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Guter Katzencontent: Krazy Kat beim Taschen Verlag

George Herriman „Krazy Kat“. Die kompletten Sonntagsseiten in Farbe 1935–1944; Bild: Taschen Verlag

Vor einigen Jahren entwickelten sich Katzen zum Trend. Schuld an dem erhöhten Katzen-Aufkommen war natürlich Karl Lagerfeld, der eigentlich nur temporär auf die Siamkatze von Baptiste Giabiconi aufpassen sollte, sie aber lieb gewonnen hat und sie kurzerhand adoptierte. Wenige Monate später zog dann Fa-raon nach. Die burmesische Tempelkatze lebt bis heute als Dauergast im exklusiven „Le Bristol“ in der Pariser Rue du Faubourg Saint-Honoré. Fa-raons Leben ist hingegen wesentlich diskreter – zwar postet das Hotel immer wieder Fotos auf der Facebook-Seite, aber sie verfügt über keinen eigenen Instagram-Kanal wie Choupette. Doch sind Katzen neu in der Medienlandschaft? Nein, schon 1913 gab es einen Stubentiger, der über eine treue Fangemeinde verfügte: Krazy, eine Katze, der George Herriman einen eigenen Zeitungsstrip widmete – „Krazy Kat“.

Die Grundgeschichte von „Krazy Kat“ ist simpel: Schwarze Katze liebt durchtriebene weiße Maus, die ihr immerzu Ziegelsteine an den Kopf wirft, was wiederum Hundepolizist Offissa Pupp, in heimlicher Liebe zur Katze entflammt, zu verhindern sucht.
Dieser Plot wird von George Herriman immer wider so geistreich und humorvoll variiert, dass sich die „Krazy Kat“-Geschichte in die Herzen von Fans aus Milieus spielt, die man nicht unbedingt für comicaffin gehalten hätte: Gertrude Stein, F. Scott Fitzgerald, Pablo Picasso, James Joyce, US-Präsident Woodrow Wilson, Jackson Pollock, Charlie Chaplin und William Randolph Hearst. Letzterem ist es zu verdanken, dass die Erlebnisse von „Krazy Kat“ auch die Leser erreichten: Herriman bekam von dem Medien-Tycoon Carte blanche, was der Zeichner dazu nutzte, die Möglichkeiten des Mediums auszuschöpfen, formalen Grenzen zu sprengen und der Leserschaft nicht nur surreale, dadaistische Szenerien und eine Sprache zuzumuten, die Slang, Neologismen, phonetische Schreibweise, um die Ecke gedachte Anspielungen und Bildungsverweise durcheinanderwirbelte, sondern auch noch die Geschlechterrollen diffus ließ, was Krazy Kat wohl zum ersten gender-fluiden Star der Comic-Geschichte macht. Nehmt das Choupette und Fa-raon!

Der Taschen Verlag zeigt nun sämtliche „Krazy Kat“-Strips in Farbe, mit einer 100-seitigen illustrierten Einleitung von Comicprofi Alexander Braun, der dem Außergewöhnlichen dieses Gesamtkunstwerkes um eine Katze nachspürt. Katzencontent war niemals besser …

George Herrimans „Krazy Kat“. Die kompletten Sonntagsseiten in Farbe 1935–1944
Alexander Braun
Taschen Verlag
632 Seiten

Der Preis für den Band liegt bei 150 Euro.

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