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RUN, RUN, RUN … Outrun the Sun

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Jonas Buud am Round Table; Bild: Julian

„Ich hatte nie jemanden, der mir gesagt hat: Los, geh‘ zwei Stunden laufen! Verfahre auf diese Weise oder versuche es mit Alternativen. Ich habe einfach auf meinen Körper gehört, tagesbedingt reagiert und somit ein ganz persönliches Training entwickelt. Das ist immer das Beste für einen selbst.“ (Jonas Buud)
Juhu, das „Outrun the Sun“-Event von Asics startet. Vor nicht einmal fünf Minuten bin ich in Chamonix angekommen und in ein geschäftiges Treiben aus Pressemenschen und Spitzensportlern gespült worden. Der Kragen von meinem Hemd zwickt, klitzekleine Schweißperlen laufen über die Stirn von meinem ersten Interviewpartner: Jonas Buud, schwedischer Trailläufer, steht Rede und Antwort. Erwidert, lächelt verlegen und fährt fort. Ich notiere mir Stichpunkte, achte auf das Aufnahmegerät und versuche so viele Fragen wie möglich in die Gesprächsrunde einzuwerfen (mindestens sieben andere Journalisten versuchen selbiges) …

Wie bereitest du dich auf Wettkämpfe wie „Outrun the Sun“ vor?
„Ich brauche Berge zum Trainieren. Gerade hier (am Austragungsort) können die Steigungen immens variieren. Hoch, runter und wieder hoch. Man muss definitiv gut vorbereitet sein.“

Wie überwindest du deinen inneren Schweinehund (selten habe ich so lange nach einer Übersetzung gesucht, diesmal galten die Schweißperlen mir)?
„Ich brauche eigentlich keine Motivation. Ich liebe, was ich tue und deswegen ist ein Anreiz eigentlich nicht nötig.“
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Aussicht auf den Mont Blanc; Bild: Julian

Ende der Aufzeichnung. So schnell das Interview begonnen hat, so schnell war es dann auch wieder vorbei. Ich lasse mich zum wiederholten Mal vom Panorama des Mont Blancs ablenken. Kein Wunder, wir befinden uns in einem abgelegenen Hotel mit malerischer Aussicht. Jonas bedankt sich, steht auf und wandert zum nächsten Tisch. Innerhalb von weniger als zwei Stunden wird er mit seinen Mitstreitern vom Team „Ultra-Trail“ (eine der beiden Staffeln, die versucht das Massiv von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu umrunden) souverän einen Interviewmarathon bestreiten und anschließend samt Management aufbrechen. Wohin eigentlich? Was macht ein Spitzensportler vor seinem großen Auftritt?

Szenenwechsel. Emmanuel Gault, „Manu“, nimmt Platz, stellt sich kurz vor und antwortet mit filmreifen Akzent:
„Ich werde mit den anderen Fußball schauen und dann schlafen gehen. Morgen geht’s früh raus, das wird eine kurze Nacht für uns.“

Der charismatische Franzose gehört wie Buud zu den weltbesten Trailläufern, lässt sich jedoch problemlos entlocken, was er Sportmuffeln unter uns empfiehlt:
„Glaubt an euch. Versucht euer Bestes zu geben, auch wenn es nicht immer perfekt wird. Versuche es immer wieder, jeden Tag und jede Minute. Das war und ist bis heute meine Philosophie.“

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Emmanuel Gault im Gespräch; Bild: Julian

Nach der Veranstaltung sitzen wir, die Pressemeute, auf der Terrasse und lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Der Zeitplan bietet fünfzehn Minuten Pause, dann geht es weiter. Mir ist heiß, ich bin euphorisiert und freue mich, vor Ort sein zu können. Mehr noch, ich freue mich, dass ich wieder einmal von spannenden Persönlichkeiten und Projekten berichten darf. Ich denke an „Manus“ Ratschlag und schließe vorerst meinen Laptop.

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  • PeterKempe
    22. Juni 2014 at 20:40

    Super Julian! Bericht, Run und überhaupt – toll!

  • Monsieur_Didier
    23. Juni 2014 at 07:42

    …mir gefällt seine Philosophie…
    und der Bericht…!

  • Siegmar
    23. Juni 2014 at 12:35

    schöner Artikel, traumhafte Landschaft aber um den Lauf beneide ich niemand. 😉

  • Steffi
    23. Juni 2014 at 14:00

    Super, dass Du darüber berichtest! Ich bin vom ganzen Fußball schon ganz gaga – dabei ist das hier der eindeutig schönere Wettkampf (Stichwort Kulisse!)