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Biedermänner, Blödmänner und andere Brandstifter x Olivia Jones auf Erkundungstour bei der NPD


© Foto: ddp

Der Schein trügt ja bekanntlich und das Mecklenburg-Vorpommersche Idyll eines zauberhaften Touristikparadies ist nicht nur im traurig berühmten Dorf Jamel schon Geschichte. Auch wenn Mutti, die Chefin, mit rastloser Industrie nicht weniger als neun Wahlkundgebungen ihres Spitzenkandidat Lorenz Caffier beehrt haben soll, wird das wahrscheinlich nichts mit einer Beteiligung an der Neuauflage der großen Koalition und ich bedauere das auch nicht. Oder sagen die Hochrechnungen, die es nun schon gibt, etwa doch anderes?
Ich hatte schon die vage Hoffnung, das Schlimmste, was mich an politischen Tatsachen diese Woche via Presse und elektronische Medien ereilen könnte, wären die erschreckenden Berichte der Anhänger und Akteure der Tea Party in den USA gewesen, bis dann bekannt wurde, dass die CDU in Mecklenburg Vorpommern den Ex-DVU Mann Thomas Gens als Rügener CDU-Direktkandidat aufgestellt hatte und mir das Video des politischen Anschauungsunterrichtes einer neunten Klasse mit ungestörter Spontanwerbekundgebung des NPD Spitzenkandidat Udo Pastörs durch den Artikel Schulstunde mit Herrn Neonazi von Annett Meiritz auf Spiegel Online bekannt wurde.

Ich habe überlegt, ob man dieses Video hier überhaupt zeigen soll und mich dafür entschieden, weil es so unglaublich ist, was sich da ereignete: Dem strammen NAZI, Udo Pastörs, ist ja bekanntlich nichts zu schwör. Er darf nicht nur völlig ungehindert vom Klassenlehrer knapp siebzehn Minuten über die kruden Ideen und Visionen der Partei referieren, dem Verantwortlichen scheint diese Unterrichtseinheit in Sachen Rechte für Deutschland das Normalste der Welt zu sein. Er lauscht ergriffen den Worten des Rattenfängers, schaltet sich nur kurz ein, als Pastörs etwas von … akkumuliert, erarbeitet wird, faselt und meint dazu: Herr Pastörs, bitte nicht so ne Wörter wie akkumuliert, das ist eine neunte Klasse.
Man braucht einen guten Magen für dieses Dokument der Dummheit, danach ist einem allerdings so mancher Webfehler im System der wirksamen Bekämpfung verfassungsfeindlicher und neonazistischer Personen und Gruppierungen klarer:
http://youtu.be/L2O4xS0uuD0
Laut dem, was der Artikel von Annett Meiritz zu den Nachwehen berichtet, bleibt diese grobe Verfehlung im Sinne der Aufsichtspflicht, für den Lehrer ohne dienstrechtliche Konsequenzen.
Da hilft bis zur endgültigen Besserung und Behebung des Problems durch ein Verbot der NPD nur noch guter und die NPD Mannen enttarnender Humor. Daher zeigen wir euch anlässlich des sehr wahrscheinlichen Wiedereinzugs der Rechten Recken in den Landtag das Video einer NPD Veranstaltung in Hannover, die Olivia Jones als investigative Reporterin mit ihrem Besuch beehrte und dabei so einige der weichen Birnen vor ihr Mikrophon bekommen hatte, dabei aber doch nichts G’scheites aus den Braune-Joppen-Trägern rausbekommen konnte.

Olivia Jones bei der NPD
http://www.youtube.com/watch?v=t7eMWzFgMyw
Der Verfassungsschutzbericht Mecklenburg Vorpommerns aus 2010 weist für das kleine Bundesland nicht weniger als sechzehn neonazistische Kameradschaften und sonstige rechtsextreme Gruppierungen aus, verharmlost die Brisanz dieser Tatsachen aber dann im Text zur statistischen Entwicklung mit der Information, dass die Zahl von 1.400 Personen, die dem rechtsextremen Spektrum zuzurechnen seien, gegenüber dem Jahr 2009 immerhin nicht angestiegen ist sondern gleich geblieben sei. Wer’s glaubt, wird selig. Bei der letzten Landtagswahl erreichte die NPD 7, 3 Prozent aller Stimmen und zog mit sechs Abgeordneten in den Landtag ein. Bei einer Wahlbeteiligung von knapp 60 Prozent und 816.088 gültigen Erststimmen sind das ungefähr 57.000 Mecklenburger, die NPD gewählt haben. Es ist zwar sicher so, dass da unglaublich viele Frustrierte und Hilflose, die sogenannten Mitläufer, drunter sind, aber das kann mir Innenminister und Unions-Kandidat Lorenz Caffier unter Wasser erzählen, dass nur ganze 1.400 Personen aus dem Potenzial von 57.000 NPD-Sympathisanten dem rechtsextremen Lager zuzuordnen sind. Es gibt auch abseits des Dorfes Jamel von NPD Leuten in Besitz genommene beziehungsweise zusammengekaufte Dörfer in MeckPomm, die wurden von ihren normalen Bewohnern ebenfalls schon schicksalsergeben aufgegeben.

Hier noch das gruselige Video DIE NEUE NPD – Nazidorf Jamel und “Happy Holocaust”

 

Lasst das Fischen am rechten Rand, verbietet diese Partei bitte endlich und kommt mir nicht länger mit diesem Schwachsinn, dass dies den Zulauf zu den Rechten nur verstärken könnte und überdies nicht mit der Verfassung vereinbar sei.

  • Horst
    4. September 2011 at 19:22

    Da hast du wohl leider recht gehabt, derzeitige Hochrechnungen besagen das die NPD 5,5 Prozent bekommen. Bei dem Video mit demm Lehrer dreht sich bei mir der Magen um!

  • carrie
    4. September 2011 at 20:41

    mir auch ehrlich gesagt…..

  • Daisydora
    4. September 2011 at 20:56

    Naja, 5,8 Prozent sind es noch, immer noch viel zu viel und genug, so dass 5 von denen im Landtag sitzen …. und ich habe natürlich nicht recht, es wird wieder eine große Kolalition geben …..

  • Mici
    4. September 2011 at 21:47

    sowas macht mir angst… mehr kann ich dazu nicht sagen

  • reiners
    4. September 2011 at 21:51

    Schlimm, schlimm, dennoch finde ich , dieses Thema hat hier nichts zu suchen, da Männer – Mode – Musik.

  • Horst
    4. September 2011 at 22:03

    @reiners sicher, du hast natürlich recht, aber nach knapp 1.900 artikeln kann aber auch mal über den tellerrand schauen.

  • Daisydora
    4. September 2011 at 22:17

    @reiners

    Man kann ja einen Artikel, den man selbst nicht so gerne lesen mag, einfach auslassen … da wäre ich ehrlich gesagt nicht gekränkt ….

    …aber ich bin sehr froh, dass Horst diesen Bericht angestossen hat. Modeblogs werden auch von vielen jungen Menschen gelesen und warum soll man da nicht mal zwischen zwei Breaking News über Dior und Hermès etwas bringen, das ein Haltungsthema ist …. unsere Erfahrung ist die, dass Horstson Leser da eher gut darauf reagieren.

  • Eveline
    5. September 2011 at 09:59

    Ich war schockiert, als ich das erste mal vom Video gehört habe und jetzt wo ich es gesehen habe: igitt! Sich dabei auch noch stolz filmen lassen, mir fehlen die Worte.
    Die Partei wird nicht verboten werden, weil man glaubt sie besser kontrollieren zu können, wenn sie nicht in der Illegalität agiert. Aber wenn die Alternative ist verfassungswidrige Ideen in die Landtage einziehen zu lassen bin ich auf deiner Seite. Weg damit!

  • Daisydora
    5. September 2011 at 10:19

    @Eveline

    Ich kenne die von dir genannten Argumente von Vertretern vieler Parteien und selbst Fachleute vertreten diesen Standpunkt. Es gibt aber das Problem, dass Städte. Komunen, Gerichte und die jeweils betroffene Bevölkerung der Probleme nicht mehr Herr werden können, die durch Aufmärsche, Demonstratiionen und die Rattenfängerei vor Schulen, etc. entstanden ist und sich immer mehr ausweitet. Darüber hinaus gibt es Verfassungsrichter, die sagen, man sollte einen neuen Versuch wagen … und aus meiner Sicht sollte auch eine Verfassung geändert werden, wenn sie verhindet, dass dieses Gespenst verschwindet.

    Außerdem sind solche Parteien in vielen Ländern verboten, weshalb nicht auch in Deutschland?

    Das würde es erleichten, Leute hinter Gitter zu bringen, die heute auch noch mit Steuergeldern finanziert werden müssen.

  • siegmarberlin
    5. September 2011 at 11:26

    pfui Teufel, dieser Lehrer sollte sofort vom Dienst suspendiert werden.

    ich finde schon das dies Thema hier passt, auch wenn wir uns für Mode interessieren bedeutet das ja nicht, das solche Themen uns nicht aufwühlen, ich sage danke für diesen Beitrag!

  • Daisydora
    5. September 2011 at 13:45

    @siegmarberlin

    So denke ich auch über den unappetitlichen Vorfall.

    Vielen Dank für dein Feedback und den Zuspruch!

  • Eveline
    6. September 2011 at 19:17

    Du hast vollkommen Recht, Daisydora. Danke für deine Reaktion und deinen klaren Standpunkt.

  • Daisydora
    7. September 2011 at 08:55

    @Eveline

    Ich danke dir.