Sam Taylor Wood ist eine starke Frau und eine wunderbare Photographin. Sie hat nicht nur ihren eigenen Stil, sondern auch ihren eigenen Kopf und erregte unter anderem dadurch Aufsehen, dass sie ein Kind von einem 23 Jahre jüngeren Mann bekam, mit dem sie zusammen lebt. Sie passt in ihrer Eigenständigkeit und Eigenwilligkeit genau zu den zwei Institutionen, für die sie jetzt ihr neues Buch gemacht hat: Karl Lagerfeld und Gerhard Steidl.
Steidls Verlag in Göttingen bildet etwa das, was man als Olymp für Bücherfreunde bezeichnen könnte. Die Akribie und die Vollkommenheit des Produktes Buch haben hier ihre perfekte Heimat gefunden. Steidls Bücher sind Kunstwerke und Trouvaillen zugleich.
peterkempe
Letzte Woche war es so weit, Tokio war drei Tage total im Fieber der Doppel C‘s. Keine Nation ist schon so lange einer der treuesten Anhänger des Pariser
Modehauses Chanel. Bereits Anfang der Achtzigerjahre invasierten die Japaner – eine der stärksten Wirtschaftsnationen der Zeit – mit dem absoluten Hang zu Statussymbolen und der Vergötterung von westlichem Luxus Paris und die Verkaufsstellen von Chanel weltweit. Weil in Japan doppelt so teuer, schickten Familien die Reisenden los, Mit dem Auftrag, alles mit zu bringen, was sie für begehrlich hielten. Die Häuser Vuitton und Chanel beschlossen darauf hin eine Regelung, die vorsah, dass Taschen nur in limitierter Stückzahl pro Nase abgegeben wurden. Japaner gehören seit dieser Zeit zu den treuesten und stärksten Chanel Fans.
Nun gab es als Hommage eine große Reise von der Rue Cambon nach Tokio und die Chanel Koffer waren vollgepackt mit drei großen Events und Ausstellungen. Gewiss auch eine Hommage an die Treue des Landes, das seit dem letzten Jahr durch Erdbeben, Tsunami und Fukushima alle Aufmerksamkeit des Westens braucht.

Bild: The Coveteur
Sie ist Photoagentin und war lange Zeit die Lebensgefährtin von einem meiner Lieblings-Photographen Terry Richardson: Jen Brill.
Jen, mit chinesisch-australischen Wurzeln, aufgewachsen an der Upper Eastside von Manhattan, hat den Status eines It-Girls in New York. Sie managt verschiedene Events, hat als Kuratorin unter anderem für den Fashion Tempel Colette in Paris gearbeitet und repräsentiert nun junge Photographen wie Theo Wenner und Max Farago sowie den Stylisten Mel Ottenberg in New York.
International wurde sie aber vor allem bekannt durch ihre Partnerschaft mit Terry Richardson. In New York fungiert sie auch als eine Art junges Aushängeschild für Chanel. Sie ist Botschafterin der New York Site des urfranzösischen Labels.
Heute möchte ich an jemand fast vergessenen erinnern, der die italienische Mode – als sie laufen lernte und Italien begann eine ernstzunehmende Konkurrenz für Paris zu werden – stark beeinflusste. Dem Armani, Versace und Co zu verdanken haben, dass es heute so etwas wie die Mailänder Modewoche und eine starke italienische Modeszene gibt.
Walter Albini wurde 1941 in der Lombardei geboren und sollte für seine Eltern eigentlich etwas Ernsthaftes wie Kunstgeschichte studieren. Walter brach aber sein Studium ab und ging an das Istituto d’Arte, Disegno e Moda in Turin. Eine Modeschule, die 1957 nur für Mädchen geöffnet war, weil ein italienischer Mann zu der Zeit natürlich nichts mit solchen Themen am Hut hatte. Als einziger männlicher Student machte er 1960 seinen Abschluss als zertifizierter Modedesigner.
In der kommenden Herbst/Winter Saison 2012/2013 entführt uns Christophe Lemaire nach Buenos Aires zu den argentinischen Gauchos und ihrer Lebensart, die für Stolz, Freiheit und Unabhängigkeit steht. Christophe Lemaire greift dieses Gefühl in seiner Kollektion auf und präsentierte in der École nationale supérieure des beaux-arts eine feminin-weiche, elegante aber gleichzeitig maskuline Linie. Die Silhouette wird bestimmt durch übergroße Cape-Mäntel und Fransenponchos, weite, schwere Leder- und Pluderhosen treffen auf weiße, taillierte Hemden und Schalkrawatten. Ein einteiliger Strick-Catsuit kommt in verschiedenen Volumen: mit übergroßem Wollpullover und strengem Longblazer.
Heute hat Blomquist Geburtstag und wir vom Horstson-Team gratulieren ihm nicht nur, sondern herzen und drücken ihn auch und wünschen ihm alles, alles Liebe und Gute für sein neues, hoffentlich buntes Lebensjahr.
Blomquist macht ja in der Regel unseren Wochenrückblick und bildet zusätzlich auch noch die moralische und seelische Stütze für Chefredakteur Horst. Aber Blomquist ist auch eine der individuellsten Personen die ich kenne, und hat sich in seinem Leben seit langen Jahren mit Mode, Stil und dem Fashion-Circus auseinander gesetzt.
Die meisten der vergangenen Jahre allerdings mit den Kleidungsstücken, die die Herren der Schöpfung bedecken. Das hat sich nun schlagartig zu meiner vollsten Befriedigung geändert und Blomquist ist in die Welt von Anna Wintour, Chanel und Prada, von Burberry, Vuitton und Alberta Ferretti übergewechselt. Befasst sich jetzt mit dem, was man „und ewig lockt das Weib“ bezeichnet.
Eins geb‘ ich ja unumwunden zu: Ich liebe meine Stadt Hamburg. Auch wenn mein Herz in Paris deutlich an Schlägen zunimmt und Berlin diesen unwiderstehlichen, aufregenden Charme hat, eine echte Großstadt ist – bleibt meine Heimat Hamburg, diese ungeheuer komfortable und langsame Stadt. Ähnlich wie Genf strahlt Hamburg Ruhe, Kraft, Fundiertheit und eine Gewisse Würde aus, die mir als etwas altertümlicher Mensch sehr entgegenkommt. Außerdem kann man ja im Zeitalter von Mobilität überall hinfahren und dann macht das Entdecken und wieder Heimkommen ja doppelt Spaß.
Eines meine Lieblings Objekte in meiner Modesammlung hat mit zwei Sachen zu tun, die ich sehr liebe, nämlich mit dem Modehaus Chanel und Hamburg. Es ist der Chanel Herbst Winter 1989 Katalog den Karl Lagerfeld – damals erst seit einem Jahr auch der Photograph des Hauses Chanel – mit Ines de la Fressange in Hamburg und Umgebung aufgenommen hat.
Sie war bekannt als eine Frau des Stils, die Frau des berühmten Gastronomen und Ruhlmann-Sammlers Michael Chow. Sie zierte nicht nur die Gesellschafts- und Mode-Seiten von Los Angeles, New York, London, Paris und Tokio, sondern sie legte auch eine der bedeutendsten Sammlungen an, die mit dem Bestand von Museen wie dem Metropolitan Museum oder dem Fashion Institute Of Technology in New York mithalten kann. Hunderte von exorbitanten Beispielen befanden sich nicht nur in ihrer Sammlung, sondern wurden auch von ihr getragen. Fashion-Experten sahen den Reiz und die Qualität ihrer Sammlung besonders darin, dass es die besten Beispiele dafür waren, die individuelle Vision und die besonderen Eigenschaften der einzelnen Schöpfer und der Häuser zu repräsentierten.
… dann wären das die Special-Nike-Cortez von Elton John.
Der Cortez hat in diesem Jahr seinen vierzigsten Geburtstag und ist an sich schon ein Kult-Sneaker von Nike. Es gibt ihn jetzt zum Jubiläum in diversen Special-Editions und Sonderfarben.
Aber es gibt eben diesen einen absoluten Solitär, den ich wahnsinnig gern hätte, der mir mit Schuhgröße 45 wahrscheinlich gar nicht passen würde, weil Elton John viel kleinere Füße hat. 1975 als Spezial-Anfertigung im Tausch gegen ein paar Konzert-Karten und der Widmung eines Songs des Konzertes, sowie der Präsentation der Schuhe durch einen Sprung aufs Klavier während der Session, exklusiv für den Sänger gemacht …
Es gibt Menschen, die praktisch dem Synonym entsprechen, das sie tragen und wenn man den amerikanischen Begriff Society-Lady hört, muss man unweigerlich
als erstes an sie denken: Nan Kempner.
Sie bildete eine der Stützen der amerikanischen Gesellschaft und der französischen Haute Couture der letzten fünfzig Jahre. Ihre Kleiderschränke sind legendär (siehe Abbildungen unten) und sie bestellte im Laufe ihres Lebens mehr als 1000 Couture Modelle.
Ihr absoluter Liebling war dabei Yves Saint Laurent, den sie schon bei Dior kennen und lieben lernte und bei dem sie aus jeder Kollektion – seit seiner Gründung 1962 – kräftig bestellte. Daneben hatte sie ein ähnliches Faible für Valentino, mit dem sie auch eine lange Freundschaft verband. Nebenbei versorgte sie aber auch die Häuser Givenchy, Scherrer und Balenciaga mit Orders. Die Saint Laurent Modelle, 300 an der Zahl, wurden nach ihrem Tod – im Alter von 74 Jahren – im Jahr 2005 der Fondation Pierre Bergé und Yves Saint Laurent in Paris und dem Metropolitain Museum in New York vermacht und zierten dort schon eigene Retrospektiven, die dem Wirken der Stilikone gewidmet waren.









