Ich sitze also im Urlaub. Wenn man so will „Pool (ohne Promis) unter Palmen“, um gleich zum eigentlichen Thema dieses kleines Beitrags überzuleiten. Die Sonne arbeitet verlässlich, der Rosé schwitzt leise vor sich hin, und ich habe – wie man das so hat zwischen zwei Schwimmeinheiten und der dritten Portion Müßiggang – plötzlich Zeit. Zeit, mich mit dem Œuvre jener Gestalten auseinanderzusetzen, die man gemeinhin Reality-Stars nennt. Ein großes Wort für ein erstaunlich kleines Gesamtwerk.
News
Bild: Miroslav Sekulic-Struja; Courtesy of Louis Vuitton
Berlin ist eine Stadt der Gegensätze – und genau darin liegt ihr Reiz. Eine Reise nach Berlin führt auch 2026 weiterhin mitten hinein in den Clash zwischen angesagter Clubkultur und gelebter Tradition. Zwischen Berghain, Neukölln und Kurfürstendamm entfaltet sich ein urbanes Spannungsfeld, das Berlin zu einer der faszinierendsten Metropolen Europas macht.
Weniger Glanz, mehr Haltung: Wie Modemagazine ihre Auflagen retten können
Posted on 8. April 2026Totgesagte leben länger: Modemagazine; Foto: Horstson
Die gute Nachricht zuerst: Modemagazine sind nicht tot. Sie liegen nur etwas zu lange dekorativ auf dem Couchtisch – neben der Duftkerze, die man auch eher fürs Ambiente als für den eigentlichen Zweck gekauft hat. Die schlechte Nachricht: Die Auflagen sinken seit Jahren. Papier wird teurer, die Inflation nagt am Portemonnaie, und die Leserinnen und Leser haben gelernt, dass man Trends auch kostenlos im Sekundentakt auf dem Smartphone serviert bekommt. Warum also noch drucken?
Vom Spiel zur Schaufensterfläche – Wie „Total Looks“ die Modebilder verarmen lassen
Posted on 7. April 2026Es gibt sie noch: Modemagazine; Foto: Horstson
Es gibt diese alten Modestrecken, die heute fast wie aus einer anderen Welt wirken: überraschende Kombinationen, Brüche, Humor. Ein Couture-Jacket zu Secondhand-Jeans, ein Abendkleid mit Turnschuhen, ein bewusst „falscher“ Look, der gerade deshalb funktioniert. Mode war einmal ein Experimentierfeld, ein wildes Spiel.
Foto: Courtesy of Asics
Kooperationen im Modebereich sind längst kein kurzfristiger Trend mehr, sondern ein festes Prinzip der Branche. Sie funktionieren, weil sie ein einfaches Versprechen einlösen: das Bekannte neu erscheinen zu lassen. Zwei Marken, zwei Handschriften – und plötzlich wirkt ein Produkt wie eine Weiterentwicklung, ohne tatsächlich bei null anzufangen.
Bild: G-Shock
Camouflage ist die widersprüchlichste Konstante der Mode: ein Muster, das Unsichtbarkeit verspricht und genau deshalb seit Jahrzehnten auffällt. Kaum scheint es aus dem Stadtbild verschwunden, kehrt es zurück – nicht leiser, sondern selbstbewusster. Tarnung ist eben keine Kapitulation, sondern eine Haltung.
Zara Spitalerstraße, Hamburg; Bild: Horstson
Wenn ein Designer wie Galliano in Zukunft mit einem globalen Filialriesen wie Zara zusammenarbeitet, geht es um mehr als nur eine Kollektion. Es ist ein Aufeinandertreffen zweier völlig unterschiedlicher Denkweisen: hier die langsame, detailgetriebene Couture – dort ein System, das auf Tempo, Skalierung und ständige Erneuerung ausgelegt ist.
Bild: Courtesy of Guess
Es gibt diese eine Szene, die sich jedes Wochenende millionenfach wiederholt – ein Fußballer steigt aus dem Mannschaftsbus – und trägt dabei nicht einfach nur irgendetwas. Nein, er inszeniert sich. Sonnenbrille, perfekt sitzende Jeans, Hoodie mit Haltung. Der Weg vom Bus in die Kabine ist längst zur inoffiziellen Fashion Week des Rasens geworden.
Banksy in Hamburg; Bild: Horstson
Es gibt eine journalistische Unsitte unserer Zeit. Alles muss enttarnt werden. Jeder Mythos braucht einen Personalausweis, jedes Rätsel eine LinkedIn-Seite. Genau deshalb ist es vermutlich die langweiligste Nachricht der Welt zu erfahren, wer Banksy wirklich ist.
Foto: Influencer bei der Arbeit. Erst das Leben inszenieren, dann so tun, als wäre es gerade zufällig passiert.
Irgendwann kippt jede kulturelle Mode. Nur selten mit einem Knall. Meist eher mit einem kollektiven Schulterzucken. Vielleicht ist genau jetzt so ein Moment. Man könnte – halb ironisch, halb ernst – behaupten: Hiermit läuten wir das Ende der Influencer ein. Nicht offiziell natürlich, oder vielleicht doch?










