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peterkempe

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Modeschätze – Isaac Mizrahi Summer 1992

Isaac Mizrahi war in den 90ern der größte Fashion-Darling von New York. Zusammen mit Donna Karan, Calvin Klein und Marc Jacobs für Perry Ellis bildeten seine Shows das absolute Highlight der New Yorker Fashion Week.

Amerika war Anfang der Neunziger ganz groß im Kommen und als ich im Herbst 1991 Isaac Mizrahi in seinem Atelier besuchte, es war noch vor dem Erscheinen des legendären Filmes „Unzipped“, in dem das Entstehen der „Nanouk der Eskimo“ Kollektion gezeigt wurde und die Inszenierung seiner Show mit den Supermodels Cindy Crawford, Linda Evangelista, Naomi und Karen Mulder, hatte er eine Überraschung für mich: Seine neue Kollektion für Frühjahr/Sommer 1992 – gezeichnet nach den Themen, die über den Laufsteg gehen sollten.

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Paris Fashion Week

Hermès Men Spring Summer 2013 – favourite Outfits

„Die Kunst die Schlichtheit bemerkenswert zu machen“ war eine der Grundmaximen von Coco Chanel und man meint, dass die Hermès Prêt-à-Porter Homme Stylistin, Véronique Nichanian, genau diesen Satz über ihrem Zeichentisch hängen hatte, als sie die Frühjahrskollektion ersann.
Völlig losgelöst davon, Erwartungshaltungen nach dem „Neuen“ zu befriedigen, konzentriert sie sich seit Jahren auf die Perfektionierung des Hermès-Stils und schafft dadurch Klassiker, die sich wandeln ohne sich zu verwandeln. Stoffe von höchster Qualität und Material, das in seinen Zusammensetzungen und der Verarbeitung bestechen, wechseln sich mit einer ruhig gehaltenen subtilen Farbgebung, die nur mit wenigen Akzentfarben, meist ein bis zwei pro Saison auskommen, ab.

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Peter’s Cuttings – Als Christian Louboutin laufen lernte


Bild: Christian Louboutin

Im Herbst 1991 war ich als junger Einkäufer für ein Münchner Modehaus auf der Suche nach neuen Talenten und Labels in Paris unterwegs. Christian Lacroix hatte mir von zwei Leuten erzählt, die ihm gefielen: Philippe Ferrandis, ein junger Schmuck-Macher und von einem Mann, der sich heute auf einem unvorstellbaren Zenith befindet und nicht nur in aller Munde ist, sondern an den Füssen von fast jeder Frau, die auf sich hält: Christian Louboutin.
Kaum vorstellbar, hatte er sich doch eben erst dazu durchgerungen, sich mit einer kleinen Schuh-Kollektion selbständig zu machen. Zwar hatte er schon Schuhe entworfen – dieser im zwölften Arrondissement geborene, waschechte Pariser Junge mit kambodschanischen Vorfahren, sogar für Chanel und Saint Laurent…
Die letzten Monate hatte er allerdings eigentlich gedacht, dass er etwas ganz anderes machen wollte – nämlich Landschafts- und Gartenbau zu studieren und nebenbei kleine Recherchen und Artikel für die französische Vogue zu schreiben.

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Modeschätze -Yves Saint Laurents Haute Couture Kampagne 1984

Ab heute möchten wir Euch bei Horstson in lockerer Reihenfolge Modeschätze aus unseren Archiven zeigen und das aus folgenden Überlegungen:
Alles was vor dem Zeitalter des Internets in der Mode passierte, wird, wenn es nicht aufbereitet wird, digital in Vergessenheit geraten oder ist zumindest wenn man recherchiert schwer zugänglich oder das Material spärlich.
Das ihr auf Horstson viele Hintergründe zu Mode, Kunst und vor allem dem Handwerk und der Haute Couture lesen könnt, verdankt ihr vor allem dem „Backhead“ unserer Archive.

Über 50.000 Dokumente, Bücher, Originale, Accessoires und Materialien warten darauf digitalisiert zu werden. Da wir bewusst auf bezahlte Werbung verzichten wird dieses peu à peu passieren – immer wenn Zeit ist.
Neben allen wichtigen Büchern der letzten 40 Jahre sind Pressemappen der Modehäuser genauso aufbewahrt wie Photos, Kataloge, umfangreiche lückenlose Dokumentationen zu den wichtigen Designern von Paris und Mailand, Zeichnungen und vieles mehr. Kleinere Sammlungen zu den Themen, Juwelen, dekorative Kunst, Parfüms, Kosmetik, Möbel und Interieur.
Soweit alles was sich auf Papier und in unzähligen Ordnern befindet, dazu kommen Accessoires wie Schmuck, Schals, Tücher, Flacons, Verpackungen und hunderte Stücke, die mit der aufregenden Geschichte der Mode der letzten sechzig Jahre zu tun haben. Horstson ist sicherlich einer der wenigen Blogs die auf so einen enormen Fundus jenseits von Wikipedia und Co. zugreifen kann.

Nun teilen wir von Horstson ja gerne und möchten nicht nur für Recherchen für unsere Artikel die wir in unserer Freizeit schreiben dieses nutzen, sondern euch auch besondere Kampagnen, Key Collections oder seltene, nicht veröffentliche Sachen gern in Zukunft zeigen, von denen wir hoffen das sie euch Freude bereiten und vielleicht auch überraschen.
Modeschätze die gehoben werden wollen und es nicht verdient haben, dass man sie vergisst und die vielleicht den ein oder anderen nicht nur erinnern, sondern auch inspirieren und die es verdienen, durch Digitalisierung weiterhin zugänglich zu sein oder erst zu werden.

Den Auftakt macht die Kampagne von Helmut Newton für Yves Saint Laurents Haute Couture Kollektion Winter 1984/85.
Newton lässt Saint Laurents Lieblings-Models vor der École des Beaux-Arts posieren, angereichert mit einem Loverboy in schwarzer Lederjacke. Die Frauen wirken wie Wesen aus einer anderen Welt, die Eleganz und Glamour versprühen. Saint Laurents Kollektion beinhaltete die später in vielen Ausstellungen gezeigten komplett bestickten Jacken, die nach Porzellan-, Gemmen- und barocken Schnupftabak-Dosen-Motiven bestickt waren.

Crêpe Kleider und Röcke aus Corisia-Stoffen in Sorbet-Farben, Satinkleider und Mäntel dominieren die Kollektion. Dazu opulenter Schmuck, inspiriert vom Orient und kleine Pillenboxen aus Satin oder „Ornaments de Tête“ aus Federn und farbigen Steinen. Typisch für die Zeit, dass die Kampagne, wie bei allen großen Modehäusern die in Vogue, Harper’s oder L’Officiel schalteten, ein Titelblatt hat, heute schon aus Kostengründen gar nicht mehr denkbar. Ebenso das für Couture Kollektionen acht- bis zehnseitige Kampagnen geschaltet werden.
Saint Laurent und Helmut Newton: heute beides unsterbliche Legenden, eine kongeniale Kombination – Ästhetik, die immer bleibt.

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André Leon Talley – „Es macht mir nichts aus, mich zum Narren zu machen“

„Die schwarze Eminenz“ – Karl Lagerfeld erinnert André Leon Talley an „russische Großfürsten des 18.Jahrhunderts“ und groß ist Talley tatsächlich: 201 Zentimeter, um genau zu sein. Er ist laut, sehr amerikanisch exaltiert und immer „think big“.
Sogar seine Faxe schreibt der Mann, der Diana Vreeland in ihren letzten Lebensjahren vorlas und im Fach „Chic“ ihr gelehrigster Schüler war, in Großbuchstaben.

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Peter’s Cuttings – Very Valentino


Valentino Garavani; Foto via Opening Ceremony

Der italienische Modeschöpfer Valentino war unbestritten einer der Meister seines Metiers. Jetzt haben wir ein Buch wiederentdeckt, das glänzend über ihn und seine differenzierte Mode Aufschluss gibt.
Geboren 1932 in Voghera, in der Provinz Pavia, drängte es den jungen Valentino Garavani schon früh in die internationale Welt. Nur dort, dass spürte er schon in jungen Jahren, konnte er seinen Kindheitsträumen von Allüre, Eleganz und Luxus näher kommen und ging nach Paris um Modeschöpfer zu werden. Zehn Jahre lang erlernte Valentino, wie er sich alsbald nur noch nannte, dass Handwerk der Mode bei der Chambre Syndicale de la Haute Couture, bei Jean Desses und schließlich bei Guy Laroche von der Pike auf.
Zugleich übte er sich – und das war mindestens ebenso wichtig – in der Lebensart jener Leute, für die er seine Mode entwarf.

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Technik Travel

Dinge, die wir immer vermissen werden – Die Concorde

Bild: gemeinfrei

Jedes Mal, wenn ich auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulles lande, kann ich es kaum erwarten, sie zu sehen: die Concorde. Dort steht noch eine dieser Luftfahrtlegenden, die man zweifelsohne als das eleganteste und zu ihrer Zeit avantgardistischste Fortbewegungsmittel der Welt bezeichnen kann.

„Concorde“ bedeutet Eintracht und genau dieser Name bezeichnete ein Projekt, das in den Sechziger Jahren in die Planungsphase ging und eine Gemeinschaftsentwicklung zwischen Frankreich und Großbritannien war – genauer gesagt zwischen der Air France und British Airways. Beide Fluggesellschaften waren zu der Zeit die elegantesten der Welt – die Stewardessen bei den Engländern wurden von Mary Quant, die Franzosen von Cristóbal Balenciaga uniformiert.
Man wollte die Aufgabe, die Schallgeschwindigkeit zu knacken, lösen und eine Maschine konstruieren, die in wenigen Stunden den Atlantik überquerte.

Die Concorde sprengte alle Maßstäbe, dabei war sie eigentlich eher klein, schlank und der Sitzkomfort eher eng. Aber das Drumherum war unbeschreiblich: Champagner, Sterne Menüs von Frankreichs Koch Legende Bocuse, Besteck von Christofle, Kristall von Baccarat, Porzellan von Limoges …

Jeder, der damit geflogen ist, schwärmt noch heute davon und hat seine eigenen Erinnerungen. Eine Freundin von mir war so begeistert von den exakt sitzenden Schnitten der Kleider der Stewardessen, dass sie sich bei der Ankunft in New York sofort zu einer Schneiderin begab und das Kleid kopieren ließ. Jemand anderes erzählte mir davon, dass zwei Sitzreihen nur für die Louis Vuitton Schrankkoffer des Diktators Jean-Claude Duvalier reserviert waren – seine Lebensmittel wurden von Fauchon aus Paris nach New York geflogen …

Von London und Paris ging es regelmäßig nach New York und zurück. Inneneinrichterin Muriel Brandolini nimmt seit der Einstellung der Concordeflüge keine Aufträge mehr in Europa an – die Flüge dauern ihr zu lange.

Für uns bleibt die Concorde, der Stolz von Air France und British Airways, leider nur eine Erinnerung: nach dem furchtbaren Unglück des Absturzes im Juli 2000 in Paris wurde dieses Wunderflugzeug 2003 endgültig aus dem Verkehr gezogen.
Wir werden nicht mehr miterleben, wenn man die Schallmauer, dass sogenannte „Mach 2“, durchbricht. Schade eigentlich, denn es war die luxuriöseste und glamouröseste Art zu reisen.

Vive la Concorde!

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Chanel’s Hitchcock Klassiker – der Traum des Peter Philips

Peter Philips ist seit ein paar Jahren der Creativ-Director der Chanel Kosmetik. Vorher schon bei vielen Produktionen aufgefallen, unter anderem mit der großartigen Grace Coddington, war sein Stil immer anders und besonders was die Looks betraf. Leise und doch mit Nachdruck hat er die Linien der Chanel Looks verändert und es geschafft, besonders die Saison-Looks zu absoluten Highlights werden zu lassen.

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September Issue – Classic Designer Portraits


Foto: Norman Jean Roy/ U.S. Vogue

Die September Ausgabe der amerikanischen Vogue ist legendär – nicht nur wegen des Umfanges und des Gewichtes des Heftes und ihres ständig neu zu vermeldenden Anzeigen-Rekords, sondern auch wegen der vielen wirklich im Gedächtnis gebliebenen Produktionen.
Tradition ist dabei eine Strecke mit Designer Portraits oder eingebetteten Atelier-Locations. So ist die Alice im Wunderland Strecke von Grace Coddington mit Christian Lacroix, Stephen Jones, Nicolas Ghesquière und Tom Ford genau so ein Klassiker geworden, wie die Produktion mit den Haute Couture Teams in den Pariser Modehäusern, auf denen die Directricen und alle Näherinnen rund um ein spektakuläres Modell arbeiten.

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Peter’s Cuttings – Chanel Coco Noir und das Geheimnis von Venedig

Ein Boot mit einer Trauergesellschaft fährt in Venedig am frühen Morgen im August 1929 zur Insel San Michele, der Toteninsel der Lagunenstadt.
Serge de Diaghilev, der größte Ballett Impresario in der Geschichte, ist gestorben. Was keiner ahnt: dieser bedeutende Mann könnte seine eigene Beerdigung nicht bezahlen, die Kasse des Balletts ist leer. Die Frau, die die Begleichung der Kosten schweigend übernimmt ist mit an Bord. Es ist Coco Chanel, erfolgreich und bereits die bedeutendste Couturière von Paris. Sie ist mit ihrer Freundin Misia Sert auf der Flying Cloud in die Stadt gekommen, in die sie Zeit ihres Lebens verliebt sein wird und immer wieder dorthin zurück kehrt… In die Stadt, die viele der Symbole hat, die auch Chanel bestimmen und beeinflussen.

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