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Do you do you St.Tropez – Chanel’s Sommer Guerilla Store

Horstson Leser wissen, das ich vor nicht all zu langer Zeit einen Ausflug in die wunderbare Teppich-Manufaktur von Cogolin bei St.Tropez gemacht habe.
Dabei konnte ich gleich an den geliebten Ort meiner Kindheit zurückkehren – der Gendarmerie von St.Tropez, wo Louis de Funès mit seinen Mannen die tollsten Streiche vollbrachte.
Ganz Frankreich, besonders die wohlhabenden Arrondissements von Paris, wie das 7te und das 16te verbringen hier vom 15.Juli bis 1.September ihre Ferien und die Hotel-Preise steigen ins unermessliche. Die Dichte der Hermès-Handtücher an den, wie ich finde schmalen Stränden, liegt bei 185 per Quadratmeter und im Club 55 werden kleine Salate auf entzückenden mit Muschelmotiven verzierten Tellern zu Kursen angeboten, die dem Silberpreis entsprechen. Aber trotzdem will die Welt da hin und ist auch da.

Paris ist in dieser Zeit wie ausgestorben und wird nur von Touristen aus Amerika oder Fernost überschwemmt – wer nicht wegfährt liegt am Paris Plage an der Seine, den es seit nunmehr 12 Jahren auch schon gibt. Im Modehaus von Chanel in der Rue Cambon sind wenige Pariser und Franzosen anzutreffen, die abenteuerlichsten Sprachen überwiegen aber.
Nun wird aber in dieser Zeit die Kollektion verkauft, die gemeinsam mit den Handwerkern des Hauses wie Massaro, Goossens, Lemarié und Maison Michel, die Kunstfertigkeit auf besondere Weise darstellt: Die Arts et Métiers Kollektion, die nach den Ferien dann schon wieder durch die ersten Winterteile aus den Läden verdrängt wird.
Wie also soll man die wunderschönen Sachen an die Pariser bekommen?? Ganz einfach: Man reist ihnen hinterher – an genau die Küste, an der sich die Chanel-Mädchen aufhalten: An die Côte d’Azur.

St.Tropez war schon im letzten Jahr der Versuchsballon für die sogenannten Boutique Ephémères – oder wie wir sie nennen: Guerilla Stores.
Nun sieht bei Chanel das allerdings etwas anders aus: Ein gepflegtes Villenhaus an der Avenue du Général Leclerc, mit einem bezaubernden Vorgarten bildet die Kulisse für die Bühne, die einkaufslustigen Urlaubern alles bietet, was sie sich wünschen. Natürlich hat Chanel Produkte zusätzlich zur aktuellen Kollektion – wie ihr Fahrrad, das Surfbrett, die Schwimmflossen und diverse Badehandtücher dabei. Das Boccia-Spiel (Horstson stellte es schon vor) ist sicherlich einer der Renner.

Die Bilder zeigen die Eindrücke der letztjährigen Boutique, die ich zauberhaft fand – diesmal an gleicher Location, wird sich Chanel sicherlich noch zusätzliche Highlights in der Deko ausdenken und vielleicht gibt es auch wieder ein besonderes Produkt, wie jetzt in Cannes die wunderbaren Goldcamelien aus Leder von Lemarié. Auf jeden Fall gibt es meinen Lieblings-Urlaubsduft von Chanel „La Pausa“ zu kaufen, der nach Cocos Ferienhaus am Cap Martin benannt ist.

Wenn der Sommer zu Ende ist und die Karawane wieder in die Hauptstadt zieht, klappen die Chanels die Fensterläden in der 1 Avenue du Général Leclerc zu und kehren nach Hause in die Rue Cambon zurück. Aber das dauert ja noch ein bisschen: Anfang Oktober sind die Ferien dann nur noch ein Traum und Chanel hält schon wieder neue Überraschungen bereit.

In meiner Phantasie könnte sich aber auch mal der Gendarm von St.Tropez auf die Bank im Vorgarten setzen, denn sein Geist weht immer durch diesen bezaubernden Ort, der für ein paar wenige Wochen im Jahr eines der Zentren Europas wird und in dem das legendäre Modehaus seine Fensterläden aufklappt.

Bilder: Chanel; privat

  • blomquist
    19. Mai 2011 at 10:12

    Ich sagte es sicher schon, aber was raus muss muss einfach raus…

    Peter-Ich liebe Deine Texte!
    <3

  • Dana Li
    19. Mai 2011 at 10:19

    Du solltest eine Art Bild- und Textband machen, aus Deinen Horstson-Texten und als Berichte von Deinen Reisen. Wäre das nicht eine Idee?

  • Daisydora
    19. Mai 2011 at 10:34

    🙂
    Ich kann mich Blomquist nur anschließen….. ich habe ja meistens sehr gute Laune und wenn ich deine Berichte lese verfestigst sich dieser Idealzustand immer noch 🙂 ….man hat das Gefühl, dort entlang zu flanieren und Luis des Funes ist ohnehin Ehrensache für Frankreich Fans … sehr schööööön, Peter …

  • peter kempe
    19. Mai 2011 at 10:41

    ihr seid so süß!!vielen dank ich werd ganz rot!!in solchen orten gibt es immer ein phänomen wie ich finde:meistens sind einige plätze hässlich und furchtbar von touristen belagert und man denkt man ist auf dem dom und zwanzig meter weiter hinter einen kleinen mauer steht ne grüne bank es herrscht totale stille und das meer plätschert leise vor sich hin für mich ein eindeutiges zeichen dass die masse ehr an schreckliche orte möchte das gute liegt oft so nah.
    ich geb mir weiterhin mühe für euch damit ihr bald wieder was zu schmunzeln habt und zum geniessen.

  • Katharina
    19. Mai 2011 at 12:39

    Super schöner Bericht und ein Buch voll von solchen Berichten ist ein schöne Idee 🙂

  • Horstson » Blog Archiv » Die Woche auf Horstson
    22. Mai 2011 at 10:03

    […] 5) Wie bringt man Chanel und Louis de Funès in einen Bericht unter? Peter hat es in seinem “Do you do you St.Tropez – Chanel’s Sommer Guerilla Store” geschafft 6) Jean Paul Gaultier macht unsere Welt schöner – selbst einer […]