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Alexander Wang x H&M

Alexander-Wang-Credit-Steven-Klein
Alexander Wang; Bild: Steven Klein

Denke ich an vergangene H&M Designer-Kooperationen, fallen mir in chronologischer Reihenfolge die Dopamin-geschwängerten Beiträge auf Modeblogs, die langen Schlangen vor den H&M-Stores und die horrenden Preise bei eBay, zu denen die Kollektion zum Sofortkauf angeboten wird, ein. Was mir nicht einfallen will, sind Begegnungen von Menschen, die sich ein paar Stücke aus den H&M Designer-Kooperationen regulär gekauft und auch getragen haben. Klar sieht man ab und zu ein Stück, welches die Wäsche trotz eher durchschnittlicher Qualität überstanden hat, aber – sind wir doch mal ehrlich – der große Bringer war da nie mit dabei …

Dass wir alle ganz aus dem Häuschen sind und einige Menschen vor lauter Schnappatmung vermutlich schon jetzt ganz unruhig schlafen, liegt daran, dass wir auf die Marketingstrategien eines Konzerns reinfallen, durch die wir auch dieses Mal punktuell mit Infos über „die“ Kooperation des Jahres versorgt werden und die Begehrlichkeit peu à peu gesteigert wird. Tiefpunkt der globalen Marketingkampagne wird dann wieder Anna Dello Russo sein, die ein paar Tage vor dem offiziellen Launch irgendwo mit einem Teil aus der Kollektion abgelichtet wird.
Am 06.November kommt dann die H&M Designer-Kooperationen in die H&M-Stores und was dann passiert, beschreibe ich gerne als Orgasmus des Kapitalismus: Die Textilwirtschaft berichtet quasi live vom Krisengebiet und selbst ehrwürdige Magazine vergessen den Pressekodex und jegliche professionelle Distanz und tun (schon jetzt) so, als sei der Heiland auferstanden. Instagram wird wieder mit Bildchen aus den Umkleidekabinen verstopft sein, bis dann eine Woche später die große Ernüchterung eintritt und man doch lieber wieder die „richtige“ Tasche des Designers aus dem Schrank kramt, da man eben der günstigen Variante die billige Qualität und die Herkunft ansieht.

Dieses Jahr ist Alexander Wang der Partner der H&Ms Designer-Kooperation. Die Kollektion Alexander Wang x H&M wird Mode und Accessoires für Frauen und Männer umfassen: „Ich fühle mich geehrt, ein Teil von H&Ms Designer-Kooperationen zu sein“, sagt Alexander Wang. „Die Arbeit mit dem H&M-Team ist ein aufregender Prozess, der mit viel Spaß verbunden ist. Man ist dort sehr aufgeschlossen dafür, Grenzen zu verschieben und eine Plattform für Kreativität zu schaffen. Dies wird eine großartige Möglichkeit für ein breiteres Publikum sein, Elemente von Alexander Wangs Marke und Lifestyle zu erleben.“

Ich bin auf Eure Meinung zum Thema gespannt …

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  • Claudia Grande
    13. April 2014 at 12:44

    Mein erster Gedanke war: Sweatshop zu Sweatshop. Der zweite dieses Video, wo Wang vor einiger Zeit kostenlose Klamotten rausgegeben und quasi in 1 Minute ein Krisengebiet kreiert hatte. Abschließender Gedanke: Wang macht meist ganz schöne Klamotten, aber die Umstände sind nicht mein Fall.

  • monsieur_didier
    13. April 2014 at 13:23

    …über H&M ist eigentlich alles entscheidende schon gesagt und geschrieben worden, denke ich…

    zu dieser „Kooperation“: …irgendwie hat die Hysterie sich auch ziemlich gelegt, seit Herr Lagerfeld die erste H&M – Kollektion kreierte…
    ich habe ein paar Mal Teile daraus in der Hand gehalten und war ein wenig irritiert ob der Materialqualitäten und Verarbeitung…
    und zwar nicht, weil sie mich überraschte, da kann man für den Preis wahrlich nichts anderes erwarten, aber was mich sehr stark erstaunte, das war die Hysterie, die diese Teile auslösten…

    aber man darf einfach marketinggesteuerte Hysterie nicht mit wahrer Begeisterung verwechseln…

    …ich sah ein paarmal Teile der Versace-Kooperation im Straßenbild und dachte immer direkt:“…wie billig das ausieht…“

    …was bleibt ist einfach eine geschickte Marketingmasche…
    nicht direkt als Personen- und Markenwerbung erkennbar…

    …bei der von Herrn Wang so gepriesenen Zusammenarbeit und den schöpferischen Designweg muss ich immer an die Arbeit von Karl Lagerfeld und der von ihm dazugegebenen Innovation denken, die in dem Buch von Arnaud Maillard beschrieben wird 😀

  • monsieur_didier
    13. April 2014 at 13:25

    @ Herr Horst: …superköstlich geschrieben 😀

  • Die Woche auf Horstson | Horstson
    13. April 2014 at 14:15

    […] wir den Schreck in der Morgenstunde hoffentlich alle gut überstanden haben, kommen wir zu den wichtigen News der Woche: den […]

  • beat
    13. April 2014 at 15:50

    H&M war für mich nie eine Modeadresse. Da gibt es wahrlich bessere Anlaufstellen.

  • PeterKempe
    13. April 2014 at 17:05

    Wuerde mich super freuen, wenn Herr Wang lieber mal bei Balenciaga nen bisschen mehr Energie rein stecken würde …

  • fashion foxxi
    13. April 2014 at 21:00

    Wenn das Haupthaar schwindet, die Bäckchen und die Mundwinkel der Schwerkraft nachgeben, die Waage
    fies zu einem wird und das Geburtsdatum im Ausweis
    in weite Ferne rückt, dann muss man sich ein Feindbild
    suchen: H&M, und deren Versprechen, die man selbst,
    ach weh, nie mehr erreichen wird…

    🙂

  • Horst
    13. April 2014 at 21:13

    @Monsieur danke für den Buchtipp. Ich hab Arnaud Maillards Werk über Lagerfeld nie gelesen… Lohnt es?

  • monsieur_didier
    13. April 2014 at 21:49

    @ Horst: …hm, lohnen? es ist ein wenig reißerisch geschrieben und im Endeffekt viel Luft…
    aber ein paar Details sind ziemlich interessant…
    z.B. wie die Arbeit mit H&M war…
    wenn Du es Dir irgendwo ausleihen kannst, dann ist das okay 😉

  • Horst
    13. April 2014 at 21:58

    @Monsieur als großer Fan der Regenbogenpresse klingt reißerisch eigentlich ganz verlockend 😉 Wenn also jemand das Buch sein Eigen nennt und es mir leihen möchte … 😆

  • Siegmar
    14. April 2014 at 11:32

    Fashion foxxi
    ich verstehe nicht ganz was du damit sagen willst? Geht es darum das H&M Mode nur für junge Menschen macht und welche Verspechen macht H&M? Es gibt hier kein Feindbild H&M, das was es gibt ist, das die Kollektionen von namhaften Designer in Kooperation mit H&M auf Wertigkeit und Idee kommentiert werden.

  • Markus Brunner
    14. April 2014 at 12:56

    die Kooperationen von Lagerfeld und allen anderen unterscheiden sich m. E. darin, dass er die ganze Sache ironisch angegangen ist, T-Shirts mit Lagerfeld konterfei sind lustig und da ist die Qualität sekundär, eine preisgünstige chanel Interpretation wäre sowieso gescheitert, weil das nicht in günstig umsetzbar ist, alle anderen machen verkrampft „ihren“ look und versuchen diesen massentauglich herzustellen, was bei der target Preislage nur scheitern kann

  • Daisydora
    14. April 2014 at 15:12

    @fashion foxxi

    Sehr lustig 🙂 Das tolle ist, H&M ist sowieso für die Hipsters, die ich salopp als frühzeitig gealterte Modeverweigerer bezeichnen würde. Also die Sorte smart shoppender Mitbürger, die gerne alle gleich aussehen und dann auch noch wie Oma und Opa … 🙂

  • Daisydora
    14. April 2014 at 15:23

    Das Foto von Steven Klein ist gut, wie die Kollektion gelingt, wird man sehen … aber der H&M Turbo stolpert im Moment etwas … die Werbung wirkt irgendwie billig (ich finde Miranda kerr grausam darin) im Vergleich zu früher und nicht mal die großartige Amber Valetta sieht in dem Zeugs richtig gut aus ….

  • Alexander Wang Fall-Winter 2014 Look Book | Horstson
    22. April 2014 at 09:36

    […] den Kreationen des Amerikaners noch nie richtig Zugang gefunden habe – von der bevorstehenden Kooperation von Wang mit der schwedischen Bekleidungskette “H&M” wollen wir jetzt gar nicht erst reden … Bilder: Alexander […]