Foto: Courtesy of IPA Agency
Nun sind wir eigentlich kein Peoplemagazin gescheige denn Klatsch- und Tratschblog, dennoch ist uns dieser Tage etwas aufgefallen: Im Profitennis werden heute nicht mehr nur Vorhände, Aufschläge und Nervenstärke beobachtet, sondern offenbar auch Henkel, Hardware und Canvas-Strukturen. Beim Turnier in Rom erschien Jannik Sinner mit einer großen schwarzen Reisetasche des Modehauses Gucci auf dem Gelände des Foro Italico, personalisiert bis zum eigenen Logo. Wenige Tage zuvor trug Aryna Sabalenka eine sandfarbene Handtasche mit goldfarbenen Details an den Court. Das kann kein Zufall sein, dass das eigentliche Match damit praktisch schon vor dem ersten Ballwechsel begonnen hat. Oder?
Tennis entwickelt sich zunehmend zur vielleicht letzten gesellschaftlich akzeptierten Mischung aus Hochleistungssport und Laufsteg. Während Fußballprofis ihre Sponsoren meist auf Trainingsjacken spazieren tragen, inszeniert sich die Tenniswelt zwischen Players Lounge und Pressekonferenz inzwischen wie eine internationale Modewoche mit Rückhand.
Dass Luxuslabels dabei gerne mitspielen, überrascht kaum. Kaum ein Sport liefert elegantere Bilder: weiß gekleidete Zuschauer, historische Anlagen, kontrollierte Bewegungen, Nahaufnahmen in Zeitlupe. Selbst das Schwitzen wirkt im Tennis häufig kuratiert.
Interessant ist dabei weniger die Marke selbst als die Selbstverständlichkeit, mit der Accessoires inzwischen Teil der Sporterzählung geworden sind. Früher interessierte vor einem Match vor allem die Frage nach dem Schlägerbelag oder der Oberschenkelverletzung. Heute offenbar auch die Größe des Weekenders.

Aryna Sabalencka; Foto: Courtesy of Getty Images
Rom zeigte jedenfalls einmal mehr: Im modernen Profitennis reist niemand einfach nur mit Gepäck an. Es ist stets auch eine kleine Pressemitteilung mit Tragegriffen.

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