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Michael Michalsky schreibt offenen Brief an die deutsche Fashion-Industrie …

(Michael Michalsky; Bild: PR)

… und möchte mit diesem literarischen Meisterwerk ein Zeichen setzen – für „Gemeinsamkeit“, wie dort geschrieben steht:

Brothers&Sisters,
Liebe Freunde!
wir leben in rückwärtsgewandten Zeiten!
Alte Freunde vergessen die Freundschaft und leben nach dem Motto „We first!“.

Andere Freunde verlassen die Familie und wissen selbst nicht, ob das richtig ist.
Eine Kleinstadt am Meer möchte gern ein selbständiges Land werden.
Hilfesuchende werden an unseren Grenzen abgewiesen.
Ost- und Westdeutsche wollen noch immer keine Familie sein; dabei sind sie es längst.
Ist das die richtige Richtung, in die wir gehen? Ich sage, nein!
Denn bei allem Patriotismus, aller Eigenliebe, aller Spiegelschau ist uns tief im innersten doch klar: Wir müssen zusammen leben – nicht einzeln kämpfen.

Ich habe mich entschlossen, ein kleines Zeichen zu setzen; ein Ruf nach Gemeinsamkeit.
ATELIER MICHALSKY wird deshalb diesen Sommer auf die bekannte und beliebte MICHALSKY StyleNite verzichten.
Ich werde meine neue Couture-Kollektion im Rahmen der Mercedes-Benz Fashion Week am 3. Juli 2019 im Berliner ewerk zeigen.
Und der Titel meiner Kollektion lautet: „Brothers&Sisters“.
Reicht Euch die Hände! There is only one planet!

Euer Michael Michalsky“

Insbesondere die Boulevardpresse interpretierte den Satz, dass alte Freunde die Freundschaft vergessen, als eine Anspielung auf Heidi Klum, die den Designer von ihrer Hochzeit mit Tom Kaulitz ausgeladen haben soll. Das kann sein, es ist aber eigentlich egal, schlußendlich ging es Michael Michalsky darum, bekannt zu geben, dass er seine StyleNite auch in diesem Jahr streicht.

Lieferte vor einigen Jahren noch der Ausbruch des Ebola-Virus‘ in Afrika den Grund, die Modenschau ausfallen zu lassen, ist es nun also die Vermutung des Designers, dass wir in rückwärtsgewandten Zeiten leben. Dieses Mal lässt Michalsky die StyleNite aber nicht ausfallen, sondern präsentiert im Rahmen der Berliner Fashion Week (sonst lief die Mode-Sause immer parallel zur Modewoche, wurde aber nicht im Kalender geführt). Das klingt alles etwas absurd, passt aber vielleicht auch zur Strategie, möglichst viel Wirbel um die eigene Person zu veranstalten. Leider lenkt es komplett von der Mode ab, um die es ja eigentlich bei einem Modedesigner (ja, Michalsky designt auch Mode) gehen muss, aber vielleicht reicht es, um Kooperationen mit Taschentuch-Herstellern einzutüten

  • Siegmar
    8. Juni 2019 at 12:31

    Ja ist klar, weil seine „ Fashion“ nicht mehr so ankommt muss er sich was einfallen lassen.

  • Hannes
    8. Juni 2019 at 13:42

    Realsatire. Da war wohl das Puder feucht. „Eine Kleinstadt am Meer möchte gern ein selbständiges Land werden.“ Welche Kleinstadt? Das Dorf von Asterix? Ich bin verwirrt.

  • Karin
    9. Juni 2019 at 12:02

    …vielleicht meint er Bad Oldesloe wo er herkommt. Aber momentan haben wir kommunalpolitisch noch keine Anstrengungen unternommen. Wir reden noch mit den Katalanen…

  • Thorsten
    9. Juni 2019 at 12:09

    Im Klartext: „Ich habe keine Kohle mehr für die StyleNite und versuche das zu kaschieren.“ Peinlich.

  • vk
    10. Juni 2019 at 16:39

    Hamburg moechte ein eigenes Land werden?! Verdammter Mist, das sind sie doch schon!

  • SVEN
    12. Juni 2019 at 12:24

    Die Kommentare teile ich nicht.Ich war noch nie Michalsky Fan.Der Brief ist sehr emotional, er ist ein Macher und hat die Chance, sich öffentlich zu äußern genutzt.
    Hut ab und nix weiter.
    Tut es ihm gleich, sagt was ihr empfindet.

  • Peter Kempe
    12. Juni 2019 at 13:20

    Wenn man mal Neid und Missgunst aus den Köpfen ausschaltet und vermeintliche Ressertiments gegen Michael, die ja scheinbar der ein oder andere hat und nur den Brief als Schreiben eines Mannes in meinem Alter sieht, dann betrachte ich den Brief als sehr nachvollziehbar und genau meine Gedanken beinhaltend, die ich auch habe. Ich kann vieles genau so nach vollziehen und verstehe seine Beweggründe!

  • John Hanson
    15. Juni 2019 at 10:08

    Oh my gaaaawd….Michalsky hat den Verzicht seiner Stylenite mit für ein Mehr an Gemeinsamkeit begründet, das macht so wenig Sinn wie sein Appell an mehr Nächstenliebe glaubwürdig ist. Es gibt einfach schlicht keine Sponsoren für das Spektakel. Michalsky ist an für sich ein guter Designer, doch sein aufgeblasenes Ego steht ihm ziemlich weg – und offenbar traut es sich niemand ihm zu sagen. Solche Charaktere bräuchten eigentlich Liebe, aber wer verliebt sich schon in eine egozentrische Fashion-Primadonna? Change your attitude, Michael.

  • fred
    17. Juni 2019 at 01:45

    Ich habe noch einen alten weissen bademantel von michalsky, den er 2007 mit tschibo gemacht hat. das label hiess „mitch & co.“ das war super. das ist ein weisser froteebademantel mit eingesticktem logo. er hat damsl glaube ich 30 euro gekostet und hat eine gute qualität und ich mag ihn echt gerne. eines meiner lieblingsstücke. „mitch & co.“ fand ich damals auch lustig.

    ansonsten weiss ich nicht, warum alle jetzt an dem brief rummeckern. ich sehe das wie herr kempe.