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Steven Meisel fotografiert Dior-Kampagne Herbst/Winter 2019/20 …

(Dior-Kampagne Herbst/Winter 2019/20; Foto: Steven Meisel)

… und ließ sich dafür von Raymond Pettibon inspirieren. Um das Chaos komplett zu machen: Dior-Menswear-Designer Kim Jones und Meisel wollen mit den Bildern Christian Dior in einer Art Hommage ehren, denn bevor die Designlegende sein gleichnamiges Modehaus gründete, war er Galerist und Kunstsammler.
Doch von Anfang an: Für seine Dior-Herbst/Winter-Kollektion kooperierte Kim Jones mit der Künstlerlegende Raymond Pettibon. Der US-Amerikaner gilt seit den 1980er-Jahren zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern, der durch seine Arbeiten für Punkbands wie Black-Flag und Firehose zur Ikone der kalifornischen Punkszene der 1970er-Jahre avancierte. Viele Leser dürften das Cover der Sonic-Youth-LP „Goo“ noch im Gedächtnis und das Album noch im Plattenregal stehen haben – Raymond Pettibons Originalzeichnung wurde vor wenigen Jahren für 183.425 US-Dollar versteigert.

Für die Dior-Kollektion steuerte Raymond Pettibon unter anderem einen Leopardenprint bei. Er wollte damit Kim Jones‘ Liebe zur Natur und zu Tieren widerspiegeln. Darüber hinaus verweist er auf einen der Lieblingscodes des Couturiers und Modehausgründers: Den Pantherprint, den Christian Dior bereits zu seiner ersten Kollektion 1947 präsentierte. Auch interpretierte der Künstler das Dior-Logo neu (es gibt aktuell übrigens eine Dior-Capsule-Kollektion mit dem Pettibon-Logo) und gab der Schmuckdesignerin Yoon Ambush die für den Männerschmuck notwendige Impulse des Punk-Spirits.

Kim Jones revanchierte sich auf seine Art und ließ die Dior-Kampagne für Herbst/Winter 2019/2020 in einer Szenerie fotografieren, die an das Atelier von Raymond Pettibon angelehnt ist. „Für diese Kollektion haben wir einige seiner Werke ausgewählt – unsere Lieblingsarbeiten, die noch nie zu sehen waren – da sie Dinge hervorhoben, die ich sehr mag“, wie Kim Jones erklärt. Punk und Dior waren sich wohl nie näher …

  • fred
    15. Juli 2019 at 14:19

    Mann, der arme Pettibon verheizt sich für so einen Schrott. Anders kann man es gar nicht nennen.

    „Dior-Menswear-Designer Kim Jones und Meisel wollen mit den Bildern Christian Dior in einer Art Hommage ehren, denn bevor die Designlegende sein gleichnamiges Modehaus gründete, war er Galerist und Kunstsammler.“
    Das ist ja auch ziemlicher Bockmist. Wenn einem nichts mehr einfällt, dann erfindet man sowas. Galerist und Kunstsammler. Was hat das mit Pettibon zu tun? Der arme Dior. Machen sie auch Hosen aus dem Grund, weil Dior ein Mann war? Machen sie jetzt in Übergrössen, als Hommage, weil Dior eine etwas unglückliche Figur hatte? Also, das ist wirklich lächerlicher Marketingkram. Dumme Leute denken sich sowas für noch dümmere Leute (mit Geld) aus. Wirklich Mode-Experten (Wie z.B. Herr Kempe) müssen da doch einen zuviel kriegen bei sowas, oder?

    Ich denke auch, dass das Atelier von Pettibon nie aussah, wie das oben. Mit einigen dekorativen schwarzen Spritzern an der Wand. Ich kenne viele Ateliers. Noch keines sah aus, wie das in dem Shooting.

    Es tut mir auch leid um Steven Meisel, der ja mein absoluter Held ist. Schade, dass es nie ein Buch über seine Arbeit gegeben hat. das Shooting gehört nicht zu seinen Highlights. Da ging es bei allen wahrscheinlich nur um den Scheck. Und „Punk“ beim besten Willen, kann ich nicht mal im Ansatz erkennen. „Punk und Dior waren sich wohl nie näher …“
    Das stimmt nur in der Entfernung der beiden Wörter „Punk“, „Dior“. Sie waren sich nie so nah, wie in diesem Satz. Es steht nur ein „und“ dazwischen. Auf den Fotos aber ist Punk nicht mal zu erahnen.

    Schade, Pettibon, so ein toller Künstler, dass er sich für sowas hergibt. Wenn man an seine tollen Sachen denkt!
    Ein Zeichner hat es halt schwer zu überleben. Richard Prince hat es da leichter. Ein Bild oder eine Skulptur bringt eben ein vielfaches ein, als es eine Zeichnung tut. Und dann muss man eben auch Schrott machen. Es steht Dior drauf, aber es könnte doch, wenn wir ehrlich sind, auch ZARA sein.

    Nur mit Dior schafft man es eben in die Blogs und auf Youtube.

  • Stephanberlin
    16. Juli 2019 at 11:28

    @ Fred Ich krieg auch zuviel bei sowas, ich mag gar nicht hinschauen oder lesen: I wish I never saw this! Nichts greift ins Nichts und heraus kommt Nichts. Oder soll das Kitsch sein?

  • fred
    16. Juli 2019 at 17:43

    @STEPHANBERLIN
    Du hast recht. Das einzige ist, es zeigt, dass man über das Internet jeden Quatsch verbreiten kann und die Leute mittlerweile so flach geworden sind, dass sie in allem einen Hype sehen. Es ist schlimm und traurig, wie wirklich gute Leute sich für so etwas verramschen lassen. Pettibon wurde vor dem Internet bekannt und das hatte einen Grund. Er war gut. Jetzt wird er verwurstet für Ramsch, der eine Saison hält. Das hat weder Hand noch Fuss und schon gar keine Qualität. Es ist einfach nur Schrott, der den Dummen was vermitteln soll.
    „Dior-Menswear-Designer Kim Jones und Meisel wollen mit den Bildern Christian Dior in einer Art Hommage ehren, denn bevor die Designlegende sein gleichnamiges Modehaus gründete, war er Galerist und Kunstsammler.“
    Ist wirklich dumm. Wenn man Dior eine Hommage erweisen möchte, dann sollte man schauen, wer die Künstler damals waren, wie die Ausstellungen waren usw. Man muss das sorgfältig angehen und nicht voller Dummheit und diese dann auch noch verbreiten, denn dieser Schrott taucht tatsächlich dann im Internet auf. Der arme Dior!