Damenmode

1,2 oder 3 x SAINT LAURENT Women Spring/Summer 2015

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Bild: SAINT LAURENT

Carré du Temple, Paris, kurz vor 21 Uhr. Ein sich drehendes Metallgerüst, angeleuchtet von regenbogenfarbenen Spots. „… L’amour fou, Saint Laurent partout…“ haucht Elektropop Sängerin Aleide unter anderem in die Menge (zumindest klingt es so), bevor das Mantra des Abends – „Un, deux, trois – Ohlala“ zelebriert wird. Eines steht fest: Es ist vorbei mit flachen Absätzen. Die süßen Boots und Schuhe aus dem Herbst/Winter 2014 können eingemottet werden. Plateausandalen mit Keilabsatz sind angesagt … „Un, deux, trois les chaussures et moi“… . Wir kennen das Label mittlerweile ganz gut und wissen: Streetwear + Heritage + Couturedetails = Saint Laurent. Was bedeutet das für den Sommer 2015? Beginnen wir mit einem Zitat von Suzy Menkes. Diese beschrieb Slimane als „Simplistic Genius“, also simplifizierendes Genie und bezeichnete die Kollektion als fast „tawdry“ und „gaudy“ (geschmacklos/billig und kitschig) aber im gleichen Moment perfekt aus feinsten Materialien gefertigt. Sie bringt es auf den Punkt.

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Bilder: SAINT LAURENT
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Bilder: SAINT LAURENT

Die „Kleider“ sind noch kürzer als wir es eh schon von Saint Laurent kennen und bedecken teilweise nicht einmal die ganze Brust. Für Frauen mit weiblicher Figur so gut wie unmöglich zu tragen. Die schlankbeinige Saint Laurent Kundin trägt unterdessen entweder ultrakurze Miniröcke oder hautenge Jeans bzw. Ledershorts. Heritage? Turbane, die Kopfbedeckungen welche Monsieur Saint Laurent im Jahr 1971 in seiner für damalige Verhältnisse skandalösen 40er Jahre Kollektion präsentierte.
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Bilder: SAINT LAURENT
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Bilder: SAINT LAURENT

Ansonsten messerscharf geschnittene Smokingblazer welche teilweise länger sind als die extrem kurzen Hosen und Röcke . Nicht zu vergessen ein erneuter „Chubby Fur“ (wie schon in der Herbst/Winter Saison 2013) in grün, ebenfalls von Yves Saint Laurent 1971 präsentiert. Wieder gibt es in dieser stark von den 70ern inspirierten Kollektion sehr viel Pailletten und Stickereien, die ihresgleichen suchten und welche man getrost Lesage hätte zuordnen können.
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Bilder: SAINT LAURENT

Highlights? Das von Binx Walton wundervoll präsentierte Hut/Bluse/Lederrockensemble sowie das lilafarbene Samtsakko und das schwarzes Samtcape, bestickt mit Pailletten-Feuerwerk. Wie ein Feuerwerk wird diese Kollektion wahrscheinlich auch wieder in den Boutiquen und den Vertikalen einschlagen. Und wer jetzt mit dem Argument „Wer soll das denn tragen?“ kommt, kauft sich halt einfach einen Nietengürtel oder einen der fabelhaften Gauchohüte.

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  • peter
    9. Oktober 2014 at 15:58

    1971 er kollektion meets 1983…….tres YSL!!!

  • Siegmar
    9. Oktober 2014 at 17:39

    mir gefällt´s und Zara ist schon fleissig am kopieren ! 😉

  • Monsieur_Didier
    10. Oktober 2014 at 10:34

    …Peter: ja, absolut…
    ich musste direkt an die kollektion denken, zu der Paloma Picasso YSL inspiriert hat, und die damls der einzige Flop war, den sich YSL geleistet hat…
    wenn man diese Stücke in dem Video der letzten Modenschau sieht, dann stechen sie auch komplett heraus aus dem Gesamtwerk…
    aber es waren so tolle Teile dabei…

    …bei dieser Kollektion oben gefallen mir die Schuhe sehr gut, weil sie aussergewöhnlich und sehr besonders sind…
    einige Teile der Kollektion gefallen mir auch, aber was ich absolut fürchterlich finde ist das Make Up und die Frisuren, das sieht schlimm und gar nicht positiv sehenswert aus…
    es gab auch in den 70ern tolle Looks…
    was mir absolut gefällt ist die Art der Präsentation…

    @ Siegmar: …so ist es wohl, aber ein absolut echter Diamant bleibt kopiert immer nur gepresstes Glas, auch wenn alle Facetten imitiert wurden 😉

  • Siegmar
    10. Oktober 2014 at 11:05

    @ Monsieur_didier

    das hast du absolut recht, wenn du dir in diesem neuen Konsumtempel “ Mall of Berlin “ den Zara Herrenladen ansiehst, ist selbst der kopiert, sieht aus wie Gucci auf der Friedrichstr.