Das Leben eines Bloggers kann sich nicht jeden Tag nur um Tom & Terry drehen. Nachdem mein Schreiberkollege Jan seinen Bericht zu Bottega Veneta und Costume National mit der Headline “Alles außer Armani“ überschrieb, war mir klar, dass ich die Ehre haben würde, ein paar Worte zur edlen und jüngeren Zweitlinie von Giorgio Armani zu verlieren. Nun gut, mache ich gerne! Was mir beim Durchschauen der Fotos sofort aufgefallen ist: Bei Emporio Armani gibt es Männermode auch noch für solche Männer, die keine muskellosen Bleistiftbeinchen haben und regelmäßig Sport machen. Weit und breit keine Androiden zu sehen. Die Schau wurde durchwegs von gesund und vital aussehenden Männern ohne Fusselhaare mit Topfschnitt, deren Schultern breiter als die Hüften waren, gelaufen. Damit ist sie für Daisy schon eine der besten Schauen in Mailand.
Januar 2011
Wenn ich ehrlich bin: Langsam werde ich sehr auf die Mugler Kollektion von Nicola Formichetti gespannt. Woran das liegt? Natürlich an den Previews, die sehr vielversprechend aussahen aber auch an dem Model Rick Genest, der ja auch als ‚Zombie Boy‘ in der Tattoo-Szene eine Namen hat.
Das VMAN Magazine hat nun zwei Bilder veröffentlicht, bei denen Rick Genest von Formichetti fotografiert wurde. Er trägt – klar – Teile der neuen Kollektion von Mugler, die eigentlich erst jetzt in Paris bei der Fashion Week seine Premiere feiert.
Formichetti über seine Arbeit bei Mugler: „I feel like a curator than a designer… It’s all about different characters and collaborations. I want to say something that has the past and the future, but what is really important to me is the present.”
Nach dem Klick geht es zu einer Preview des VMAN Magazine (issue #21): The Thrill of the Game Issue, die im Februar erscheint
Ach guck doch – man kann also aus der Herbst/Winterkollektion 2010/2011 durch einen Zweitaufguss die Herbst/Winterkollektion 2011/2012 kreieren. Zumindest wirken die Farbübergänge bei Neil Barrett so: Entweder – wie bei den Jackets – klare Abgrenzung von schwarz zu grau oder ein Farbverlauf wie bei einigen Shirts, und wie man sie jetzt schon bei H&M in der Trendabteilung als Hemd kaufen kann.
Und sonst? Hosen entweder weit mit Farbeinsätzen an den Seiten, die etwas an Hosen erinnern, wie sie junge Raver tragen oder Neopren/Leder-Hosen, für die ich erstmal 20 Kilo abnehmen müsste, um nicht wie ein dicker Taucher auszusehen. Nun gut – ich bin nicht der Maßstab aller Dinge und mit den Pullovern stimmt mich Neil Barrett dann auch wieder versöhnlich: Kann ich auch nicht tragen – aber sie sehen so aus, als ob es sich dieses Jahr lohnen würde, den Neujahrvorsatz der Diät umzusetzen
Um ein wenig Milan Fashion Week Feeling ins heimische Büro oder Wohnzimmer zu holen, jetzt bitte oben auf Play klicken und schon läuft die Musik zur Etro-Schau. Und das ist jetzt leider auch kein Witz und ich finde es wirklich schade, dass man das Runway-Video noch nicht online sehen kann, denn die Choreographie hatte es in sich: Auf Kommando mussten die Models kurz vor den Fotografen lachen. Und da kamen dann so tolle Gesichtsausdrücke wie oben bei raus. Und dazu der Kommissar von Falco – dazu lässt es auch besonders gut marschieren!
Überhaupt lassen die Choreographien in den letzten Jahren bei den Modeschauen nach: Früher wurde noch richtig getanzt und das Publikum applaudierte zwischendurch (sowas gibts vielleicht aber noch in Berlin). Ein besonders schönes Video, einer Modenschau, die wirklich alles vereint (dramatische Ansage zum Anfang, Schauspielerei, Tanz, Applaus, tolle Posen, unvergleichliche Mode) gibt es nach dem Klick. Thats Fashion!
Und bevor ich es vergesse: Die Kollektion von Etro war wirklich keine Rede wert, ausser man hat einen Hang zu Fell-Schuhen und Trachtenromantik.
Im Zuge der Milan Fashion Week 2011/2012, die übrigens heute endet, wurde auch die Jimmy Choo Men Kollektion präsentiert. Und ich muss zugeben, dass ich den größeren Teil der Schuhe nicht tragen würde. Ich war auch kein großer Fan von der Jimmy Choo Kollektion für H&M, wo erstmals Herrenschuhe präsentiert wurden. Das liegt vermutlich zu meinem Faible für Sneaker in so ziemlich allen Formen und Farben. Und klar, die Schuhe oben sind durchaus für den Businesslook geeignet, macht sie aber für mich nicht schöner. Aber – es gibt ein paar Sneaker, die ziemlich gut aussehen und ein Schuh, den Austin Powers bestimmt lieben würde.
Zu einer kleinen Auswahl der Herrenkollektion von Jimmy Choo geht es nach dem Klick
Mich würde interessieren, welche Musik zu Alexander McQueen Mens Fall/Winter 2011 Schau lief? Marschmusik? Die Kollektion aus der Feder von Sarah Burton für Alexander McQueen wirkt zum größeren Teil entweder von Napoleon Bonaparte oder vom 1. und 2.Weltkrieg inspiriert, zumindest tauchen Elemente daraus auf. Die zackigen Frisuren unterstreichen das Gesamtbild und für den ganz dramatischen Augenblick und für die Gänsehaut hat vermutlich der Umhang oben links gesorgt.
Mein Ding ist das genauso wenig wie die gnadenlos hochgeschnittenen Hosen, die vermutlich weit über dem Bauchnabel enden. Vielleicht mögen es ja die Herren, die sich als Kind zum Fasching als Graf Zahl verkleidet haben – oder liege ich komplett falsch und die Kollektion ist der Hammer? Was denkst du dazu?
Zu den Laufstegbildern geht es nach dem Klick
Wellcome To Balmoral Castle Mr. Browne – Moncler Gamme Bleue FW11/12
Posted on 18. Januar 2011Im Jubeljahr der Windsors wollen es scheinbar auch einige Labels so richtig krachen lassen. Wenn man die Kollektion von Moncler Gamme Bleue so sieht, dann erwartet deren Designer Thom Browne erstens in diesen Tagen die Einladung von Prinz William und Kate Middleton und eine große Nachfrage nach den stets jagd- und reittauglichen Lieblingslooks der Windsors und ihrer Gäste aus aller Welt…… Wer erst gar nicht eingeladen ist zur Hochzeit des Jahres, dem bleibt immer noch ein spontaner Besuch beim verarmten Landadel, den man ohnehin in seiner Verwandtschaft haben sollte, weil die Leute so schön im Grünen Brandenburgs oder Mecklenburg-Vorpommerns auf ihren im Vergleich zu einer auch noch überteuerten Zweizimmerwohnung in Hamburg, bei Horst und Blomquist um die Ecke, äußerst weitläufigen Landsitzen, immerhin mietfrei wohnen. Ach ist das herrlich zu bestaunen!


Daisy hat ja ein sehr gestörtes Verhältnis zu Trachten, zu Reituniformen und Mode für die Jagd in Wald und Flur. Ganz ehrlich – diese Klamotten machen meistens älter und dicker, sind nie in Tintenblau, Blaugrau, Himbeerrot oder einem eleganten Petrol oder Schwarz zu bekommen und man sieht darin an schlechten Tagen wie ein verkleideter Depp aus…
Elegante Trapper und italienische Entdecker – Ermenegildo Zegna AW11
Posted on 17. Januar 2011Werden chinesische Männer in Zukunft zunehmend italienischer? Wer weiß das schon. Der asiatische Markt steht jedenfalls ganz im Fokus auch dieser Saison. Bei einer sehr aufwendig inszenierten Schau, deren Perfektion genauso zurückhaltend war wie das zu Ermenegildo Zegna und dem zutiefst italienischen Verständnis von männlicher Eleganz der Mailänder Modedynastie passt, war der Einfluss unübersehbar, den die immer zahlungskräftigeren und nach prestigeträchtiger westlicher Mode hungrigen Chinesen auf das Label nehmen. Man befindet sich aber ohnehin in bester Gesellschaft, da alle namhaften Modehäuser ihr Augenmerk verstärkt auf das Modepublikum der ehemaligen Schwellenländer richten. Und das schadet der Kollektion von Zegna überhaupt nicht. Während die Altkunden der westlichen Hemisphäre zwischendurch gelangweilt sind oder wenigstens so tun, weiß man die außerordentliche Qualität der Schnitte, Materialien, die Originalität der Entwürfe und deren elegantes Design in den neueren Märkten noch richtig zu schätzen. Wie auch immer, es sind Weltmänner, die dem Designer hier vorschwebten. Selbstredend ebenfalls mit großen Taschen unterwegs, die auch bei Burberry Prorsum unübersehbar waren.
Auffallend ist, dass man sich die Klamotten von Zegna viel weniger als die so mancher Kollegen nicht nur in Berlin Mitte oder dem Meatpacking District, also in urbanen Räumen mit Straßenzügen voller Szenelokale getragen, vorstellen kann. Der Zegna-Mann ist für alle Orte der Welt gerüstet, sprich passend angezogen. Ob Nowosibirsk, Tokyo, Shanghai, Oberammergau, Rom oder Düsseldorf – es wirkt ohnehin hauptsächlich der Mann… der angenehm zurückhaltend und elegant, auf jeden Fall aber dem Anlass entsprechend, also perfekt beziehungsweise einfach passend gekleidet wirkt.
Im Prinzip ist es das, wofür italienische Männer – modisch gesehen – weltberühmt sind: Man kann sich zwar nicht immer erinnern, was der Mann da gerade getragen hat, als er wie eine Erscheinung vorbeischwebte, aber er hat gut ausgesehen, hat diese natürliche, alterslose Eleganz ausgestrahlt. Die unübersehbare Affinität zu guten und edlen Wollstoffen, mal als Glenchecks und Tweeds, dann wieder uni aber mit interessanten Texturen, tut da ein Übriges. Man schwelgt in sowas wie Mustermix, aber auf überaus zurückhaltende Art… so dass man manchmal fast zweimal hingucken muss, um das Raffinement der Kombination zu erkennen. Bestimmt nichts für Männer, die starke modische Statements setzen wollen. Sei es mit modischen Farben, mit auffallenden Schnitten und einem nur dieser einen Saison zuordenbaren großen Idee. Wer aber auf der Suche nach einem tollen Mantel, einem ausgefallenen, gemusterten Pulli in Grau und einem ganz tiefen Oxblood, einer Jacke für jeden Anlass, auch aus Tiefdunkelrotem Leder oder gleich als Trapperuniform mitsamt Gürtel und Gürteltaschen ist, zu der es praktischerweise die Sibirische Fellmütze für den nächsten strengen Winter gibt, der sollte ruhig einen zweiten Blick auf die Kollektionsfotos riskieren.
Backstage bei GUCCI – Ein Traum wurde heute wahr. Wenn ich ehrlich bin war es für uns eher ein Albtraum und wir versuchen es mit Humor zu nehmen: Statt eines Livestreams der Runway-Show konnten wir einen nicht ganz so aufregenden Blick hinter die Kulissen einer Modenschau werfen und erfreut feststellen, dass Models tatsächlich etwas nervös hin- und herzappeln, bevor sie lässig über den Laufsteg schreiten. Und, was haben wir verpasst? Zweireihige Mäntel und Trenchcoats aus Krokodil- und Straußenleder, weiche Mohair Sweater, modische Anzüge, dezente Biker Einflüsse, rockige Pelzdetails. Die Silhouette ist bestimmt von fließenden Linien. Zeitlose Blazer mit Ton-in-Ton-Nähten, definierten Schultern und auffälligen Revers.
Auch schön – aber im Grunde nicht neues – Gucci bietet einen Monogramservice für seine Taschen an.
Alles in allem eine Kollektion vom Typ „Reicher Russe“. Heute wurde mir gesagt, dass die sich manchmal einfach mehr trauen – Auch was Wahres dran.
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Da bin ich gespannt – Während die Fashionweek in Mailand noch in vollem Gange ist, und wir heute sozusagen einen Backstage-Bericht von GUCCI geliefert haben, wurde heute die Desigual Kollektion von Christian Lacroix in Barcelona präsentiert. Als ich von dieser Kooperation das erste Mal gehört habe war ich etwas irritiert – wie kann das passen. Aber nachdem ich mir die letzten Tage die Kollektionen des Designers und des spanischen Labels genauer angeschaut habe, muss ich sagen: Das wird super. Beide neigen eher zum bunten Mustermix.
Die Linie wird „Dream“ heissen und kommt im Herbst in die Läden. Und weil wir da noch ein paar Fragen zu haben, trifft sich Peter nächste Woche mit Christian Lacroix zu einem Interview für Horstson.













