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Nakhane x „You Will Not Die“

(Nakhane; Bild: © Tarryn Hatchett)

„Erretter des Neo-Soul“ und „Die queere Stimme des elektronischen Souls“. Man hat bisher viele Namen für Nakhane gefunden. Schwuler Soul-Messias oder Retter eines Musikgenres, ganz egal als was man ihn bezeichnet, er bleibt doch immer ein Mysterium. Das liegt vermutlich auch an seinem ungreifbaren und zerbrechlichen Auftreten. Der in der südafrikanischen Kleinstadt Alice geborene Künstler kämpfte sehr lange gegen seine eigene Homosexualität an, was nichts zuletzt an seiner Kindheit in einer streng gläubigen Xhosa-Familie lag. Der Kampf mit sich selbst und die Befreiung aus diesem, war Thema seines ausschließlich in Südafrika erschienenen Albums „Brave Confusion“ (2013). Der nächste Schritt für ihn, das Ablegen des christlichen Glaubens, ist nun Thema auf seinem zweiten Album „You Will Not Die“. Wer jetzt aber ausschließlich traurige und schwere Kost in Form von Elektrobeats wie bei Anohni vermutet liegt falsch. Und das obwohl diese für Nakhane ein großes Vorbild ist. „Sie hat meine Welt verändert“, so der Sänger in einer Pressemitteilung.

Nakhane zeigt vielmehr mit seinen ersten Singleauskopplungen „Clairvoyant“ und „Interloper“, wie seine persönliche Befreiung klingt und das in einem Gewand aus Clubbeats und Soul verpackt. Das klingt nicht nur ein wenig nach Anohni, sondern in Songs wie „The Dead“ auch nach James Blake. Am Ende darf aber die schwere Kost auch nicht fehlen wie sie in „Fog“ oder „Teen Prayer“ zu finden ist. Hier werden Soul- und Clubgewand abgenommen und übrig bliebt tatsächlich der nackte Retter des „Neo-Soul“.

Nakhane „You Will Not Die“ (Album Trailer)

Nakhane „Clairvoyant“

Nakhane „Interloper“

Nakhane auf Tour in Deutschland:
20.05.2018 – Nakhane in Köln – Artheater
21.05.2018 – Nakhane in Berlin – Kantine am Berghain
23.05.2018 – Nakhane in Heidelberg – Queer Festival

  • Horst
    3. April 2018 at 10:30

    Ach geil, endlich mal ein Künstler, den Du empfiehlst und den ich kenne 🙂
    Großartiges Album!!

  • Siegmar
    5. April 2018 at 17:17

    Kannte ich nicht, für mich ein Entdeckung, sehr klasse!