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peterkempe

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Peter’s Cuttings – Vintage Cartier

In keiner Generation wurde soviel Schmuck vererbt wie in der jetzigen. Außer so spektakulären Kollektionen, wie zum Beispiel der von Liz Taylor, werden im Verborgenen viele Schätze gehütet. So wurde gerade bei Christie’s in New York ein Nachlass einer 104 jährigen Milliardärin versteigert, der zwar nur 17 Stücke enthielt, aber von solch einer Brillianz, dass das Ergebnis das Doppelte dessen war, was die Klunker der Hollywood Diva erreichten.
Besonders gefragt sind natürlich auffallend große Steine, Stücke mit Provenienz von Berühmtheiten und natürlich aus den bekannten Häusern wie Cartier, van Cleef, Boucheron oder auch Harry Winston. Der Run auf die Kreationen aus den goldenen Jahren dieser Häuser ist grenzenlos. Das liegt zum einen daran, dass in wirtschaftlich schlechten Zeiten Edelmetalle und Juwelen als sicherer Hort für das Großkapital gelten. Zum anderen sind gerade die Stücke von van Cleef und Cartier aus den zwanziger bis siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts Kunstwerke und Meilensteine der Handwerkskunst.

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Google Doodle – Peter Carl Fabergé

Es ist jeden Tag wieder eine Überraschung und manchmal muss man auch schmunzeln: Die Google Doodel sind auf der Eröffnungsseite von Google zu besonderen Anlässen, Jubiläen oder Geburtstagen immer wieder eine Wonne.
Heute wäre der 166.Geburtstag von Hofjuwelier Peter Carl Fabergé. Der russische Zarenhof war süchtig nach seinen Produkten und Alexander III. und Nikolaus II.schenkten jedes Jahr ihren Frauen die auf tollste Weise gestalteten Ostereier aus Perlen Diamanten und vor allem Emaille.

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Peter’s Cuttings – The Queen is doing her Boxes

Würde man mich fragen, was ist eine der größten Konstanten die sie sich vorstellen können, würde ich sicherlich ganz schnell auf die Königinnen alle Königinnen kommen – die englische Queen Elizabeth II.
Sie ist schon immer da und das nicht nur in meiner Generation. Sie hat das Zeug dazu, den Regierungsrekord von Viktoria I. einzustellen, die bis heute als Englands längste Monarchin mit 64 Regierungsjahren in die Annalen einging und sie ist das Sinnbild für Pflichterfüllung und wirkt beinahe unsterblich.
Nun hat sie also das „Diamond Jubilee“ – 60 Jahre sind seit 1952 vergangen, als sie als Prinzessin ein Baumhaus in Kenia, die Treetops, bestieg und als Königin hinabstieg, nachdem ihr Vater 1952 verstorben war.

Es ist alles über sie geschrieben, gesagt und abgelichtet worden, was man sich vorstellen kann. Sie wurde von mehr Spitzenphotographen photographiert als jedes Model dieser Welt, Cecil Beaton machte ihre Krönungsphotos, Lord Snowdon war ihr Schwager und Annie Leibovitz gab sie zwanzig Minuten. Sie ist ein Phänomen, weil sie einer der individuellsten Menschen ist die man sich vorstellen kann. Sie passt in kein Schema – selbst in ihrer Generation ist kaum noch jemand so angezogen wie sie, sie trägt nur englischen Kleidung und benutzt nur englische Produkte – mit zwei Ausnahmen: Ihre 350 Kopftücher (die sie auch als diese trägt) sind von Hermès in Paris und sie hat sogar drei eigene Motive (The Royal Mews, Regina und L’Entente Cordiale) und die Tupperware, die sie zum Frühstück neben ihrem Kofferradio platziert, kommt auch nicht aus England.

Das Wichtigste auf der Welt ist für sie der Commonwealth, ihre Corgis und eigentlich würde sie, wenn sie nicht Königin wär‘, eine Landfrau sein – Denn Pferde und das Landleben schätzt sie sehr.
Eigentlich, wenn ich es recht bedenke, liebe ich sie in all ihren Eigenschaften. Sie ist diszipliniert, hat entzückende Freunde wie Lady Pamela Hicks, die in keiner Doku über sie als Kronzeugin fehlt, Patricia Countess Mountbatten of Burma ist lebenslang an ihrer Seite.

Meine früheste Erinnerung an sie ist eine leibhaftige und das große Vorurteil, dass man sie immer nur von weitem sieht, konnte ich daher nie nachvollziehen.
Meine Großtante lebte seit 1946 am Fuße des Windsor Great Park in Windsor bei London. Die Queen befindet sich ja nur unter der Woche in London in Buckingham Palace und fährt, wenn nicht Staatsbesuche oder Staatskrisen drohen, am Freitag hinaus auf das riesen-große Schloss Windsor. Dort ist auch die große Corgie Rasselbande beheimatet und die Queen ist mehr informell am Wochenende. Im Sommer geht’s dann mit der ganzen Familie nach Schottland, nach Balmoral – dort weiß jeder das sie nicht erkannt werden möchte und ihre Privatsphäre wird noch mehr akzeptiert.
Immer wenn ich meine Ferien in Windsor verbrachte, war es normal wenn die Flagge auf dem Schloss gehisst war, dass die Queen sich dort aufhielt und wenn man nachmittags spazieren ging, passierte es viele Male das sie ihren Land Rover eigenhändig steuernd, nur mit Kopftuch an, einem fünf Meter entfernt ohne Leibwächter winkend vorbei fuhr. Seitdem bin ich glühender Verehrer von ihr und lasse nichts auf sie kommen.
Anfang der siebziger Jahre empfand ich sie als eine schöne strahlende Frau und ihr Charme schlug alle in den Bann. Genau wie sie war und ist, hatte eine Königin zu sein und auch wenn es viele andere Königinnen gibt, sie ist „die“ Königin, fast wie ein Synonym für den Berufsstand.
Sie hat 11 Premierminister und eine Premierministerin überlebt (ihr Liebling bis heute: Winston Churchill) und sie ist eine der fleißigsten Büroarbeiterinnen der Welt. Wenn man jemanden fragt was sie macht und sie keine Termine wahrnimmt, wird in der Regel gesagt „The Queen is doing her Boxes“ das heißt sie sitzt in Twinset und Bahnenrock in ihrem Office – umgeben von großen roten Kästen, die eine Mischung zwischen Koffertruhen und übergroßen Cartier Kästen in saffianbezogenen Leder, in knallrot mit punzierten ER Monogramm und der Imperial-State-Crown versehen sind. Diese Boxen sind durchnummeriert und sind eine Art Transportsystem zwischen den Ministerien, dem Parlament und den Büros der Queen in Buckingham Palace und Windsor. In der Regel liegen auf den kostbaren Axminster Teppichen drei bis vier umgefallene Corgies um sie herum die schnarchend die Fleissarbeit der Monarchin begleiten.

Fragt man ihre Untertanen kommt in den meisten Fällen der Ausspruch „she is disciplined and good“ und das ist sie in der Tat. Ihr Geschmack ist sehr speziell und ihr Hoflieferant Aprey’s liefert nicht nur die berühmten Handtaschen der Queen, sondern auch zum Beispiel den Silber Corgie, der bei der Neujahrsansprache auf ihrem Schreibtisch vor ihr steht – sichtbar für alle Untertanen in der BBC. Zum „Diamond Jubilee“ bietet Asprey’s Karaffenverschlüsse in Corgie-Kopf-Form und die passenden Whiskytumbler auch in seinem Webshop an. Das schönste und preiswerteste Souvenir ist aber die Juni Ausgabe des Tatler – dann weiß man alles über sie. Ein Must Have für Queen Fans.

Die Queen bedient alle Klischees Englands und ist daher die Repräsentantin der Insel, die zwischen absoluter arrivierter Klassik bis zu den exentrischten Dingen alles hervorbringt, wofür Europa einen ganzen Kontinent benötigt. Um 5 Uhr ruht das gesamte Land weil Tee getrunken wird und die Freizeit wird, wenn man nicht sich dem Thema Garten hingibt, auf allerlei erbauliche Weise verbracht. Kreuzworträtsel macht die Queen gern und vor allem eins: Fernsehen. Sie ist eine Flimmertante und ihr TV- Set liebt sie sehr. Das Fernsehen ist ihr Fenster zur Aussenwelt, denn natürlich geht die Queen nicht mal eben zum Shopping in die Stadt sondern in Ausnahmefällen wird dann Harrod’s oder Selfridges abgesperrt und die Queen kommt mit Termin und Hofdamen zum Besichtigen der Ware.
1945, als der Krieg zu Ende war, haben sie und ihre Schwester Margaret sich unters Volk gemischt und die Siegesfeier in den Straßen Londons verbracht. Davon erzählt sie heute noch gern.
Auch wenn sie in der Familie, genau wie wir alle, härtere und einfachere Fälle hat und manchmal etwas verdrossen guckt, eigentlich möchte man sie keinen Deut anders haben als sie ist. Als Queen ist sie perfekt und ihr Style ist das eigenständigste was man sich vorstellen kann. Manch Modehaus wäre froh wenn sie so eine Cooperate Identity hätte wie Mam herself.
Die Queen ist unschlagbar und ich liebe sie in all ihre Facetten, hätte ich einen Wunsch frei an sie, würde ich gern mal mit ihr Tee trinken und dabei mit ihr in ihrem Schmuckkasten wühlen und wenn ich mir ein Geschenk von ihr erbitten dürfte, hätte ich gern den Regenschirm der einen farbigen Rand hat und durchsichtig ist, damit sie auch bei Regen ihr Volk sehen kann.
Möge sie noch lange ihre Boxen machen – God save the Queen – long may she reign.

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Joe Colombo – Leben in Zeitraffer


Joe Colombo im Elda Chair; Foto von R. Facchini

Als es darum ging, in den Sixties das Design ins Futur zu beschleunigen, war keiner radikaler als Joe Colombo. Das Zukünftige war für ihn bereits Gegenwart. Deshalb zählte vor allem eins: Geschwindigkeit – und das nicht nur, weil er gern Sportwagen zeichnete.

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Peter’s Cuttings: Daphne Guinness – Pretty amazing Fashion-Icon


Daphne Guinness für Nars 15th

Sie sieht jeden Tag aus, als würde sie direkt einem Couture Defilee entstiegen sein. Sie verabscheut Sportswear und ihr Erkennungszeichen sind ihre extrem hohen absatzlosen Schuhe – Daphne Guinness.
Ihre Schuhe, die sie in den Himmel heben, wie sie es selber nennt, lässt sie bei Christian Louboutin oder dem Japaner Noritaka Tatehana machen und behauptet, dass sie seit dem gar nicht mehr auf Schuhen mit Absätzen gehen kann.
Überhaupt würde ich sie zu den sehr inszenierten Fashion-Ikonen zählen, die – ähnlich wie Lady Gaga oder früher Anna Piaggi – nichts dem Zufall überlässt: Sie sieht sich als eine Art Gesamt-Kunstwerk. Und das auf höchstem und kostspieligsten Niveau. Sie ist sozusagen, auf die Spitze getrieben, die Haute Couture Ausgabe der „English Eccentrics“.

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Thierry Boutemy – Der Blütenträumer von Marie Antoinette

In der Avenue Louise 404 in Brüssel hat der Mann sein, einfach ausgedrückt Blumengeschäft, der ein bisschen mit daran Schuld ist, dass Stylisten aus aller Welt in Rokoko Schlösser und Modemuseen mit Barock – Kostümen Pilgern lässt: Thierry Boutemy.
„Sofia suchte jemanden der mit Blumen Geschichten erzählen kann“ sagte Boutemy auf die Frage, wieso gerade er für den 40 Millionen Dollar teuren, ein Fest fürs Auge bildenden Film „Marie Antoinette“ von Sofia Coppola engagiert wurde. Er hatte einen nicht geringen Anteil daran, dass der opulente Bilderbogen zu einem Feuerwerk aus Farben und Stil wurde .
Coppola schaffte es mit ihrem Film perfekt den Esprit de l’époque nacherlebbar zu machen und Boutemy schuf voller Phantasie ein Dekor, das wie ein einziges Petit Four wirkt.
Es wurde zum Rokoko Rausch: Von pastellfarbenen Gestecken aus Päonien, Lupinen und Hortensien über Blutengirlanden, Dekolleté-Sträußchen und Fruchtarrangements auf kristallglänzenden Hoftafeln bis zur kandierten Kirsche auf rosa Zuckertörtchen.

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Marie Antoinette geht mit Axel von Fersen baden – Chanel Croisière Frühling 2013

Montag war es soweit: Chanel lud in die königlichen Gärten von Versailles ein, um seine Ressort Croisière Kollektion für das Frühjahr 2013 vorzustellen.
Keine Location hätte für Kaiser Karl standesgemäßer sein können als die Bourbonen-Residenz mit ihrer unendlichen Prachtentfaltung und ihren unzähligen Zimmerfluchten.
Unter blau/weiß gestreiften Zelten, die an die Feste Vatels erinnerten, saß das bunte Modevolk um ein Defilee einer Kollektion zu erleben, die ein bisschen auch an die Werke seiner Zuckerkapriolen für Ludwig XIV. denken ließen.

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Peter’s Cuttings – Ein Amerikaner in Paris: Patrick Kelly // re-edit

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Photograph by Oliviero Toscani

In den achtziger Jahren tat sich die Couture eher sehr schwer, war madamig und total vom Prêt-à-Porter überholt. Dior, Saint Laurent etc. zeigten eher brave Kollektionen die sich überwiegend an die amerikanische, japanische und Ölprinzessinnen Kundschaft richtete.
1987 fiel mir ein Mann in Paris auf, der völlig aus der Art schlug: Wie Jim Knopf in seiner Latzhose mit 10 cm großen bunten Knöpfen, auf dem Kopf eine Kappe auf der in großen Lettern ‚PARIS‘ prangte, dem der Schalk aus den Augen blitze und der auch noch Schwarzer war: Patrick Kelly.
Die Fahrkarte nach Paris hatte ihm seine beste Freundin besorgt: Pat Cleveland, Muse von Halston und das meist-gebuchte Model aller Schauen zu dieser Zeit, egal ob Chanel, Miyake, Anne-Marie Beretta, Saint Laurent, Castelbajac – es gab keine keine Schau ohne sie und sie tanzte wild und wie ein Korkenzieher über die Laufstege und die Sachen die sie vorführte gingen weg wie warme Semmeln.
Eigentlich sollte Patrick sich nur ein paar Wochen in Paris erholen aber er liess das Rückflugticket verfallen und blieb.

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Wiederentdeckt und für gut befunden – Die Gucci Roll Tasche

Bisher kannte ich nur Bifi-Roll, allerdings mehr aus der Werbung als vom persönlichen Verzehr.Nun entdeckte ich vor einigen Tagen eine super schöne Tasche aus der Geschichte des Hauses Gucci.
Zum einen ist es eine Aktentasche, die ein ordentliches Fassungsvermögen für Laptop oder Unterlagen hat und zum anderen wird sie zu einer Art Clutch, die man bequem unter den Arm klemmen kann, wenn man sich der Arbeit entledigt hat. Guccio Gucci hat sie in den fünfziger Jahren kreiert, als es noch eher ungewöhnlich war, dass Männer überhaupt mit Taschen gingen und wenn, dann sollte es schon eine richtige Aktentasche sein.

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