Suzy Menkes sagte im Jahre 2010 auf die Frage nach kommenden deutschen Modedesign-Talenten: „…also see Kilian Kerner as very resourceful“ (Quality; December/January 2010) – nun stellt sich die Frage, ob sie heute noch genauso die Zukunft des Designers prognostizieren würde?
Horst
… und zwar geht es um ein Paar Schuhe. Schuld am Dilemma ist obiger „adidas x OPENING CEREMONY OC DRESS RUBBER“ Sneaker (gibts zum Beispiel bei The Good Will Out für 119€). Ich sehe ihn als Bedrohung des guten Geschmacks an und bin mir nicht sicher, ob ich jemals einen solch hässlichen Schuh gesehen habe, nicht zueletzt weil Teile des Sneakers aus transparenten Material hergestellt wurden. Blomquist hingegen hat ihn schon ohne zu zögern in seinen virtuellen Einkaufskorb gesteckt. Stellt sich die Frage, wer falsch liegt – Blomquist oder ich?
Vor ein paar Monaten habe ich euch die Paper Bags aus der kommenden Herbst/Winter Saison 2013 von Jil Sander vorgestellt. Dank Kathrin vom Modepiloten wissen wir auch, dass diese tatsächlich aus Papier bzw. aus Pappe hergestellt wurden.
Nun habe ich bei Mr.Porter eine Version der Tasche aus Leder gefunden – sozusagen eine Papiertüte de luxe. Leider ist diese schon vergriffen – trotz eines Preises von immerhin 520€. Ich hoffe auf Nachlieferung.
Warum trägt das Model eigentlich einen Werkzeugkoffer spazieren?
Posted on 11. Juli 2012Ich bin gespannt auf Eure kreativen Antworten: Warum trägt das Model der Les Garçons Spring/Summer 2013 Show einen Werkzeugkasten spazieren?
Eine offizielle Antwort gibt es übrigens nicht – es stand weder ein Auto bei der Schau, noch irgendetwas anderes, was an eine Autowerkstatt erinnert, als Deko rum…
Jeder hat das Publikum was er verdient – so könnte man meinen. Das stimmt nicht immer, und im Zusammenhang zu Patrick Mohrs Kollektions-Präsentation am vergangenen Freitag im Berliner Babylon fast gar nicht.
Sie waren alle da und haben sich auch alle was hübsches angezogen: Blogger, Selbstdarsteller, ein Friseur der mal die Frisur von Bill Kaulitz designt haben soll, ein paar Moderedakteure, die etwas irritiert in die überwiegend in langweiligen schwarz gekleidete versammelte Menschenmasse vorm Kino in Berlin-Mitte schauten und einige Leute, die ich nicht identifizieren konnte. Soweit also alles wie gewohnt – so muss das bei einer Mohr Schau sein.
Im Kino standen dann Models und eine in Berlin weltbekannte Bonnie Strange auf Kisten, ließen sich bzw. die Kollektion von Bloggern, Selbstdarstellern, einem Friseur und einigen Moderedakteuren fotografieren bzw. bestaunen, dass Licht ging aus, einige Mädchen haben gekichert, ein ca. 10minütiger Film beginnt: Wilson Ochsenknecht zeigt, was er bis vor kurzem noch mit Bonnie gemacht hat und einen kurzen Augenblick hofft man auf einen gut gemachten Modeporno. Ab Mitte des Filmes werden keine Klamotten mehr ausgezogen, sondern die Kollektion mehr oder weniger deutlich an Models gezeigt. Alles wie erwartet und auch ganz gut gemacht und man würde mit einem guten Gefühl aus dem Kino gehen – wenn dann die Blogger, Selbstdarsteller und der Friseur mitgespielt hätten: Statt auf dem Designer der Schau zu warten, damit dieser sich bedanken, verabschieden oder was-weiß-ich-was kann, war es einem Teil des anwesenden Publikum wichtiger, wieder nach draußen zu kommen, um sich weiter gegenseitig zu belobdudeln und zu fotografieren zu können. Wen interessiert es dann schon, sich dem Anlass der Veranstaltung zu widmen?
Gut, Mohr bekam noch vor einem ca. halb-gefülltem Kinosaal die Chance, sich zu bedanken. Das hätte er in meinen Augen nicht machen müssen – er hätte den gerade gehenden Gästen hinterherrufen sollen, was er von ihnen denkt.
Für alle, die sich dann doch für die Kollektion interessieren und natürlich auch für die, die ihre Erziehung und ihren Respekt ggü. einem Designer leider zu Hause gelassen haben – für Euch alle habe ich hier die sehr schön gewordene Kollektion und ich bin gespannt, ob die Mohr-Fans wirklich Mohr-Fans sind und im nächsten Sommer in Bonbon-Farben der Mohr-Präsentation folgen…
Während der Fashionweek in Berlin habe ich 4 Designer angesprochen, doch mal in „Meine Designerfreunde“-Buch zu schreiben – ein Buch, was an die „Meine Klassenkameraden“-Bücher aus meiner Schulzeit erinnert.
Tatsächlich haben 3 Designer sofort reingeschrieben und, wie sollte es auch anders sein, bei einem dauert es etwas länger…
Bis ich es nun von Patrick zurückbekomme, könnt ihr einen Blick darauf werfen, was Michael, Kilian und Dawid mir reingeschrieben haben…
„Ich hab noch einen Koffer in Berlin…“ sang die unvergleichliche Marlene Dietrich und beschrieb damit ihre Verankerung an die damalige kulturelle Hauptstadt Deutschlands. Ich war letzte Woche auch in Berlin – und hatte meinen Koffer in den Soho House Apartments ausgepackt, denen ich noch einen extra Artikel widmen werde. Grund meines Berlin Aufenthalts schon vor der Fashion Week war ein sehr spannender Anlass:
Das Kultur-Festival Liberatum gastierte das erste Mal in Deutschland und bot Interessierten die Möglichkeit, Persönlichkeiten vom Range eines James Franco, einer Marianne Faithfull, eines Stephen Frears, einer Kim Cattrall, einer Rossy de Palma, eines Jonas Akerlund und der unglaublich charismatischen Carmen Dell’Orefice hautnah dem Austausch mit nicht minder interessanten Gesprächspartnern (Kim Cattral wurde von Chris Glass, dem Member-Manager des Soho House‘ interviewt) zu folgen – das alles in den nahezu intimen Rahmen der Apartments bzw. anderer Räume des Memberclubs.
Ins Leben gerufen wurde das Konzept und die Idee des Liberatums übrigens vom 28jährigen Pablo Ganguli, der sich zufrieden mit der Auswahl des Festivals-Ortes zeigte: “Es ist eine besondere Gelegenheit ein multidiziplinäres kulturelles Festival in einer enorm kreativen europäischen Stadt wie Berlin zusammen mit einem großartigen Kooperationspartner wie der Soho House Group zu präsentieren.” Das auserkorene Liberatum-Ziel ist die Förderung der Beziehungen zwischen den verschiedenen Ländern über die Energie der Künste. Die Liberatum Festivals lassen Film mit Hutmacherkunst, Kunst mit Literatur, Mode mit Dichtkunst und Oper mit Architektur auf fesselnde und faszinierende Weise aufeinandertreffen.
Bisher fanden Liberatum-Veranstaltungen in Istanbul, London und Hong Kong statt – ich finde das sich Berlin sehr gut in der Reihe macht – Gleiches hätte sicher auch die Dietrich gedacht und vielleicht hätte sie sogar die 2 Zeile des Refrains ihrer Liebeserklärung an Berlin darauf bezogen – „Deswegen muß ich da nächstens wieder hin.“
Im Zuge der Fashionweek wurde ich zur Spring/Summer 2013 Präsentation von MCM eingeladen und ich entdeckte obigen Rucksuck. Mir gefällt er ausgesprochen gut – aber was denkst Du? Top oder Flop?
Es hat schon fast Tradition: Damit alles glatt läuft, schaue ich kurz bevor die Michalsky StyleNite beginnt nochmal schnell nach dem Rechten. Sitzen die Frisuren? Welche Models sind diesmal mit dabei? Kann die Schau so über die Bühne gehen?
2 Fragen tauchen sofort auf, wenn der Amerikaner James Goldstein bei einer Modenschau auftaucht: Womit verdient er sein Geld und von welchem Label ist seine Bekleidung.
Ersteres haben wir ihn natürlich gestern in Berlin nicht gefragt – aber die Frage nach dem Label, von dem sein Outfit stammt, beantwortete er uns gerne: Versace Spring/Summer 2013.
Wir lagen mit unsere Vermutung gar nicht so verkehrt: Blomquist und ich hatten auf einen Mix aus Balmain und Versace getippt…










