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Lesetipp: „New Kids on the Blog“ in der GQ

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Bild: Horstson; abfotografiert von der GQ März 2013; „New Kids on the Blog“

Vor ein paar Wochen machte sich der Journalist David Baum mit dem Fotografen Markus Burke auf den Weg durch Deutschland, um einigen Männermode-Bloggern einen Besuch abzustatten. Er legte auch bei uns in Hamburg einen Boxenstopp ein, sprach mit uns lange über Horstson, über unsere Idee, die wir mit dem Blog verfolgen („Vor allem wollen wir aber auch Wissen vermitteln, das man nicht einfach googeln kann,“ Peter) und wie es zu dem Namen Horstson kam, während wir von Burke fotografiert wurden. Seit heute liegt nun das sehr schöne Ergebnis am Kiosk bzw. bei uns auf dem Tisch, der übrigens nicht immer so herrlich chaotisch wie auf dem Bild in der GQ aussieht …
Neben Horstson wurden auch das Gentleman-Blog, das Blog von Michael Nast, Dandy Diary, Herr Tutorial und das Blog von Oliver Flesch porträtiert.

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Marc Jacobs for Diet Coke

Nachdem wir uns vorhin schon über einen halbnackten David Beckham freuen konnten, zieht sich nun Marc Jacobs aus. Natürlich gibt es dafür auch einen richtigen Grund: Der Designer ist neuer Creative Director von Diet Coke und zu der Aufgabenbeschreibung gehört es sich, einen schmissigen Werbespot abzuliefern.
“I feel very privileged to be the new Creative Director of Diet Coke and put my stamp on the 30th Anniversary campaign. Diet Coke is an icon… and I love an icon,” verkündete Marc Jacobs heute und zollt dem klassischen Diät-Cola-Mann schon im ersten Spot seinen Tribut.

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Guy Ritchie x David Beckham

+++ Breaking News +++ Gute Nachrichten erreichten uns gerade aus dem Hause H&M – das ist für uns sogar eine Premiere, da wir das ein oder andere Mal den Fast-Fashion-Giganten kritisiert haben. Die guten Nachrichten kommen allerdings weniger aus den Fabriken in Bangladesh oder aus den Design-Büros, sondern von Guy Ritchie, der zusammen mit dem Nick-Wooster-Look-Alike David Beckham einen zugegebenerweise unterhaltsamen Spot gedreht hat.

Beim nächsten Newsletter hoffen wir natürlich auf gute Nachrichten aus dem Bereich Nachhaltigkeit – zum Beispiel.

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Rauf aufs Fahrrad – Tod’s entdeckt die Männer ohne große Schlitten

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Bild: Tod’s

Augenfällig, wie das vermehrte Auftauchen von Katzen in der Werbung der Modelabels, ist auch das, was gestern noch als vermeintlicher Luxus und Status erschien, sich durch den Zeitgeist fast unmerklich wandelt. So galten jahrzehntelang Männer mit „großen Schlitten“, also Luxusautos oder schnittigen Sportwagen, als werbewirksam. Seit geraumer Zeit tauchen gerne in den Kampagnen Oldtimer auf und als Fortbewegungsmittel der Protagonisten oder als Steigerung eines bewusster gewordenen Umwelt- und Nachhaltigkeitsgedanken gerne auch Fahrräder …
Natürlich entweder stylisch oder – very british – klassisch. Tweedruns erfreuen sich nicht nur in London oder Zürich großer Beliebtheit (wir berichteten schon vor länger Zeit davon),  – man zieht sich auch im Alltag besonders schön an und das Fahrad wird dabei unmerklich zum Accessoire des Looks. Handschuhe sind dabei genauso obligatorisch, wie das gepflegte schöne Schuhwerk.

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Tom Ford Fall/Winter 2013

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Bilder: Tom Ford

Wie macht das Tom Ford nur? Jede Saison präsentiert der Designer genau das, was man tragen möchte.
Dieses Mal ist es eine nicht minder aufwändige Kollektion wie im Vorjahr, allerdings mit deutlich weniger Pelz und Leder. Die Silhouette ist natürlich eher schmal und der Tom Ford Mann hat im nächsten Winter einen Hang zu Karos und verkörpert zumindest im Lookbook das, was man einen modernen Dandy nennen könnte.
Mir gefällts und ich bin auf Eure Meinungen – insbesondere zu den Fell-Boots – gespannt …

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Making of – Der zweifarbige Cashmere Cardigan von Chanel

Die wunderbarsten Dinge entstehen ganz still und leise und nicht unbedingt in den Metropolen dieser Welt. Manufakturen für Glas oder Porzellan liegen genauso fernab von Weltstädten, wie Webereien oder in unserem Fall die Strickerei, in der das unendlich strapazierbare und weiche Cashmere für Chanel gemacht wird. Zwar werden Kollektion und Produkte in der Rue Cambon in Paris erdacht, aber verteilt in Frankreich, Italien und eben im nördlichen Schottland produziert.
Im Gegensatz zu italienischem Cashmere-Strick, ist das englische fester und dichter und wirkt auf den ersten Blick nicht so flauschig, ist aber genauso weich, wenn man es trägt. Schottische Cashmere-Stricker haben eine sehr lange Tradition und kauft man einen Pullover, hält er bei guter Pflege (einfach kalt waschen) ein Leben lang.

Chanel hat eine jahrzehntelange Tradition in der Zusammenarbeit mit der Company von Barrie Strick und lässt dort schon ewig produzieren. Im letzten Jahr kauften sie das Unternehmen (wir berichteten) und gliederten es in die Ateliers Paraffection ein. Die Zulieferer arbeiten aber auch für andere Unternehmen wie zum Beispiel Hilditch & Key, von denen ich seit 15 Jahren zwei Pullover habe, die ich niemals auf der Welt missen möchte und die ich bei Feuerausbruch in meiner Wohnung sofort retten würde.
Schottisches Cashmere ist ein bisschen wie die Landschaft und die Menschen der Region, es wirkt zunächst rau und hat einen freundlich, weichen und fröhlichen Kern.

Eine der Ikonen fast jeder Chanel Kollektionen sind die Klassiker schlechthin: die Cardigans.
Kleiner, runder Ausschnitt, zwei oder vier Taschen, abgesetzt in kontrastierenden Farben – der Bicolor oder Two-Tone Cardigan. Mal ist er in Pastellfarben gehalten, mal kommt er in Grautönen oder, wie in der Metiers d’Arts Kollektion PARIS-EDIMBOURG, in herbstlich-britischen Jagdgrün- oder Laubfarben daher.
Jedes Teil wird in vielen Handwerksschritten gearbeitet. Die Rundstrickmaschinen sind Halbautomaten, die noch immer viel handwerkliches Geschick und Geduld erfordern. Schritt für Schritt entsteht das Objekt der Begierde, das von vielen Käuferinnen ersehnt wird und sie später viele Jahre begleiten wird.

Der Film zeigt auf sehr ruhige Weise, woraus jegliche Art von Handwerk besteht. Bodenständigkeit und viel Liebe und Präzision zum Detail, jeder Schritt will überlegt sein und man darf nicht nachlässig sein, sonst ist alles verdorben. In Schottland, glücklicherweise kein asiatischer Sweatshop, bleibt den Handwerkerinnen dafür genügend Zeit und Muße, um ihre Stücke zu fertigen. Wie ein ruhiger, fast meditativer Vorgang zeigt er ein wunderbares Stück Handwerk – sehenswert!

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Jugendwahn muss nicht sein – Nick Wooster, Style Icon

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Man will einfach keine „Best Ager“ Männer mehr zwischen 45 und 60 in vermeintlich lässiger Kleidung sehen, die wie Abercrombie oder Dsquared, um nur einige Beispiele zu nennen, eine 18 – 24 jährige Zielgruppe ansprechen sollte.
Auch übertriebene Sportswear – damit meine ich nicht gute Sneaker – und gerissene „Oligarchen, hip auf Bon Jovie gemachte“-Looks werden ab einem gewissen Alter blöd und vor allem auch nicht nötig.

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Incoming Call: Alber Elbaz

Das Alber Elbaz Humor hat, beweist er regelmäßig mit seinen Kampagnenvideos. Der Tanz von Raquel Zimmermann, Karen Elson, Lowell Tautchin und Milo Spijkers ist mittlerweile fast legendär.
Im aktuellen Video, gedreht von Steven Meisel, kommentiert Elbaz in Real-Time das neue Video zur aktuellen Lanvin Spring Summer 2013 Kollektion. Anschauen lohnt – oder um mit Alber Elbaz Worten zu sprechen Oh my God, it’s beautiful!.

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Peter’s Cuttings – Die Kofferkünstler vom Faubourg Saint-Honoré: Goyard

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Bild: Goyard

Als ich vor vielen Jahren meinen Corgie Smokie bekam und mich nach dem passenden Equipment umsah, riet mir eine Freundin „Geh doch zu Goyard, die haben die besten Halsbänder und Leinen und machen die nach Maß!“ Goyard? „Das sind die ältesten Koffermacher und Täschner von Paris,“ führte sie weiter aus. Kurz hinter dem Place Vendôme, schräg gegenüber des von Jean Michel Frank ausgestatteten Guerlain Ladens, war mir schon immer eine wunderschöner, holzverkleideter Gründerzeit-Laden aufgefallen, der Koffer und wenige Reisetaschen in einem völlig authentischem Interieur aus dunklem Holz des Fin de siècle anbot.
Die Koffer waren nach bester Handwerkstradition gearbeitet und mit einem beschichtetem Canvas überzogen, der ein wenig an einen schönen Jugendstil Fliesenboden erinnerte.

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Re-Post: Tina Chow – The Fashion Collector

Sie war bekannt als eine Frau des Stils, die Frau des berühmten Gastronomen und Ruhlmann-Sammlers Michael Chow. Sie zierte nicht nur die Gesellschafts- und Mode-Seiten von Los Angeles, New York, London, Paris und Tokio, sondern sie legte auch eine der bedeutendsten Sammlungen an, die mit dem Bestand von Museen wie dem Metropolitan Museum oder dem Fashion Institute Of Technology in New York mithalten kann. Hunderte von exorbitanten Beispielen befanden sich nicht nur in ihrer Sammlung, sondern wurden auch von ihr getragen. Fashion-Experten sahen den Reiz und die Qualität ihrer Sammlung besonders darin, dass es die besten Beispiele dafür waren, die individuelle Vision und die besonderen Eigenschaften der einzelnen Schöpfer und der Häuser zu repräsentierten.

Die Chow-Kollektion umfasste die feinsten und aufwendigsten Stücke der Innovatoren der Mode – wie dem Venezianer Mariano Fortuny, Cristobal Balenciaga, Coco Chanel, Madeleine Vionnet, Charles James, Christian Dior, Jeanne Lanvin, Paul Poiret und Elsa Schiaparelli.
Durch das ständige Ergänzen und die Nähe zu den Designern der Fashion Szene der Achtziger und Neunzigerjahre des zwanzigsten Jahrhunderts, erfasste das Ex-Model praktisch die gesamte Chronik des Modeschaffens durch Meilensteine der Kollektionen und rundete so die Sammlung immer weiter ab.
Schwergewichte der Sechziger wie Pierre Cardin sind ebenso dabei, wie Azzedine Alaia, Romeo Gigli, Sandra Rhodes oder Issey Miyake. Kultdesigner Yves Saint Laurent, Hubert de Givenchy oder Karl Lagerfeld wussten, dass, wenn sie etwas aussuchte, würden das ewig gültige Teile und Key-Items der Mode werden.

Sie zeichnete sich durch admirables Farbempfinden, absolute Stilsicherheit und vor allem den Instinkt aus, die Beweggründe und die Technik eines Kleidungsstücks genau zu erkennen. Für sie war Mode wie Architektur. Aber die Exponate wurden nicht nur einfach gesammelt, Chow ließ sich in den Teilen von den bedeutendsten Fashion-Photographen arrangieren. Sie interpretierte durch Bewegungen genau das, was ihr wichtig dran war, nämlich der Aufbau und die Graphik – dieser wie sie sagte – tragbaren Häuser.
1992 kuratierten die legendären Macher zahlreicher Ausstellungen am Fashion Institute Of Technology, Richard Martin und Harold Koda, Vreeland-Schüler und Assistenten ihrer praktisch begründeten Design-Ausstellungen (vorher wurden Modeausstellungen als nicht würdig befunden) gemeinsam mit Chow eine Retrospektive, in der besonders – so auch der Titel der Ausstellung – das Flair dieser Phantasiegebilde herausgestellt wurde.

Die Schnittzeichnungen, der Aufbau und die Konstruktion wurden den textilen Gebilden gegenüber gestellt und so wurde klar, dass Beispielsweise ein Balenciaga-Abendmantel von der Statik so ausgewogen und bemessen war, dass er der Konstruktion eines hochkomplizierten Bauwerks glich. Man wundert sich heute natürlich, mit wie viel Zeit und Akribie, teilweise über Jahre, solche Kreationen entstanden.

Chow hatte das dritte Auge dafür und meinte, dass Kleidungsstücke lebenslang wie gute Kunst oder Gemälde mit einem verschmelzen und praktisch wie ein Körperteil an einem wirken mussten. Ein Gedanke, der heute fast verloren ist, den ich aber gut nachvollziehen kann und den ich eigentlich für nachhaltig und erstrebenswert halte.

Sammeln, sagte sie einmal, ist das Universum des Wissens, um die Dinge in Gegenständen zu bewahren; und so erzählt beispielsweise das berühmte Kleid mit den aufgestickten Juwelen aus der ersten Chanel-Kollektion von Karl Lagerfeld nicht nur die komplette Geschichte Chanels selber, sondern eigentlich auch die Taktik und Technik der bis heute andauernden Revitalisierung des Stils des Hauses.
Durch ihre asiatische Herkunft hatte man bei Tina Chow ständig das Gefühl, dass sie wie mit einer Zen-Waage die Dinge auf eine Art symmetrisches Netz legte und so diese ur-europäischen und amerikanischen Kreationen neu vermaß. Aber auch hier zeigt sich die Vollkommenheit, denn auch mit diesen kulturellen Maßstäben offenbaren sie ihren Zauber auf dieselbe Weise. Mode und Perfektion sprechen also schon immer die Globalisierungs-Sprache der Kreativität und sind, wenn sie zur Vollkommenheit gelangen, wie ein weltweit funktionierender Code.

Tina Chow starb 1992 einundvierzigjährig an Aids und verbrachte ihre letzten Wochen in dem durch das Exil von Thomas Mann bekannt gewordene Pacific Palisades in Los Angeles. Ihre Sammlung wurde 1993 bei Christie’s in New York versteigert. Glücklicherweise wurden die meisten Stücke von Museen bewahrt. Es wäre sicherlich reizvoll, sie einmal wieder so zu vereinigen, wie sie ursprünglich von der Sammlerin zusammen gestellt waren, denn nur dann wird einem die Einmaligkeit dieser Kollektion und dieser bemerkenswerten Frau bewusst.

Aufmerksame Leser werden es bemerkt haben: Am 14.03.2012 hatten wir genau diesen Artikel veröffentlicht. In Erinnerung an die wunderbare Tina Chow, die am 24.01. ihren elften Todestag hatte, haben wir uns zu diesem Re-Post entschlossen.