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Aufgesetzt, getestet … Pinqponq

Ein schöner Rücken kann entzücken – Den Spruch kenne ich gut, bislang war ich jedoch selten selbst betroffen und gehöre mit meiner Hinteransicht wohl eher zur Fraktion „nicht weiter auffallend“. Von Entzücken keine Spur, eher dezenter Durchschnitt. Immer wieder habe ich deshalb nach passenden Gimmicks in Form von Rucksack und Co. Ausschau gehalten. Habe für Tests Modelle rauf und runter getragen. Bin Empfehlungen gefolgt und habe im Vierteljahrestakt Favoriten gesucht. Irgendwann fand ich mich dann in der Masse wieder, Einheitsbrei und Campus-Jedermann-Trägt-Retro, hello.
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Damit soll jetzt Schluss sein: Seit ein paar Wochen führe ich ein Modell von pinqponq spazieren, ein wirklich toller Begleiter. Weder schlicht, noch retromäßig verschwindend in Menschentrauben. Dafür verflixt clever gelöst, Design und Funktionalität werden dicke groß geschrieben: Die Aufteilung der Fächer ist super, die hochwertigen Materialkombinationen außergewöhnlich, und bei den Mustern heißt es gleichermaßen „auffallend, originell mitsamt optischem Bezug zu Sportswear“. Das allerbeste überhaupt? pinqpong ist (noch nicht) omnipräsent vertreten und Exempel einer erzählenswerten Unternehmensgeschichte. Ich fang am besten ganz von vorne an und erkläre kurz, woher mein neuer Freund, vielmehr Compagnon stammt:
pinqponq ist ein aufstrebendes Rucksack- und Accessoireslabel mit Sitz in Köln, das mit Weitsicht, einem tollen Team und intelligenten Produkten auftrumpft. Intelligente Produkte? Ich nenne es ganz bewusst so, denn wer Funktion, Style und Nachhaltigkeit spielerisch miteinander wirken lässt, ohne in Outdoor-Fallen à la altbacken zu tappen, kann meiner Meinung nur scharfsinnig oder eben intelligent agieren. Schön und praktisch lassen sich zur Beschreibung des „Cubik Large“ treffsicher in einem Atemzug nennen, seid ihr d’accord?
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Beim ersten Tragetest war ich etwas unsicher und beäugte den hellgrauen Melange-Stoff mit kritischem Auge. Dann habe ich dank eingehendem Fühltest sämtliche Materialen ertastet, weniger elegant und dennoch ehrlicher ausgedrückt: jedes Detail bepatscht und geprüft. Habe dabei das Kabelfach unter dem festen Boden entdeckt (spätestens hier fühlte ich mich erhört, weil ich sonst Aufladekabel-Chaos in diversen Rucksackmodellen ertragen muss), das gepolsterte Rückenteil inspiziert und selbst die Mesh-Außentaschen für absolut passend befunden. Natürlich habe ich auch das Informationsschildchen studiert und herausgefunden, dass der Melange-Stoff zu 100 Prozent aus recycelten PET-Flaschen besteht – das nenne ich mal modern und zukunftsweisend!
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Im Innenbereich des Rucksacks überzeugen eine durchdachte Platzverteilung und der Einsatz von Detailelementen: Laptop- und Tabletfach, Hauptfach, Stifthalter und Schlüsselring. Gerade letzterer ist mir ähnlich positiv aufgefallen wie das praktische Kabelfach an der Unterseite vom „Cubik Large“. Ich packe meinen Unikram hinein, Wechselsneaker, Sportshirt und noch immer ist Platz für zusätzlichen Ballast. Eine große Wasserflasche, eine Teekanne und selbst die platzraubende Kamera können mitkommen, ohne gequetscht zu werden. Mein erster Ausflug führt mich in die HafenCity, das Bachelorzeugnis will ausgelöst werden.

Ausgestattet in dunkelblauer Gemütlich-Uniform, husche ich über den Bahnsteig und ernte erstes Feedback: „Na, der ist ja mal richtig schön“. Prompt folgt ein „Wo gibbet den so innen tollen Täsch?“ und ehe ich mich erklären kann, folgt die nächste Nachfrage. Ich gebe brav Auskunft, stelle mitunter meine Englischkenntnisse unter Beweis und kann selbst dem Teenager mit dem „Täsch“-Slang erklären, dass die ikonischen Punkte auf der Vorderseite zum Label pinqponq gehören. Erst zuhause lese ich mich in die Firmenphilosophie ein und picke passende Statements von der Website heraus. Just in case, damit ich nächstes Mal bei Interesse am Rucksack besser reagieren kann:

„pinqponq steht für die perfekte Kombination aus Style und Funktion. Wir unterstützen jede Art von Kreativität und bieten dafür die passenden Tools an. Dabei setzen wir Fashion-Statements, die sich an Understatement orientieren. Unsere Inspiration beziehen wir aus zeitgenössischer Kunst, Musik, Gesprächen und dem täglichen Leben. Wir sind neugierig auf die Zukunft – aber kopieren nichts und niemanden. Wir schätzen smarte Lösungen, die gut aussehen und gut funktionieren. Unser Ziel: viele Ideen zu entwickeln, damit du alles perfekt verstauen kannst – von der Kamera bis zur Haarbürste.“
Funktionalität, Mode und Nachhaltigkeit: Gerade in der heutigen Zeit – brennende Fabriken und ein unzureichendes Bewusstsein für gerechte Arbeitsbedingungen leider inklusive – zaubern mir folgende Zeilen ein Lächeln ins Gesicht: pinqponq ist fair gegenüber den Menschen, gerade und auch gegenüber denjenigen, die für das Rucksacklabel arbeiten. So werden im Produktionsland Vietnam sichere Arbeitsbedingungen ermöglicht und eine enge bis freundschaftliche Beziehung zu den jeweiligen Partnern/ lokalen Zulieferern gepflegt. Ebenso erwähnenswert und vorbildlich ist die Systempartnerschaft mit bluesign®.
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Vor geraumer Zeit hatte ich über die Ansätze des Systems gelesen und diese für äußerst zukunftsweisend befunden. So schließt es bzw. die teilnehmenden Unternehmen und Labels aus, dass umweltbelastende Substanzen im Fertigungsprozess genutzt werden. Es werden Richtlinien festgelegt und deren Einhaltung für eine umweltfreundliche und sichere Produktion kontrolliert – der Einsatz von giftiger Chemie liegt somit der Lieferkette von pinqponq komplett fern! Bevor ich an dieser Stelle jedoch zu sehr den erhobenen Zeigefinger spielen lasse (auch ich habe vereinzelt Klamotten von Highstreet-Ketten im Schrank hängen und kann mich insofern nicht vom bitteren Beigeschmack frei machen), belasse ich es bei einer Berichterstattung über diesen lobenswerten Umgang und rufe nur am Rande die Textilbranchen-Schieflage in unser Bewusstsein.
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Schließlich kann man sich auch schrittweise, wenn man sich denn mit dem Thema auseinandersetzt, informieren und beim Einkauf auf das Herkunftsland samt vorherrschende Arbeitsbedingungen achten. Bei pinqponq geht man auf jeden Fall einen sehr, sehr guten Weg in die richtige Richtung. Bevor ich diesen Artikel mit einem „Daumen hoch“ beende, komme ich noch kurz auf die Creative Labs des Labels zu sprechen: Sie sind laut Pressematerial die „Spielplätze für die Produkte der Zukunft“, es wird mit Designs und Materialien experimentiert und heraus kommen die einzigartigen Limited Editions aus dem Hause pinqponq.

Vor ein paar Wochen wurde die Changeant Limited Edition gelauncht, eine Symbiose verschiedener Farben und Stoffe. Changeant wird dem ein oder anderen unter uns garantiert ein Begriff sein, schließlich wird es für Abendgarderoben und Wohntextilien verwendet. Der schimmernde Stoff nimmt das Licht auf und reflektiert es in der jeweiligen Tagesstimmung, im wahrsten Sinne und wortwörtlich changierend! Subito habe ich mich nun in das nächste Modell verliebt und liebäugele mit einem „Crocodile Green“-Compagnon für meinen „Blended Grey“-Cubik-Rucksack.

Anbei ein paar Aufnahmen meinerseits und Detail-Inspirationen aus dem Hause pinqponq. Wie gefällt euch der Rucksack bzw. das Label? Ich freue mich über euer Feedback und wünsche bis dahin eine gute Zeit!

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  • HappyFace313
    28. Oktober 2016 at 23:07

    🙂 Das ist ja mal ein ungewöhnlicher Rucksack. Form gut, Farbe gewöhnungsbedürftig.
    Aber dürften wir das gute Stück auch mal von innen sehen?
    Liebe Grüße nach Hamburg 🙂

  • PeterKempe
    29. Oktober 2016 at 09:18

    Toll ,weil der so japanisch wirkt !

  • Julian
    30. Oktober 2016 at 00:33

    @happyface:

    habe gerade mal recherchiert, auf Instagram (@pinqponq) gibt’s massig Bilder von dem Innenleben des Rucksacks – ein Blick darauf lohnt!

    LG und einen schönen Abend,

    Julian