Freund Patrick Kelly nach Paris und half ihm beim Aufbau seines Modehauses (Horstson berichtete).
Sie ist eine Legende und gehört zu den Fundamenten der Models, die die spätere Supermodel-Generation begründeten. Was vor allem immer von ihr in Erinnerung bleiben wird, sind ihre Haare und der Stil, wie sie lief .Wie ein wirbelnder Korkenzieher schwebte sie über die Pariser Laufstege und bezauberte uns alle. Heute lebt Pat nach wie vor in New York und ist Kuratorin für Kunst, unter anderem am Smithsonian. Sie hat sich kaum verändert und ist immer noch eine sehr schöne und eigensinnige Frau, deren Ausstrahlung sehr speziell ist.


