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Vi älskar Sverige x Mando Diao – “Infruset”

Gustaf Fröding war einer der wichtigsten Lyriker Schwedens. Mando Diao war/ist eine der wichtigsten Bands Schwedens. Also wurden die Jungs 2011 gebeten einige Werke des schwedischen Dichters zu vertonen. Das machte ihnen soviel Spaß, dass sie sich noch im selben Sommer fünf Tage in eine umgebaute Scheune in Dalafloda einschlossen und dort das Album „Infruset“ in ihrer Muttersprache aufnahmen. Ein Album auf Schwedisch: Das war schon immer eine Herzensangelegenheit der Band rund um Frontmann Gustaf Norén. „Wir haben keine besonders guten Texte in Englisch, weil wir die Sprache nicht zu 100% beherrschen. Somit war es geradezu magisch, sich den Texten in unserer Muttersprache zu widmen.“
„I’m falling in love with your favourite Song, I’m gonna sing it all night long, I’m gonna dance with somebody, dance with somebody, dance, dance, dance.“

Recht hat er.

„Infruset“ ist natürlich stark inspiriert von Gustaf Fröding und den romantischen aber zeitgleich auch knallharten Inhalten seiner Gedichte wie u.a. Alkoholmissbrauch oder Prostitution. Das Gute ist: Alle die kein Wort Schwedisch verstehen (und das sind hierzulande ja die meisten), hören auf „Infruset“ einfach schöne Lieder die nach Herbst klingen und vor Allem komplett anders als sämtliche Vorgänger Mando Diao’s.

Hörtipps:

„Sningelns Visa“
„Strövtåg i Hembygden“
„Titania“

„Infruset“ erscheint bei uns am 2.November.

Allgemein Music

„Ich möchte nicht über meinen Style definiert werden, sondern über meine Musik“ x Miriam Bryant im Interview

Miriam Bryant gilt als große Neuentdeckung des Jahres. Bereits nach den ersten acht Monaten ihrer Gesangskarriere, bekam sie einen internationalen Plattenvertrag angeboten. Und nahm ihn an. Ihre Debutsingle „Finders Keepers“ ist dramatisch und gewaltig. Genau wie ihre Stimme die klingt als würde sie seit 19 Jahren rauchen – rau und erfahren eben. Ich sprach mit dem 21-jährigen Stimmwunder über die Backstreet Boys, zweimal Victor und Erwartungsdruck.

Man sagt du seist „das Beste aus drei Welten“. Was bedeutet das?

Ich glaube das bedeutet, dass ich die Melancholie aus Finnland mit dem Pop-Einfluss aus Schweden verbinde. Und was war das Dritte nochmal? (lacht) Ich habe das ehrlich gesagt gar nicht selber gesagt. Das war mehr nach dem Motto: Du bist das. Ich denke es kommen einfach mehrere Einflüsse zusammen die ein Ganzes ergeben.

Es wurde auch das musikalische Erbe deines Vaters erwähnt.

Ja das betrifft die Musik die mein Vater hörte als ich noch jung war. Also Pink Floyd, Deep Purple, Neil Young und Bob Dylan. Ich war sozusagen gezwungen diese Musik zu hören. Das hat mich natürlich sehr beeinflusst.

Kam dadurch auch deine frühe Musikbegeisterung?  

Ich habe generell sehr viel Musik gehört. Ich war totaler Backstreet Boys Fan. Die habe ich geliebt und ich war total in AJ verknallt.

Der Alkoholiker …

Ja genau der (lacht). Ich habe allerdings erst vor einem Jahr wirklich angefangen Musik selber zu schreiben.

Und woher nimmst du seitdem deine Inspiration?

Von Menschen die ich treffe, Musik die ich höre, insbesondere instrumentale Musik wie zum Beispiel Klassik.

Die in Stücken wie „Raised in Rain“  in Form des Klaviersolos rauszuhören sind. Spielst du selber?

Nein mein Freund Victor spielt Klavier. Er hat auf dem Album gespielt und auch live mit mir, aber ich habe nun einen neuen Victor.

Schon wieder einen neuen Victor?

Ja der heißt aber auch Victor.

Robyn hat mal in einem Interview gesagt, dass der Schreibprozess bei ihr wie eine Art Vulkan funktioniert. Das heißt wenn es aus ihr ausbricht muss sie alles schnell aufschreiben, sonst ist es weg. Wie schreibst du deine Songs?

Alle Songs sind sehr persönlich. Es geht um Leute die ich liebe, hasse bzw. gut oder schlecht finde. Ich entscheide aber im Voraus nicht über die Themen der Songs. Wenn etwas passiert worüber ich schreiben möchte dann tue ich das. Ich würde das nicht wie eine Art Vulkan bezeichnen. Ich denke sie meint damit alles zu skizzieren und zu notieren bevor man den finalen Text schreibt. Das ist wie Mindmapping. Was dir in den Kopf kommt schreibst du auf und zum Schluss fügst du die besten Stücke zusammen.

Und sitzt Miriam Bryant dann im Zimmer und schreibt ihre Songs?

Nein letztendlich ist es so, dass Victor am Piano sitzt, ein paar Akkorde spielt und ich dann darauf texte. So kommt alles zusammen.

Hast du musikalische Vorbilder?

Ich liebe Bon Iver und James Blake. Den finde ich großartig. New Wave und Instrumentalmusik sind wie gesagt auch große Inspirationen für mich.

Immer wenn ich deine Songs meinen Freunden vorgespielt habe hieß es: Wow die klingt ja wie Adele! Ich denke mal das hast du schon öfter gehört?!

Oh ja (lacht)

Nervt dich das?

Es gibt keinen Grund dass mich das nervt. Leute vergleichen immer neue Acts mit bereits Etablierten. Und ich bin natürlich sehr froh mit Adele verglichen zu werden. Sie ist wahnsinnig talentiert.

„Finders Keepers“ und insbesondere deine Stimme wird hochgelobt. Die Erwartungen an das Album sind dementsprechend groß. Setzt dich so etwas unter Druck?

Da mache ich mir gar keinen großen Stress. Ich bin ehrlich gesagt einfach nur wahnsinnig aufgeregt und stolz, da ich das Album ganz toll finde und jeden einzelnen Song liebe. Ich denke es wird den Leuten gefallen.

Wo wir gerade dabei sind: Wie wird es klingen?

Es ist ein Mix zwischen Pop, Klassik und elektronischer Musik. Zentraler Punkt sind meine Texte die mir sehr wichtig sind. Es wird Songs wie „Finders Keepers“ geben aber auch Songs die ganz anders klingen. Es gibt einen A capella Song der recht minimalistisch ausgefallen ist. Den haben wir am Laptop eines Freundes aufgenommen. Es wird viele Intros und Outros geben in denen vielerlei Einflüsse von Pop über Klassik bis hin zu Elektro zu finden sein werden.

Dennoch spiegelt „Finders Keepers“ die Seele des  Albums wieder.

Ich muss dich natürlich als Schwedin auch etwas über Fashion fragen.

Großartig! Schieß los.

Wie wichtig ist Fashion für dich und deine Musik?

Ich denke es ist wichtig immer bestmöglich auszusehen und dich so anzuziehen dass du dich wohl fühlst, aber letztendlich schaut man sich Musik ja nicht an sondern hört sie. Mode ist wichtig für das ganze drum herum. Der persönliche Style ist natürlich wichtig um einen Wiedererkennungswert zu haben wie zum Beispiel Lady Gaga. Ich denke jeder Künstler hat seinen Style aber ich möchte nicht über meinen Style definiert werden sondern über die Musik.

Und wie bezeichnest du deinen Style? Ich tippe auf Vintage.

Ja genau ich liebe Vintage Klamotten und versuche immer cooler zu sein als ich bin (lacht). Ich mag Urban Outfitters, American Apparel und mag diesen Print meiner Jacke (siehe Headerbild) aber auch viel Schwarz. Oh Gott ich bin es gar nicht gewöhnt über Mode zu sprechen.

Wenn du darüber bestimmen könntest: Wie würdest du deinen Freund anziehen?

Jeanshemd bis oben geknöpft, schwarze Jeans und DocMartens. Dazu einen Hut.

Ist er ab und zu dabei wenn du beruflich unterwegs bist?

Nein leider nicht. Aber er ist immer in meinen Gedanken … oh Gott das klang jetzt klischeehaft oder?

Music

HAIMweh x HAIM „Forever“

Drei Geschwister die Musik machen. Wer da jetzt auf Hanson hofft den muss ich enttäuschen. Vielmehr handelt es sich um drei Schwestern aus Kalifornien namens Danielle (22), Alana (19) und Este (24) deren Nachname Haim ist. Diese mischen Folk mit R’n’B und außerdem die Musikbranche auf. Damit bringen sie es nicht nur als „Band of the week“ auf vogue.com, sondern auch als Band des Tages auf HORSTSON!

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We are knitters

Wer wie ich bei einer Strickliesel versagte, der lässt schwer traumatisiert alle weiteren Strickvorhaben ruhen. „We are knitters“ könnte es jetzt unter Umständen schaffen, dass ich mich an den Nadeln versuche. Das aus Spanien stammende Projekt bietet die Rohmaterialien für verschiedene Strickstyles (Beanie, Tube, Pullover, Schal) fertig abgepackt zum Bestellen. Dabei sind die Kits nach verschiedenen Schwierigkeitsgraden eingetütet. Ich werde mich als Strickliesel-Looser dem „Empire Snood“ widmen. Das Ergebnis seht ihr dann in 5-6 Monaten hier.

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Sascha Grewe x ARTCANBREAKYOURHEART

Ich bekam mal einen grünen Leuchtreklame-Buchstaben geschenkt (ein „S“ für meinen Nachnamen). Nachdem ich ihn aufwendig mit einer Lichterkette ausstaffiert hatte und er auf meinem Regal Platz fand, landete er leider nach dem Umzug im Keller. Nun ist es Zeit, dass ich das „S“ wieder aus dem Keller hole, in die Wohnung stelle und mit einem „J“ von Sascha Grewe kombiniere „ARTCANBREAKYOURHEART“ heißen die typografischen aus MDF gefertigten Sitzmöbel, die entweder als Beistelltisch, Einrichtungsobjekt oder Buchstaben“regal“ genutzt werden können.

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Einschlagen oder aufschlagen? X „Er ist wieder da“ von Timur Vermes

Neulich stieß ich auf den Trailer zu „Er ist wieder da“ , gesprochen von Christoph Maria Herbst. Die von Timur Vermes geschriebene und im im Eichborn Verlag erschienene Satire beschäftigt sich mit der Frage: Was wäre wenn Hitler im Jahr 2011 wiedererweckt worden wäre? Also schickt der Autor Hitler im Jahr 2011 durch Berlin. Von einem leeren Hinterhof in Mitte vorbei an Kiosken und türkischen Reinigungen bis er schließlich im deutschen Fernsehen ankommt.

Das verspricht das Vorwort. Das Vorwort sagt aber auch: „ (…) ist ein atemberaubendes Lesevergnügen, so boshaft wie perfide: Weil der Leser sich zunehmend ertappt, wie er nicht mehr über Hitler lacht. Sondern mit ihm. Lachen mit Hitler? – geht das? Darf man das überhaupt? (…).“ Gute Frage.

Bisher blieb der große Medienaufschrei aus. Was mich ehrlich gesagt sehr wundert. Ich habe das Problem, dass ich das Buch gern unterwegs lesen würde, mich aber nicht traue es aufzuschlagen, sodass jeder das Cover sehen kann. Obwohl ich das Cover-Artwork mag und die Idee hinter dem Buch so absurd wie auch erschreckend finde stellt sich also die Frage: Muss/sollte man das Buch mit Umschlag lesen? Was meint ihr?

Timur Vermes – „Ich bin wieder da“ – Eichborn-Verlag 2012

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Ecken und Kurven x 70’s Concept Cars


Bild: © 70s CONCEPT CARS – YESTERDAY’S DREAMS OF THE FUTURE
by Rainer W. Schlegelmilch, Bertone Lamborghini Bravo, published by teNeues

Falls ihr euch beim Anblick der Autos fragt: Sind die echt? Ja sind sie! Die Frauen übrigens auch. Ende der 60er bzw. Anfang der 70er Jahre wollten italienische Auto-Designschmieden wie Bertone oder Pininfarina das Auto neu erfinden. So entstanden diese Geschosse die teilweise wie eine Mischung aus Knighrider’s „Kid“ und Rakete aussehen. Leider wurde viele Entwürfe nicht produziert und landeten auf dem Designfriedhof.

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Music

Placebo x B3

Erst neulich fragte ich mich was eigentlich mit Placebo los ist. Jetzt haben wir die Antwort. Natürlich waren sie im Studio und haben an „B3“ gearbeitet dem nach „Battle for the sun“ mittlerweile siebten Album der Band rund um Frontmann Brian Molko. Aber die Bezeichnung Album ist eigentlich falsch. Es ist vielmehr eine EP von der es allerdings keine Singleauskopplung geben wird. Vielmehr soll „B3“ als Ganzes stehen und die Wartezeit auf das neue Album verkürzen, welches im Jahr 2013 erscheinen wird.

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Hitchcock

Für Fans von Motelduschen und psychisch gestörten Männern mit Ödipuskomplex kommt im Februar nächsten Jahres ein Must-See-Movie in die deutschen Kinos. In „Hitchcock“ verfilmt Regisseur Sacha Gervasi neben Hitchcocks Leben und Schaffen im Speziellen die Entstehungsgeschichte des Films „Psycho“. Mit dabei: Anthony Hopkins als Hitchcock, Helen Mirren als seine Frau, Scarlett Johansson (als Janet Leigh), Toni Collette, Jessica Biel, James D’Arcy uvm.. Den Trailer gibt’s hier.

„Hitchcock“ – ab 7.2.2013 im Kino