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peterkempe

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Walter Van Beirendonck Tag: Markus Brunner erinnert sich…

„Walter ist ein absoluter Perfektionist, das macht ihn zu einem Meister seines Faches.“

Bei der Vorbereitung zum Walter Van Beirendonck Tag befragte ich einen Designerkollegen dazu, wie seine Meinung zu Walter van Beirendonck ist und was sie mit ihm verbinden.

Markus Brunner (oben links), der gemeinsam mit Karl Zimmermann (oben rechts) für das Design der Baldessarini-Linien verantwortlich und selbst ein Perfektionist ist, fallen sofort zwei wunderbare Geschichten zu seinem belgischen Kollegen ein, die mich beim Schreiben sehr amüsierten – die aber auch für die Güte, Präzision und das Profitum von Walter sprechen: Walter ist ein absoluter Perfektionist und hat seine Vision klar vor Augen. Es gibt die Szenen, als er in Paris nicht auf den Laufsteg kam, weil bei einer Hose die Reißverschlussfarbe falsch war.

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Peter’s Cuttings: Etienne Russo – Wie Designerkollektionen zu Schauen werden

Gäbe es Etienne Russo nicht, würde die Shanghai-Kollektion von Karl Lagerfeld auf Bügeln präsentiert werden und Thom Brownes Shorts schlapp da hängen. Wäre die Jubiläums-Modenschau von Sonia Rykiel kein Barry-White-Studio54-Event gewesen und die typischen Merkmale von Dries van Noten würden auf seinen Schauen nicht herauskommen. Aber es gibt einen Mann, der den Designern genau zuhört, ihre Eigenarten kennt und das Kollektions-Konzept der Saison und den Wunsch der Modehäuser rasant und blitzschnell erfasst: Etienne Russo.

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Wie Cocos Brosche zu mir kam – oder zittern für eine Reliquie

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Seit genau 30 Jahren ist Coco Chanel mein großes Idol und Anfang April 1981 begann meine Chanel-Infizierung durch einen Besuch in der Rue Cambon in Paris. Seit dem, würde ich mal sagen, bin ich das, was man oberflächlich einen „großen Fan“ bezeichnen würde, man könnte es aber auch „die große Liebe meines Lebens“ nennen.
Immer noch bin ich jede Saison aufgeregt, was in den Kollektionen zu erwarten ist und kann es kaum aushalten, die neuen Sachen zu sehen. Meine Sammelleidenschaft beschränkt sich aber aus Budget- und aus Platzgründen auf Accessoires – genauer gesagt auf die sagenumwobenen Broschen aus den Kollektionen für die Mademoiselle so berühmt war und die ihr legitimer Erbe Karl Lagerfeld weiter fortgesetzt und zur Meisterschaft gebracht hat.

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Peter’s Cuttings – Grace Coddington

Sie feierte vor ein paar Wochen ihren siebzigsten Geburtstag und ist neben Anna Wintour eine der Ikonen der amerikanischen Vogue – Fashion-Director Grace Coddington.
Sie ist ein Denkmal und, wie ich finde, ein glänzendes Vorbild für jede Moderedakteurin oder -redakteur. Ihre Produktionen sind beispielhaft, phantasievoll und man merkt, dass sie ein alter Hase ist.
Grace wuchs in Nord Wales auf und wurde eher puritanisch und streng erzogen, aber sie träumte sich schon früh in die Welt von Vogue hinein, die sie sich regelmäßig von ihrem Taschengeld kaufte. Als sie siebzehn war, gab es einen Vogue-Model-Contest – nun darf man sich das aber nicht so vorstellen wie heute bei Heidi Klum.

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Do you do you St.Tropez – Chanel’s Sommer Guerilla Store

Horstson Leser wissen, das ich vor nicht all zu langer Zeit einen Ausflug in die wunderbare Teppich-Manufaktur von Cogolin bei St.Tropez gemacht habe.
Dabei konnte ich gleich an den geliebten Ort meiner Kindheit zurückkehren – der Gendarmerie von St.Tropez, wo Louis de Funès mit seinen Mannen die tollsten Streiche vollbrachte.
Ganz Frankreich, besonders die wohlhabenden Arrondissements von Paris, wie das 7te und das 16te verbringen hier vom 15.Juli bis 1.September ihre Ferien und die Hotel-Preise steigen ins unermessliche. Die Dichte der Hermès-Handtücher an den, wie ich finde schmalen Stränden, liegt bei 185 per Quadratmeter und im Club 55 werden kleine Salate auf entzückenden mit Muschelmotiven verzierten Tellern zu Kursen angeboten, die dem Silberpreis entsprechen. Aber trotzdem will die Welt da hin und ist auch da.

Paris ist in dieser Zeit wie ausgestorben und wird nur von Touristen aus Amerika oder Fernost überschwemmt – wer nicht wegfährt liegt am Paris Plage an der Seine, den es seit nunmehr 12 Jahren auch schon gibt. Im Modehaus von Chanel in der Rue Cambon sind wenige Pariser und Franzosen anzutreffen, die abenteuerlichsten Sprachen überwiegen aber.
Nun wird aber in dieser Zeit die Kollektion verkauft, die gemeinsam mit den Handwerkern des Hauses wie Massaro, Goossens, Lemarié und Maison Michel, die Kunstfertigkeit auf besondere Weise darstellt: Die Arts et Métiers Kollektion, die nach den Ferien dann schon wieder durch die ersten Winterteile aus den Läden verdrängt wird.
Wie also soll man die wunderschönen Sachen an die Pariser bekommen?? Ganz einfach: Man reist ihnen hinterher – an genau die Küste, an der sich die Chanel-Mädchen aufhalten: An die Côte d’Azur.

St.Tropez war schon im letzten Jahr der Versuchsballon für die sogenannten Boutique Ephémères – oder wie wir sie nennen: Guerilla Stores.
Nun sieht bei Chanel das allerdings etwas anders aus: Ein gepflegtes Villenhaus an der Avenue du Général Leclerc, mit einem bezaubernden Vorgarten bildet die Kulisse für die Bühne, die einkaufslustigen Urlaubern alles bietet, was sie sich wünschen. Natürlich hat Chanel Produkte zusätzlich zur aktuellen Kollektion – wie ihr Fahrrad, das Surfbrett, die Schwimmflossen und diverse Badehandtücher dabei. Das Boccia-Spiel (Horstson stellte es schon vor) ist sicherlich einer der Renner.

Die Bilder zeigen die Eindrücke der letztjährigen Boutique, die ich zauberhaft fand – diesmal an gleicher Location, wird sich Chanel sicherlich noch zusätzliche Highlights in der Deko ausdenken und vielleicht gibt es auch wieder ein besonderes Produkt, wie jetzt in Cannes die wunderbaren Goldcamelien aus Leder von Lemarié. Auf jeden Fall gibt es meinen Lieblings-Urlaubsduft von Chanel „La Pausa“ zu kaufen, der nach Cocos Ferienhaus am Cap Martin benannt ist.

Wenn der Sommer zu Ende ist und die Karawane wieder in die Hauptstadt zieht, klappen die Chanels die Fensterläden in der 1 Avenue du Général Leclerc zu und kehren nach Hause in die Rue Cambon zurück. Aber das dauert ja noch ein bisschen: Anfang Oktober sind die Ferien dann nur noch ein Traum und Chanel hält schon wieder neue Überraschungen bereit.

In meiner Phantasie könnte sich aber auch mal der Gendarm von St.Tropez auf die Bank im Vorgarten setzen, denn sein Geist weht immer durch diesen bezaubernden Ort, der für ein paar wenige Wochen im Jahr eines der Zentren Europas wird und in dem das legendäre Modehaus seine Fensterläden aufklappt.

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Chanel en Cannes – Festival mit glänzendem Auftritt

Das Filmfestival in Cannes geht diesmal wieder mit vielen internationalen Filmen in den Wettbewerb – unter anderem in der Jury: Uma Thurman. Sie (neben vielen anderen) sind für den Walk über den Red Carpet immer auf der Suche nach den passenden Abendkleidern. Wie gut das in Frankreich, der Heimat der Haute Couture und der Abendbekleidung – wenn man einigermaßen Figur hat – einem die Musterteile des Modehauses Chanel eventuell passen und man sich für diese Abende in eine der Traumroben von Karl Lagerfeld etwa 10 Minuten lang den winzigen Weg von der Croisette die Stufen hoch zum Festival Palais tausendfach photographieren lassen kann. Die Konkurrenz ist hart, weil alle Modehäuser gerne auf den echten Weltstars wie Catherine Deneuve, Uma Thurman etc. ihre Kleider präsentieren lassen wollen und nicht auf den B- oder C-Stars. Chanel ist natürlich einer der Favoriten und so sind jetzt im laufenden Wettbewerb auch schon einige im Rennen um das beste Outfit.

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The Tale of a Fairy – Karl Lagerfeld’s Côte d’Azur Hommage

 
Passend zur Location und Kollektions-Lancierung von Chanels neuer Croisière-Collection hat Karl Lagerfeld einen mit Impressionen und Anspielungen auf die Côte d’Azur gespickten Film gedreht.
Seine Protagonisten sind gut gemischt, aus aktuellen Gesichtern von Chanel Freja Beha Erichsen und Baptiste, Musen wie Anna Mouglalis und Lady Amanda Harlech sowie den Starmodel Klassikern der neunziger Jahre: Kristen McMenamy und Mark Vandeloo. Die große Kristen war schon in den Neunzigern eine der Icons von Karl und ist durch ihre pure Aussage Anfang der Neunziger ein totaler Bruch zu den weiblich-hochgeschminkten Model-Persönlichkeiten der Zeit gewesen.
Mark Vanderloo war die Männermode-Ikone der späten Achtziger und Neunziger, als Boss-Mann berühmt und in jeder Kampagne vertreten, war er das meistbeschäftigste Model seiner Zeit und hat, was bei Männern früher weniger üblich war, Kultstatus erzielt.
 
Die Geschichte ist schnell erzählt und man sieht sofort wo es spielt:
An der Côte d’Azur zwischen Monte Carlo und St.Tropez, dargestellt durch ein drehendes Roulette-Rad und plätschernde Wellen an den Gestaden von St.Tropez. Kristen im Original Outfit der Sommerkollektion 1994 – weiße, weite Leinenhose, schwarzes Oberteil mit Kaskaden von Perlen und Haarband – Karl hatte das Outfit original übernommen von Coco Chanel, die mit dem Tänzer Serge Lifar in ihrem Haus „La Pausa“ am Cap Martin, nahe Roquebrune, sich während der Ferien 1937 vergnügte.

Die Handlung und der Ablauf, die wie ein Traum erscheinen, erinnern stark an den Film mit Chanel Freundin Jeanne Moreau, dem legendären Côte d’Azur-Klassiker „La Baie des Anges“ in dem die Moreau eine Glücksspiel-Süchtige spielt – an der Seite von Claude Mann, mit der legendären Musik von Michel Legrand. Der Filmklassiker von 1962 war damals schon in der neuen Auffassung der Nouvelle Vague gedreht und die Passagen in Lagerfelds Film sind eine moderne Interpretation davon: Die Kuss-Szene mit Baptiste und Kristen ist ein Zitat wie auch Lady Amanda Harlech am, mit Kristallgläser überbordenden, Esstisch. Fein und leise lässt Lagerfeld den Filmklassiker in die Chanel-Welt 2011 überwachsen.

Ich finde da,s der Film auf eine angenehme Weise und nicht „Werbefilm-mäßig“ den Geist der Côte d’Azur rüberbringt, ein bisschen an die Filmfestspiele in Cannes anknüpft und die Verbindung zum ewigen Chanel-Universum schafft, das aus Klassikern mit ewig neuen Gesichtern die Geschichte von Liebe und Qualität erzählt. Das symbolisieren auch die altbekannten und neuen Protagonisten.
Der Traum der Côte d’Azur, auch wenn heute die Realität an einigen Stellen anders aussieht, als Sommerparadies und Luxuswelt wie im Eden Roc, bleibt ebenfalls immer bestehen – wie im Märchen, dem Fairy Tale eben…

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Cap d’Antibes – Chanel macht Ferien

Bei uns stehen die Ferien erst vor der Tür und Chanel zeigt schon wieder die Urlaubskollektion für das nächste Jahr, die Croisière 2012. Nachdem die letzte Croisière -Kollektion in St.Tropez vorgestellt wurde, ist das Chanel Modekarussel nur ein paar Kilometer an der Côte d’Azur weitergezogen und zeigte am Montag in meinem absoluten südfranzösischen Lieblingshotel, dem Eden Roc am Cap d’Antibes seine Vorschläge für den Sommer 2012.
Das Eden Roc ist legendär und wird vorbildlich von der Hotelgruppe des Puddingpulver-Königs Dr.Oetker geführt – seine Besucher, selbst Legenden wie die Kennedy’s, machten hier Urlaub, Marlene Dietrich hatte hier ihre Affäre mit dem von den Nazis verfemten Autor Erich Maria Remarque, der den Bestseller „Im Westen nichts Neues“ geschrieben hatte, dem Roman, der die Greuel des ersten Weltkrieges kritisch verarbeitete und damit auf die Liste der verbotenen Schriften gesetzt wurde…
Alle Jet Set Kandidaten wie Barbara Hutton, Porfirio Rubirosa oder auch Playboy Gunter Sachs sind hier schon in längeren Ferien gewesen. Und genau für die Art von Zeitgenossen, die ihren Urlaub in Hotels wie dem Eden Roc, der Villa Marie oder dem Grand Hotel du Cap Ferrat verbringen, zielt die Chanel Croisière Collection ab.

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Quadrige – Die Pferde sind los bei Hermès

Man kennt das Motiv der vierspännigen Quadriga des römischen Streitwagens ja vom Brandenburger Tor oder der großen Skulptur aus dem Grand Palais. Ben Hur hatte einen Quadrigen Wagen und er galt im alten Rom als Status Symbol wenn man einen hatte. Mein Lieblings Sattler Hermès hat das Thema aufgegriffen und herrliche Sommer-Accessoires daraus gezaubert.
Pierre Péron hatte 1973 die Idee, die vier Pferde zu nehmen und sie ganz in Manier der Siebziger zweidimensional und graphisch in Knallfarben umzusetzen – für sein Carrée Quadrige. Dieses total schöne Muster, das aktueller denn je wirkt, gibt’s jetzt als Carrée-Fluide, aber auch auf Taschen und Armreifen und als Stall oder Shoppingbag.

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Filmfestspiele Cannes – Die goldene Palme für Chanel

Auch in diesem Jahr werden zu den Filmfestspielen in Cannes, bei dem die goldenen und silbernen Palmen an internationale Filme im Wettbewerb vergeben werden, tausende Promis und nicht so Prominente erwartet. Ganz Südfrankreich ist aus dem Häuschen und diese Veranstaltung hat bei aller Internationalität auch etwas urfranzösisches. Das Carlton, das Martinez und das Festival Palais sind der Schauplatz von mehr oder minder großen Auftritten der Jury, der Schauspieler oder der Groupies, die gerne zum Jet-Set und zur Filmszene dazugehören oder möchten.

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