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Zurück zur Klassik: Sir Anthony Hopkins für Brioni

(Foto: Gregory Harris)

Dass Brioni sicherlich alles dafür tun würde, die Fehlentscheidung des Designkonzeptes von Ex-Einkäufer Justin O’Shea, das an eine Mischung aus Billionaires Club und schlechter Tom-Ford-Kopie erinnerte, zu revidieren, liegt auf der Hand. Nicht zuletzt war es unglaubwürdig für ein Traditionslabel, das seit jeher auf sartoriale Formalwear setzt, mit einer Heavy-Metal-Band wie Metallica Werbung zu machen.

Fotos: Gregory Harris

Der Markt der klassischen Linien und Brands, die hauptsächlich mit Businessanzügen und Sakkos ihr Geld verdienen, gehört durch die zunehmende globale Ausbreitung der Sportswear – bis hin in die Chefetagen der Konzerne – zu einem der krisengeschüttelten Bereiche.
Im mittleren Preissegment, wie bei BOSS, Strellson und Co., versucht man der Veränderung durch Erweiterung der lässigeren Linien Rechnung zu tragen und dadurch einen jüngeren Käufer zu erobern.
Wer jedoch an Klassik gebunden ist, bzw. bereit ist, auch weiterherin für Anzüge mit höchstem Qualitätsanspruch etwas tiefer in die Tasche zu greifen, gehört meist einer fortgeschrittenen Altersgruppe an und sucht bei Kiton oder Brioni vertrautes Handwerk.

Fotos: Gregory Harris

Brionis Handwerker fertigen nach wie vor, neben der Konfektion in feinsten Stoffen und Maßkonfektion, auch Maßanzüge, -sakkos und -hemden. Viele Manager lassen dort Saison für Saison ihre Businessgarderobe sowie die berühmten Tuxedos arbeiten.
Das hört sich zwar alles konservativ an, ist aber die einzige Art und Weise, ähnlich wie bei der Haute Couture für Frauen, diese Nische auszufüllen – ganz nach der bewährten Devise „Schuster, bleib bei deinen Leisten“. Etwas, was die Verantwortlichen bei Kering-Konzern, zu dem Brioni seit 2011 (damals noch „Pinault-Printemps-Redoute PPR“) gehört, glücklicherweise, sicherlich flankiert von einer gehörigen Portion Lehrgeld, gelernt haben: Qualitäts- und schnittorientiert, auf das Handwerk den Fokus richten und die absolute Priorität auf feinste Stoffe legen. Das Role Model dazu hätte nicht besser gewählt werden können, als mit dem britischen Schauspieler Sir Anthony Hopkins.
Die von Gregory Harris gemachten Schwarz-Weiß-Aufnahmen sprechen die eindeutige Sprache von Eleganz. Sir Anthony Hopkins entspricht auch dem klaren Statement von Brioni gegen Jugendwahn und Pseudo-Modernität.
Der von der Queen geadelte Brite verbindet Seriosität, stellt aber durch seine schauspielerische Leistung, und vor allem seine grandiose Rolle in „Das Schweigen der Lämmer“, die enorme Wandlungsfähigkeit seiner Persönlichkeit da.

Fotos: Gregory Harris

Brioni scheint der Ausflug mit Justin O’Shea zumindest in einem Bereich gutgetan zu haben: Das Label weiß spätestens jetzt, wie die Marke und das Handwerk, für das es seit Jahrzehnten stehen, weiterhin authentisch und glaubhaft wirkt. Das vertraute Klientel wird es danken – manchmal hat es eben auch Vorteile, konservativ zu sein. Und es sichert auch die italienischen Arbeitsplätze vieler Schneider bei Brioni

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