Ein Tipp von mir gleich vorweg. Bei Museumsschlangen kommt es nicht auf die Länge an. Diese war nämlich an diesem Samstag, wie zu erwarten, noch immer
sehr lang und als kleine Abwechslung mal links an der Nationalgalerie entlang führend. Nochmal herkommen und wieder gehen erschien mir, nachdem ich es immerhin letztes Mal schon zu Schlange zwei geschafft hatte (die Ticketkasse) wirklich über- trieben. Also ließ ich es drauf ankommen. Meine Wartezeit setzte sich wie folgt zusammen: Erste Schlange zum Eingang: ca. 5 Minuten. Zweite Schlange Ticketcounter in der Nationalgalerie: 10 Minuten. Dritte Schlange Garderobe: 10 Minuten. Gesamtwartezeit also 25 Minuten. Im Rahmen des Erträglichen. Nachdem mich die Garderobiere darauf hinwies, dass man tatsächlich in der Ausstellung fotografieren darf, wurde die Kamera umgehängt und schon befand ich mich auf dem schmalen Grat zwischen Tourist und Kunststudent mit Hang zum Fashionblogging.
Jan Who
Sokos Album an sonnigen Frühlingstagen zu hören ist vielleicht nicht die beste Idee. Ansonsten sollte man allerdings ein Ohr riskieren und sich das Debut von Stephanie Sokolinski zu Gemüte führend. Und ans Gemüt geht es. Die 26-jährige in Bordeaux geborene und in einer polnischstämmigen Familie aufgewachsene Sängerin, machte im Jahr 2007 mit ihrem Song „I’ll kill her“ auf sich aufmerksam. Bereits damals ging es um eher unschöne Themen des Lebens wie in diesem Fall die neue, natürlich bekloppte, Freundin des Ex-Freundes.
In der neuen Ausgabe des „INTERVIEW“ – Magazins ist es also kein Wunder, wenn sie sagt, ihre Musik klinge so, als würde sie sich auf ihrer Gitarre ausheulen. Denn das tut sie. Über alles eigentlich. Gebrochenes Herz, die erste große Liebe, die niemals zu Ende geht („First love never die“) aber auch Drogen („For Marlon“). Das ist, trotz des zauberhaften französischen Akzents, über ein ganzes Album lang recht schwere Kost. Deshalb empfiehlt es sich an sonnigen Tagen vereinzelte Songs zu hören. Oder eben das komplette Album wenn es mal regnen sollte.
Auch hören:
„First love never die“
„I thought I was an Alien“
„For Marlon“
„I thought I was an Alien“ ist ab sofort erhältlich.
Ich habe neulich einer Freundin erklären müssen, wofür das kleine Fach innerhalb ihrer Tasche gedacht ist (Handy). „Achsooo, ich dachte das wäre für Zigaretten“. So oder ähnlich geht es ja vielleicht mal jedem, der sich mit der Fülle an Unterbringungsmöglichkeiten in modischen Aufbewahrungsbehältnissen namens Taschen konfrontiert sieht. Aber auch bei allerlei ausklappbaren und faltbaren Innenfächern diverser Portemonaies oder sonstigen Accessoires fragt man sich manchmal: Wozu zum Teufel ist das und wie benutze ich das?
Wenn man mit einer Band so ziemlich alles erreicht hat und brav das Best-Of Album auf dem Markt ist, dann kann man auch mal was anderes machen. Warum sollten es also Björn Dixgard und Gustaf Norén, auch als Frontmänner von Mando Diao bekannt, anders machen.
Also schminkten sich wie Skelette, organisierten ein paar Dj`s, peppten das Ganze mit ein bisschen Voodoo auf. Und was kommt raus? Ein ziemlich cooler neuer Sound mit altbekannten Stimmen. Neben der Debutsingle „Forgive/Forget“ bietet das Album guten und tanzbaren Alternativepop mit einem Schuss R&B („Sting of Battle“) aber auch etwas Funk&Soul („Violettas Rap“, „My sister rising“).
Tja das kommt davon wenn man die beste fiktive Musikkombo in 3D animiert in eine 2D Umgebung setzt und sie dann auch noch von einem der schrägsten Mitglieder einer HipHop Band featuren lässt. Was dann dabei rauskommt ist bunt, tanzbar und ein ganz klein wenig gestört. Nichtsdestotrotz muss an dieser Stelle mal gesagt werden, dass Converse es immer wieder hinbekommt Kooperationen oder Aktionen (man denke an die Nikolaus Initiative über die ich berichtete) zu starten, bei denen man fast vergisst, dass es um die Schuhe geht. Schaut euch das Video mal genau an und zählt die Chucks im Clip. Schätzungen werden in den Kommentaren entgegen genommen. Zu gewinnen gibt es nichts, außer ein geschultes Produktauge.
Was war ich Fan. Und ich muss gestehen nicht von der ersten Stunde an. „Zombie“ war nicht wirklich mein Song und „Everybody else is doing it, so why can’t we“ (puh) war mir lieber als „No need to argue“. „To the faithful departed“ machte mich endgültig zum Fan und so wurde ein Cranberries-Konzert auch mein allererstes Konzert überhaupt. 2002 war es dann mit einem (mäßigen) Best-of-Album vorbei mit der Band.
Es folgten Soloprojekte von Dolores O’ Riordan, die nicht unbedingt schlecht waren („Ordinary Day“), aber auch nicht wahnsinnig großartig. Dementsprechend aufgeregt war man (ich) nun auf das erste Studioalbum seit 10 Jahren. Die erste Single-Auskopplung „Tomorrow“ lies hoffen.
Und tatsächlich machen die Cranberries auf „Roses“ nichts wirklich Neues, aber eben das, was sie können. Wunderschöne schmachtende Balladen („Roses“), leichte Songs die man gut im Sommer im Cabrio hören kann („Fire&Soul“) und diese ganz spezielle Art von Songs mit diesen ganz speziellen Namen („Schizophrenic Playboy“), dessen bedrohlichen und dennoch hoffnungsvollen Tonfall nur die Cranberries dank der noch immer grandiosen O’Riordan hinbekommen. Fans wissen was ich meine. Die anderen lernen es noch.
„Roses“ ist bei Universal erschienen und ab heute im Handel und als Download erhältlich.
Wir erinnern uns gerne an die „Doppelgängerwoche“, die „Disneywoche“ oder die „Atomkraft nein Danke“ Periode auf Facebook. Momentan sind es die „memes“ die sich wie ein Lauffeuer über Facebook verbreiten. Auch ich für meinen Teil habe bereits Gebrauch davon gemacht.
Vor dem Richter x Gerhard Richter „Panorama“ in der neuen Nationalgalerie Berlin
Posted on 20. Februar 2012Geplant war ja eigentlich ein kleiner Text über den Besuch der Ausstellung. Stattdessen stand man (ich) sprichwörtlich vor dem Richter. Und das am Samstag gut eine Stunde lang. Gut, Gerichtsverhandlungen dauern normalerweise länger, finden aber auch in beheizten Verhandlungsräumen statt. Aber zurück zum Thema.
Gerhard Richter wurde am 9. Februar diesen Jahres 80 Jahre alt. Grund genug die Ausstellung „Panorama“ zu nennen. Gibt sie doch einen Überblick über sein Schaffen als einer der bedeutendsten deutschen Künstler unserer Zeit. Ich berichtete bereits über die „Unscharf nach Gerhard Richter“ – Ausstellung im Hubertus-Wald-Forum. Waren es damals nicht ausschließlich Arbeiten von ihm, sondern eher Werke, die sich als Inspiration seiner Technik bedienten (Fotografien auf Leinwände zu vergrößern und mit Ölfarbe zu verändern bzw. zu verschleiern), widmet sich die nun eröffnete Ausstellung in Berlin seinem kompletten Oeuvre. Die rund 140 Exponate, die neben Bildern auch Skulpturen beinhalten, sind noch bis zum 13.5. in der Neuen Nationalgalerie zu besichtigen.
Morgens schon in jecker Stimmung freute sie sich auf die bevorstehende Karnevalsfeier mit ihren Kolleginnen und ihrem neuen Chef, für den die erste betriebsinterne Karnevalsfeier auch eine kleine Feuerprobe im Umgang mit den Angestellten sein würde. Die Kostümfrage hatte sie letztendlich doch ganz gut gelöst. Nachdem „Sexy Sorceress“ und „Lovely Jeannie“ ihr in Größe XL von einer in ihren Augen natürlich viel beleibteren Konkurrentin im Ansturm auf die letzten Kostüme weggeschnappt wurde, beschloss sie es nicht auf Experimente ankommen zu lassen und schnappte sich das letzte Pocachontas-Kostüm in L. Anders als bei klassischen Kleidungsstücken von Indianerstämmen zu erwarten, saß die beigefarbene Hotpants mit seitlicher Schnürung etwas enger als gedacht. Das war auch der Grund ihr Freund es gar nicht erst zu Gesicht bekam. Er ging weiter davon aus, dass Pocachontas in einem klassisch beigen und weitgeschnittenem Kleid mit Fransen zum Karneval geht.
So schloss sich die Stammestochter ihren Kolleginnen, bestehend aus einer Krankenschwester, Catwoman, oder zumindest der Garfieldversion davon, und einem Teletubbie an und fand sich knapp eine halbe Stunde später um ca. 20 Uhr in einem eigens gemieteten Veranstaltungsraum mit dem modischsten PVC Bodenpatchwork der 90er Jahre wieder. Nachdem nicht lange gefackelt wurde und sie das erste Kölsch bereits nach dem Eintreten in der Hand hielt, merkte sie, dass sie zwar lediglich eine Stunde später als auf der Einladung ankam, die Kollegen es heute jedoch ausnahmsweise alle geschlossen hinbekommen hatten pünktlich zu einem festen Zeitpunkt zu erscheinen. Vielleicht sollte man im Büro einfach auch mal Kölsch am Eingang servieren, oder vielleicht einen Kölschspender anschaffen, dann wäre das mit der Pünktlichkeit nicht mehr so ein Thema. Der DJ betrat über eine knarzende Holztreppe sein kleines Pult. Ob David Guetta auch mal in sowas angefangen hat`? …
… Freunde, guter Punkt. Die hatten sich blöderweise auf die letzten zwei freien erträglichen Plätze gesetzt. Erträglich hieß in diesem Fall neben die Putzfrau, die erstens kein Deutsch sprach und zweitens eh auf ihrem Putzlappen fast eingeschlafen war. Sie wusste nicht so recht, ob sie heute arbeitete oder mitfeierte. Das Outfit jedenfalls war gar nicht schlecht. Anders als den Platz den sie nun gezwungenermaßen wählen musste. Neben ihrem neuen Chef. Der grinste erwartungsvoll (oder betrunken) in ihre Richtung. Also nahm sie Platz und wurde mit einem „hhhaallooo schööne frauuuu“ begrüßt. Anscheinend war auch der Chef der Pünktlichste heute Abend gewesen. Sie nahm einen großen Schluck aus dem Kölschglas (was damit auch wieder leer war) und fragte: „Na? Wie geht es Ihnen denn so? Haben sie ihre Frau nicht mitgebracht?“. Wenn es eine falsche Frage an Karnevalsfragen gibt, dann diese. Sie hörte nur noch: „ Ach hören sie mir auf …“, dann schaltete sie ab und lauschte der Musik, während sie ab und an mal nickte und lächelte.
Rechts neben ihr wippte der fröhliche Hausmeister in seinem Popey-Kostüm so wild hin und her, dass ihr gerade frisch gebrachtes Kölsch schon wieder leer war, ihr dafür aber einen schönen Bierfleck mitten im Schritt zauberte. Catwoman war mittlerweile damit beschäftigt mit Shrek (dem neuen Azubi) rumzuknutschen und sie musste sich unweigerlich vorstellen was das in einer anderen Welt für seltsame Kinder ergeben würde. Wie sie da noch so gedankenverloren rumsaß, schien ihr Chef am Ende seiner Leidensgeschichte angekommen zu sein und sie hörte nur noch: „… und jetzt zeige ich ihnen mal, was meiner Frau so alles entgeht “, bevor er vor ihr auf den relativ instabilen Holzstisch kletterte und wohlgemerkt als Pastor verkleidet eine Mischung aus spastischen Bewegungen, verzerrten Tönen und mehreren CanCan versuchen hinlegte, sodass sie sehen konnte, dass auch Männer in Führungspositionen der Garfieldunterwäsche unterlegen sind. Dabei sang er lautstark mit:
Warum musste sie sich auch als Pocachontas verkleiden… Ihre Teletubbiefreundin hatte sich auf Grund übermäßigen Tanzens leider schon durch ihr Kopffenster im Kostüm auf das Shirt ihres Sitznachbarn übergeben, was aber nicht weiter auffiel, das seine Hippieverkleidung genug Batikfläche bietete. Und während sie da so saß, einen tanzenden Chef mit fliegender Kutte vor sich und links und rechts im Raum eine kotzende und eine küssende Freundin, kam eine SMS von ihrem Freund: „Hallo Schatz, habe die Verpackung deines Kostüms im Müll gefunden. Ganz schön heiß. Würde dich heute Abend gern vernaschen“.
Die Musik dröhnte …
Der Fernseher lief auf lautlos, als ich Emelie Sandé das erste Mal sah. Erster Gedanke: Eine schwarze Robyn. Rasierte Kopfseiten und hochgestellte blondierte Haare. Ton zu spät eingeschaltet, Beitrag zu Ende. Heute also gleich mal gesucht und angehört. Und Überraschung: Musikalisch nix Robyn und auch nicht, wie zweite Vermutung, Hip Hop. Das Debut „Heaven“ erinnert vom Rhythmus her ein bißchen an ein schnelleres „Unfinished Sympathy“ von Massive Attack mit einer beyonceesken Stimme. Ihr richtiger Name „Adele Emeli Sandé“ lässt ohnehin schon auf ein großartiges Stimmenvolumen schließen, wenn auch nicht von Beyonce. Die schottische Sängerin und Songwriterin veröffenlichte „Heaven“ in UK bereits im August. In Deutschland bisher noch eher unbekannt hoffen wir mal dass sie, unter anderem auch hierüber ein bißchen mehr Aufmerksamkeit erlangt. Mit Ivy Quainoo haben wir ja seit Freitag schon eine musikalische Bereicherung 2012. Eine zweite kann zwischen dem ganzen anderen Mist der uns dieses Jahr ereilen wird, sicher nicht schaden.
Emeli Sandés Debut: „Our Version of Events“ erscheint bei uns am 9. März. Die EP- „Heaven“, sowie die Singles „Next to me“ und „Daddy“ sind (inkl. Remixe) bei ITunes erhältlich.



