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Koksen ist Neunziger

Bild: Ssense

„Den Schnee, auf dem wir alle talwärts fahren, kennt heute jedes Kind“ – eine Textzeile, die wohl jeder mitsummen kann, der in den Achtzigern aufgewachsen ist. Mit ‚Schnee‘ meinte Johann „Hans“ Hölzel, besser bekannt als Falco, natürlich Kokain. Der Sänger spielte 1982 in „Der Kommissar“ auf den omnipräsenten Kokainkonsum der damaligen Schickeria an. Lang lang ist es her und es war schon damals nicht mehr chic, Kokain zu konsumieren – heute noch viel weniger. Vielmehr wirkt es tragisch, Drogen zu konsumieren, um die Nacht durchfeiern zu können oder um eine gewisse Portion Selbstbewusstsein zu erlangen.
Dass wir auf Horstson die Entwicklung des Labels Vetements eher kritisch verfolgen, ist zumindest aufmerksamen Lesern bekannt; demnach sollte es auch nicht verwundern, dass wir die Kette, an der ein Koks-Löffelchen inkl. Pulverfläschchen baumelt, doof finden …

Bild: Ssense

Für ca. 300 EUR kann man die „Silver Snuff Necklace“ bei Ssense kaufen und entweder mit Kokskonsum kokettieren (hihihi) oder eben tatsächlich Kokain immer griffbereit am Hals hängen zu haben. Das hat dann aber genauso viel Stil, wie Vetements mit Mode zu tun hat: nix.

Ich freue mich über eine Rückmeldung zur Koks-Kette von Vetements!

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  • fred.blau
    28. September 2017 at 11:40

    ich finde vetements tatsächlich eines der wichtigsten labels im moment, die einen enormen impuls gegeben haben. ohne vetements wäre die modeentwicklung der beiden letzten jahre ins leere gelaufen. sie haben eine zäsur verursacht, die befreiend war. bei den meisten labels finden wir mittlerweile zitate von vetement. was die kette betrifft, so ist sie margiela-schmuck sehr ähnlich. in geschlossenem zustand finde ich sie auch sehr schön und stimmig. die kokain-sache ist etwas naiv und hätte es nicht gebraucht. der anhänger ist als solcher auch recht schön.
    300 euro sind ok, wenn man ein gutes schmuckstück haben möchte.

  • Claudia Schink
    28. September 2017 at 12:44

    Vetement karikiert Mode allerhöchstens.. keine wirkliche Kreativität und langsam auch soooo gewollt cool .. und das passende Produkt ist diese Koks-Kette .. gähn … der drängende -und sicher auch berechtigte – Wunsch nach Individualität wirkt sehr angestrengt… irgendwie langweilig

  • Kev
    28. September 2017 at 23:22

    ist denen sehr spät eingefallen… Die Idee bei „Eiskalte Engel“ das Kokain in einer Koks-Kreuz-Kette zu verstecken war viel interessanter.. und dieses Schmuckstück konnte man sich schon seit Jahren im Internet nachkaufen, für die Hälfte des Preises.
    Ob die sich jetzt also für besonders kreativ gehalten haben weiss ich nicht, zumal es ähnliche Varianten ja nun wirklich überall gibt.
    Ich glaube es ist einfach nur eine reine Provokation. Und das passt zum Label.
    Witzig find ich die schon. Damit meine ich das Label (die Leute von vetements).
    300 € würd ich für die Kette nicht ausgeben.