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Simonnot Godard – Die ultimativen Taschentücher für den Gentleman

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Bild: Maison Simonnot Godard

Es gibt kaum ein Accessoires, welches den Gentleman so vom normalen Mann unterscheidet, als das gepflegte Stofftaschentuch. Egal, ob für den Notfall bereitgehalten oder als Einstecktuch, ist das quadratische Taschentuch mit handrollierten Säumen aus feinstem Baumwollbatist keinesfalls altmodisch, sondern auch ein Ausdruck von Stil und Mode. Neben Schlüsselbund, Kleingeldportemonnaie und Telefon liegt es bereit, wenn man sich morgens anzieht und bevor man aus dem Haus geht, wird es entweder in die Hosentasche gesteckt oder, wenn man ein Jackett trägt, in die Brusttasche. Lustigerweise ist das bei mir zum Ritual geworden …
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Bild: Maison Simonnot Godard

Wenn jemand mich nach einem Taschentuch fragt, um seine Brille zu putzen, bekomme ich manchmal belustigte Blicke zugeworfen, weil es als ungewöhnlich gilt, dass ich mein Stofftaschentuch anbiete. Manches Mal wurde ich schon gefragt, ob ich es von meinem Opa geerbt habe, aber einige konnte ich schon dazu bewegen, sich auch solche schönen Taschentücher zuzulegen …
Die besten gibt es in England oder Frankreich, weil Taschentücher eine heikle Sache der Qualität sind. Sie müssen weich sein aber auch strapazierfähig und sollen gut aussehen, auch wenn man sie schon benutzt hat. Am besten ist feiner Baumwollbatist oder eine Mischung aus fünfzig Prozent Leinen und fünfzig Prozent Baumwolle geeignet. Aber auch die Machart und das Aussehen unterscheiden die erste Klasse der „Mouchoirs“, wie es in Frankreich heißt, von der übrigen Taschentuch-Welt.
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Bilder: Maison Simonnot Godard

Die letzte richtige Taschentuchmanufaktur Frankreichs besteht bereits seit 1787 und heißt „Maison Simonnot Godard“. Sie liegt in der Nähe von Cambrai in der französischen Provinz und wirkt, als wären die Jahrhunderte spurlos an ihr vorbei gezogen.
Seit neun Generationen ununterbrochen Taschentuch-Weber, ging das Geschäft vom Vater zum Sohn über und heute arbeitet das Unternehmen, außer für seine eigenen Kollektionen, für Häuser wie Charvet oder Hermès als Zulieferer.
Gezwirnter ägyptischer Baumwollbatist oder Linon sind die Hauptmaterialien, die natürlich von Hand verarbeitet werden. Das Rollieren der Ränder übernehmen Frauen aus der Region oder Heimarbeiterinnen.
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Bild: Maison Simonnot Godard

Renommierte Herrenausstatter in aller Welt ordern bei dem kleinen Unternehmen – in Deutschland zum Beispiel Jondral in Hannover oder Unnützer in München. In Wien kann man bei Knize die kleinen Schmuckstücke finden und in natürlich auch bei den angesehenen italienischen Rubinacci Herrenausstattern.

Ich finde, dass nichts gegen das Papiertaschentuch als „Funktionsobjekt“ einzuwenden ist, aber man kann ja trotzdem, wie einen kleinen Beschützer, das traditionelle Tuch dabeihaben und eigentlich ist es sogar an der Zeit für eine Renaissance …

Sie sind ein Stück Lebensart, die man in der Tasche trägt und sie sind ein echtes Statement.

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  • Siegmar
    31. März 2014 at 12:35

    Stofftaschentuch in der Hosentasche ist sehr „Gentlemen“ aber nicht zum Naseputzen, nachdem 1. benutzen nicht wieder in der Öffentlichkeit aus der Tasche holen. Der Artikel ist grossartig und die aufwendig gearbeitet Taschentücher sind einfach schön.

  • Daisydora
    31. März 2014 at 15:13

    Ein sehr schöner Bericht, wie immer. Ich liebe diese Stofftaschentücher, außer zum Nase putzen 🙂

  • monsieur_didier
    31. März 2014 at 19:01

    …ich kann mich nur anschließen, Stofftaschetücher sind wunderbar…
    leider besitze ich selber keine…

    …noch nicht 😉

  • vk
    31. März 2014 at 20:16

    endlich mal echte information in diesem hause.
    ich will alle und mehr. – wo kann ich die bestellen? google sagt dazu nicht viel

  • thomas
    19. April 2014 at 14:10

    never without!