Am Dienstag zeigte Karl Lagerfeld die Chanel Herbst-Winter Prêt-à-porter Kollektion. Das Grand Palais wurde dafür in einen Ort verwandelt, der pariserischer nicht sein könnte. Man fühlte sich gleich wie in der berühmten Brasserie Lipp oder dem Café de Flore, das seit jeher einer der Lieblingsplätze von Lagerfeld in Saint Germain ist. Der Dekor war wie immer perfekt bis ins letzte Detail umgesetzt, inklusive der typischen, etwas grummeligen, in die Jahre gekommenen Kellnern und den wackeligen Champagnerkühler-Haltern.
Nicht fehlen durften die rot gepolsterten Sitzbänke, von denen man in den Cafés den ganzen Tag beobachten kann, wie sich manches Schicksal der Pariser Bourgeoisie – egal, ob das Kennenlernen oder die bevorstehende Scheidung – an einem der kleinen Tische entschieden wird. Der Franzose beschließt vom wirtschaftlichen Fortschritt bis hin zur Verlobung der Tochter alles in diesen Traditionshäusern beim Essen.
Damenmode
John Gallianos Thema für seine erste „richtige“ Maison Margiela Kollektion war „A fashion lo-fi: like Polaroids inflected with acid dreams“. Wenn mich mein nicht stark ausgeprägtes Technikwissen nicht im Stich gelassen hat, beschreibt „Lo-Fi“ Musik, die mit relativ einfachem Equipment aufgenommen wurde. Ob sich Galliano daran gehalten hat, also die Kollektion unter einfachen Bedingungen zu entwerfen, vermag ich nicht sagen, aber das Ergebnis überzeugt und verwundert gleichermaßen …
Paris Openings – The sexual animalistic Dior Woman
Posted on 10. März 2015Die Präsentation der Dior Prêt-à-porter zog dieses Mal vom Musée Rodin in einen extra konstruierten Glaspavillon inmitten des Louvre im Herzen von Paris. Altroséfarbener Boden und gelackte beigefarbene Wände, erinnerten extravagant an die großen Einrichter der Sechziger aber in minimalistischer Strenge.
Was dann Raf Simons für Dior über den Laufsteg schickte, verblüffte und begeisterte zugleich. Der belgische Designer zeigte eine ganz neue Facette des Dior-Stiles, ohne die Heritage des Haues zu verlassen. Im Gegenteil – er entwickelt sie sogar weiter. Die Dior-Frau wird schärfer und zeigt mehr Sex-Appeal, natürlich mit Stil und auf eine sehr raffinierte Weise.
Live Stream: Louis Vuitton Women’s Fall-Winter 2015/16 11. März – 10 Uhr #LVFall
Posted on 10. März 2015Es ist wieder so weit: die Pariser Modewoche nähert sich dem Ende. Doch bekanntlich kommt das Beste zum Schluss: Louis Vuitton präsentiert am Mittwoch, 11. März 2015 um 10 Uhr in Paris die neue Ready-to-Wear Women’s Fall-Winter 2015/2016 Collection.
Für alle, die nicht live dabei sein können, streamen wir einfach die Schau! Wir wünschen viel Spaß!
Eine der angenehmsten Überraschungen der Mailänder Fashion Week war die Kollektion von Rodolfo Paglialunga für Jil Sander. Sie war im positivsten Sinne tragbar – was oft mit normal und simpel verwechselt wird – und „modern sophisticated“. Unaufgeregt, pur, ohne zu puristisch zu sein – so stellt man sich klassische Designergarderobe von einem Label vor, das weiß wo es hingehört.
Wir gucken live die Hermès Damenmodenschau – Montag 09. März um 16.30 Uhr
Posted on 8. März 2015Am Montag schaut die internationale Modepresse besonders gespannt auf die anstehende Modenschau des Pariser Traditionshauses Hermès. Der Grund hierfür ist die neue Designerin Nadège Vanhée-Cybulski, die ihr Debüt für die Herbst-Winter Saison 2015 gibt.
Wie ihre Vision der Hermès-Frau aussieht und welche Weichen sie für eine Veränderung der Ready-to-Wear stellt, interessiert nicht minder bei einem Luxuslabel, das zu den wenigen noch Familien geführten Unternehmen der Branche gehört und hinter deren Erfolgsgeheimnis so mancher Konzern gerne kommen würde.
Ehrlich gesagt, kannte ich bis vor kurzem weder das Label „Anrealage“, noch den Kopf dahinter: den 35-jährigen Japaner Kunihiko Morinaga. Eine große Wissenslücke, wie ich feststellen musste, als mir die französische PR-Agentur gestern nun die Bilder zuschickte.
Gegründet wurde Anrealage bereits 2003 in Japan, wo es zwar einen hervorragenden Ruf als Avantgarde-Label genießt, aber schon 2011 den ersten Flagship-Store in Tokyo eröffnete – also durchaus auch kommerziell erfolgreich ist.
Kunihiko Morinaga, Designer und Labelgründer, sieht die Zukunft der Kleidung darin, verschiedene Technologien miteinander zu verbinden, um Neues zu schaffen – immer unter dem Credo „Gott steckt im Detail“.
It’s Milano Babe – Miuccias Königsklasse: PRADA Fall-Winter 2015
Posted on 4. März 2015„The Queen is back“, und das, obwohl sie überhaupt nicht weg war! Aber die PRADA Womenswear für Herbst-Winter 2015 festigte doch wieder den Ruf, dass, wenn die Zeiten schwieriger werden, die Italiener mit ihrer Kreativität Maßstäbe setzen und zu Höchstform auflaufen.
Nach der etwas „bleiernen“, farblich monochrom gehaltenen Herrenkollektion im Januar, dachte nun so mancher, dass PRADA daran anschließt und die Damen auch eher „metallisch“ daherkommen.
Pustekuchen! Zwar war das Dekor der Schau an die „Enfiladen“, also ineinander gehende Zimmer mit langer Perspektive, des Sets der Herrenpräsentation angeschlossen, jedoch war die Kälte verschwunden und in warme Mint- und Wüstenfarben getaucht. Wie eine Sonne, die das Licht am Ende des Tunnels verkündet, verrieten nur noch die Flugzeugblech-Platten am Boden, dass es den Januar gab. Die PRADA-Frau im Winter ist das totale Gegenteil des Männerbildes des Hauses. „Opposites Attracts“ scheint die Devise zu sein, obwohl Miuccia Prada doch eigentlich das Verschwimmen der Geschlechter lanciert. Überraschend und ein glanzvoller und kreativer Höhepunkt der Mailänder Modewoche: die Königsklasse bei PRADA.
Für mich gab es während der Mailänder Schauen zwei Sternstunden. Von einer soll in diesem Bericht die Rede sein: Fendis Fall-Winter Kollektion, entworfen von Karl Lagerfeld, der seit offiziell 1965 für das Haus arbeitet, und Silvia Venturini Fendi, die außer der Herrenkollektion auch die äußerst erfolgreichen Accessoires-Linien verantwortet. Zu Venturini Fendis Kreationen gehören auch die Bestseller „Baguette“ sowie die „Peekaboo“ und jede Saison kommen neue Accessoires hinzu, die Karl Lagerfeld dann mit Gadgets bereichert.
Parallel zur Schau überraschte Lagerfeld, der mit acht Kollektionen für Chanel plus Fendi und diverser Nebenjobs, zuletzt bei Opel, anscheinend nicht genug zu tun hat, mit der Ankündigung, dass er ab Juli in jeder Saison eine Haute Couture Linie für Fendi präsentieren wird …
„Wie viel Flohmarkt verträgt ein Luxuslabel?“, war mein erster Gedanke, als ich in dieser Woche die Kollektion der neuen Gucci Women’s Linie von Alessandro Michele, dem Designer des Hauses, in Mailand sah. Schon die Herrenkollektion im Januar, die mit dem Wechsel der Geschlechter spielt, gab einen Hinweis darauf, dass Michele scheinbar eine konsequente Änderung und einen Stilwechsel herbeiführen soll. Doch damals war Vorgängerin Frida Giannini noch an der Kollektion beteiligt und das Haus ließ verlauten, dass Michele lediglich die Entwürfe der Designerin umgestylt, verändert und andere Models ausgewählt hat. Nach der Show stand dann als Zeichen der Gemeinschaftsarbeit das ganze Team auf der Bühne. Michele rekrutierte sich dann, kurz nachdem wild über Namen wie Riccardo Tisci und Co. spekuliert wurde, als Nachfolger von Giannini.
Es stellt sich also gar nicht erst die Frage, ob die DNA von Gucci erlernt werden muss – Alessandro hat sie seit Jahren inhaliert. Er kommt aber aus einer ganz anderen Generation von Designern als seine Vorgänger und hat andere modische Ideale, wie man schon in der Menswear-Kollektion spürte. Sicherlich werden Bestseller wie Horsebit Loafer, Logo Gürtel oder auch die Bamboo Bags nicht aussterben. Diese Bestseller sind auch dringend nötig für den Konzern, der mit Sicherheit Umsatzzuwächse plant …








