Während der Ehemann von Miuccia Prada und CEO des Modekonzerns Prada, Patrizio Bertelli, sich sehr entspannt über gefälschten Produkte äußert und eher enttäuscht wär, wenn Prada nicht mehr kopiert werden würde, sieht es das Comité Colbert etwas anders und startete in Frankkreich pünktlich zum Beginn der Sommerreise-Welle eine Anzeigen-Kampagne gegen Fakes.
Allgemein
Wenn ich ehrlich bin, habe ich nur die ersten beiden Ausgaben des deutschen Interview Magazines gelesen, bzw. dekorativ auf den Wohnzimmertisch gelegt. Mir war das alles zu Andy-Warhol-esque.
Gestern nun trudelte die aktuelle Pressemitteilung des schon fast wieder in Vergessenheit geratenen Interview Magazines in mein virtuelles Postfach – mit dabei ein paar Auszüge aus dem Interview mit dem aktuellen Cover-Model Victoria Beckham und sie zeigt sich darin hinsichtlich ihrer Musik und ihrer Austrahlung erstaunlich reflektiert:
Es ist jeden Tag wieder eine Überraschung und manchmal muss man auch schmunzeln: Die Google Doodel sind auf der Eröffnungsseite von Google zu besonderen Anlässen, Jubiläen oder Geburtstagen immer wieder eine Wonne.
Heute wäre der 166.Geburtstag von Hofjuwelier Peter Carl Fabergé. Der russische Zarenhof war süchtig nach seinen Produkten und Alexander III. und Nikolaus II.schenkten jedes Jahr ihren Frauen die auf tollste Weise gestalteten Ostereier aus Perlen Diamanten und vor allem Emaille.
Heimliche Zwillinge? Da sag mal einer, dass im Fast-Fashion Bereich nicht kopiert wird: Givenchy, Gucci, Jil Sander und D&G haben sich tatsächlich bei Zara für ihre aktuellen Sommerkollektionen inspirieren lassen. Oder war es andersum?
Als ich die Bilder das erste Mal vorhin gesehen habe, dacht ich das Jeremy Scott einen ganzen schlechten Tag gehabt haben muss. Also einen richtig schlechten, an dem er lieber im Bett hätte bleiben müssen als sich an seine Designs zu setzen.
Einen Augenblick später habe ich dann erst verstanden das es sich hier um eine Coca Cola Clothing Kollektion handelt, die allem Anschein nach ca. 30 Jahre zu spät auf den Markt gebracht wird und letzte Woche im Zuge der Rio Fashion Week präsentiert wurde – denn mal im ernst: Wer trägt denn Latzhosen im Graffiti-Design?

Die Pradas: Patrizio Bertelli links, Miuccia Prada rechts; Bild via
„Fake goods aren’t totally bad, at least it created jobs at some counterfeit factories. We don’t want to be a brand that nobody wants to copy.“*
Dieses merkwürdige Zitat stammt von Patrizio Bertelli – seines Zeichens Ehemann von Miuccia Prada und CEO des Modekonzerns Prada. Allerdings passt diese lockere Einstellung ggü. Fakes zu Bertelli, wenn man berücksichtigt, womit er sein Geld verdient hat, bevor er Miuccia traf: Bertelli hatte Designs aus dem Hause Prada kopiert und zog so die Aufmerksamkeit seiner zukünftigen Frau auf sich.
*Quelle: NY Mag
Das sind sie also – die Cover der britischen Juli Ausgabe der ELLE mit David Beckham drauf. Hübsch anzuschauen sind sie auf jeden Fall, wenn auch etwas ungewohnt einen Mann auf dem Frauenmagazin zu sehen – schließlich ist es auch der erste, dem diese Ehre zuteil wird.
Die ELLE UK Chefredakteurin Lorraine Candy über die Idee, mit dem Fußballer zusammenzuarbeiten: “David Beckham is a national hero, so we saw an opportunity to shoot a celebratory cover to support an historical and patriotic year. He is an icon and ELLE is known for featuring icons on its cover. This is a first for us on the newsstand and I believe he is loved by men and women alike. Anyway, who doesn’t want to see a picture of one of the world’s most handsome men on the front cover of a magazine? It will be a collector’s issue”
Würde man mich fragen, was ist eine der größten Konstanten die sie sich vorstellen können, würde ich sicherlich ganz schnell auf die Königinnen alle Königinnen kommen – die englische Queen Elizabeth II.
Sie ist schon immer da und das nicht nur in meiner Generation. Sie hat das Zeug dazu, den Regierungsrekord von Viktoria I. einzustellen, die bis heute als Englands längste Monarchin mit 64 Regierungsjahren in die Annalen einging und sie ist das Sinnbild für Pflichterfüllung und wirkt beinahe unsterblich.
Nun hat sie also das „Diamond Jubilee“ – 60 Jahre sind seit 1952 vergangen, als sie als Prinzessin ein Baumhaus in Kenia, die Treetops, bestieg und als Königin hinabstieg, nachdem ihr Vater 1952 verstorben war.
Es ist alles über sie geschrieben, gesagt und abgelichtet worden, was man sich vorstellen kann. Sie wurde von mehr Spitzenphotographen photographiert als jedes Model dieser Welt, Cecil Beaton machte ihre Krönungsphotos, Lord Snowdon war ihr Schwager und Annie Leibovitz gab sie zwanzig Minuten. Sie ist ein Phänomen, weil sie einer der individuellsten Menschen ist die man sich vorstellen kann. Sie passt in kein Schema – selbst in ihrer Generation ist kaum noch jemand so angezogen wie sie, sie trägt nur englischen Kleidung und benutzt nur englische Produkte – mit zwei Ausnahmen: Ihre 350 Kopftücher (die sie auch als diese trägt) sind von Hermès in Paris und sie hat sogar drei eigene Motive (The Royal Mews, Regina und L’Entente Cordiale) und die Tupperware, die sie zum Frühstück neben ihrem Kofferradio platziert, kommt auch nicht aus England.
Das Wichtigste auf der Welt ist für sie der Commonwealth, ihre Corgis und eigentlich würde sie, wenn sie nicht Königin wär‘, eine Landfrau sein – Denn Pferde und das Landleben schätzt sie sehr.
Eigentlich, wenn ich es recht bedenke, liebe ich sie in all ihren Eigenschaften. Sie ist diszipliniert, hat entzückende Freunde wie Lady Pamela Hicks, die in keiner Doku über sie als Kronzeugin fehlt, Patricia Countess Mountbatten of Burma ist lebenslang an ihrer Seite.
Meine früheste Erinnerung an sie ist eine leibhaftige und das große Vorurteil, dass man sie immer nur von weitem sieht, konnte ich daher nie nachvollziehen.
Meine Großtante lebte seit 1946 am Fuße des Windsor Great Park in Windsor bei London. Die Queen befindet sich ja nur unter der Woche in London in Buckingham Palace und fährt, wenn nicht Staatsbesuche oder Staatskrisen drohen, am Freitag hinaus auf das riesen-große Schloss Windsor. Dort ist auch die große Corgie Rasselbande beheimatet und die Queen ist mehr informell am Wochenende. Im Sommer geht’s dann mit der ganzen Familie nach Schottland, nach Balmoral – dort weiß jeder das sie nicht erkannt werden möchte und ihre Privatsphäre wird noch mehr akzeptiert.
Immer wenn ich meine Ferien in Windsor verbrachte, war es normal wenn die Flagge auf dem Schloss gehisst war, dass die Queen sich dort aufhielt und wenn man nachmittags spazieren ging, passierte es viele Male das sie ihren Land Rover eigenhändig steuernd, nur mit Kopftuch an, einem fünf Meter entfernt ohne Leibwächter winkend vorbei fuhr. Seitdem bin ich glühender Verehrer von ihr und lasse nichts auf sie kommen.
Anfang der siebziger Jahre empfand ich sie als eine schöne strahlende Frau und ihr Charme schlug alle in den Bann. Genau wie sie war und ist, hatte eine Königin zu sein und auch wenn es viele andere Königinnen gibt, sie ist „die“ Königin, fast wie ein Synonym für den Berufsstand.
Sie hat 11 Premierminister und eine Premierministerin überlebt (ihr Liebling bis heute: Winston Churchill) und sie ist eine der fleißigsten Büroarbeiterinnen der Welt. Wenn man jemanden fragt was sie macht und sie keine Termine wahrnimmt, wird in der Regel gesagt „The Queen is doing her Boxes“ das heißt sie sitzt in Twinset und Bahnenrock in ihrem Office – umgeben von großen roten Kästen, die eine Mischung zwischen Koffertruhen und übergroßen Cartier Kästen in saffianbezogenen Leder, in knallrot mit punzierten ER Monogramm und der Imperial-State-Crown versehen sind. Diese Boxen sind durchnummeriert und sind eine Art Transportsystem zwischen den Ministerien, dem Parlament und den Büros der Queen in Buckingham Palace und Windsor. In der Regel liegen auf den kostbaren Axminster Teppichen drei bis vier umgefallene Corgies um sie herum die schnarchend die Fleissarbeit der Monarchin begleiten.
Fragt man ihre Untertanen kommt in den meisten Fällen der Ausspruch „she is disciplined and good“ und das ist sie in der Tat. Ihr Geschmack ist sehr speziell und ihr Hoflieferant Aprey’s liefert nicht nur die berühmten Handtaschen der Queen, sondern auch zum Beispiel den Silber Corgie, der bei der Neujahrsansprache auf ihrem Schreibtisch vor ihr steht – sichtbar für alle Untertanen in der BBC. Zum „Diamond Jubilee“ bietet Asprey’s Karaffenverschlüsse in Corgie-Kopf-Form und die passenden Whiskytumbler auch in seinem Webshop an. Das schönste und preiswerteste Souvenir ist aber die Juni Ausgabe des Tatler – dann weiß man alles über sie. Ein Must Have für Queen Fans.
Die Queen bedient alle Klischees Englands und ist daher die Repräsentantin der Insel, die zwischen absoluter arrivierter Klassik bis zu den exentrischten Dingen alles hervorbringt, wofür Europa einen ganzen Kontinent benötigt. Um 5 Uhr ruht
das gesamte Land weil Tee getrunken wird und die Freizeit wird, wenn man nicht sich dem Thema Garten hingibt, auf allerlei erbauliche Weise verbracht. Kreuzworträtsel macht die Queen gern und vor allem eins: Fernsehen. Sie ist eine Flimmertante und ihr TV- Set liebt sie sehr. Das Fernsehen ist ihr Fenster zur Aussenwelt, denn natürlich geht die Queen nicht mal eben zum Shopping in die Stadt sondern in Ausnahmefällen wird dann Harrod’s oder Selfridges abgesperrt und die Queen kommt mit Termin und Hofdamen zum Besichtigen der Ware.
1945, als der Krieg zu Ende war, haben sie und ihre Schwester Margaret sich unters Volk gemischt und die Siegesfeier in den Straßen Londons verbracht. Davon erzählt sie heute noch gern.
Auch wenn sie in der Familie, genau wie wir alle, härtere und einfachere Fälle hat und manchmal etwas verdrossen guckt, eigentlich möchte man sie keinen Deut anders haben als sie ist. Als Queen ist sie perfekt und ihr Style ist das eigenständigste was man sich vorstellen kann. Manch Modehaus wäre froh wenn sie so eine Cooperate Identity hätte wie Mam herself.
Die Queen ist unschlagbar und ich liebe sie in all ihre Facetten, hätte ich einen Wunsch frei an sie, würde ich gern mal mit ihr Tee trinken und dabei mit ihr in ihrem Schmuckkasten wühlen und wenn ich mir ein Geschenk von ihr erbitten dürfte, hätte ich gern den Regenschirm der einen farbigen Rand hat und durchsichtig ist, damit sie auch bei Regen ihr Volk sehen kann.
Möge sie noch lange ihre Boxen machen – God save the Queen – long may she reign.
America’s Next Top Model ist irgendwie anders als die deutsche Version der Model-Castingshow: Da wurde in der achten Staffel geraucht wie ein Schlot und in der neunten Staffel gab es deshalb ein Rauchverbot; in einem anderen Cycle hinterließen das Produktionsteam und die Models die „Modelvilla“ wie einen Saustall und der Besitzer des Hauses forderte 500.000 US-Dollar – schließlich sei doch einiges zu Bruch gegangen als an die Decken diverse Scheinwerfer angebracht wurden.
Kommen wir zum Highlight Eures Tages: Hier der schnelle Rückblick auf einige Schmankerl auf Horstson.
1) Am Montag berichtete Peter über das britische Fashion Victim Daphne Guinness. Von der kann sich Lady Gaga mal eine stilsichere Scheibe abschneiden.
2) Mr. Facebook-Zuckerberg hat kürzlich geheiratet. Bessere Alternativen zu seinem Hochzeit-Anzug hatte Horst am Montag parat.
3) Back to the Sixties ging es Dank Peter am Dienstag: Die Möbel von Joe Columbo waren sein Thema.
4) Das Styling für René Lezard von Horst gab es am Freitag – einen guten Job hat er gemacht…
5) Braucht man eine Hose mit Ikat-Muster? war die Frage am Mittwoch. Wir sind uns alle einig: JA!
Wir wünschen frohe Pfingsten!









