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Adieu Georg Kreisler

Der unvereinnahmbare Kabarettist und Satiriker Georg Kreisler ist tot.
Wenn er noch könnte, würde er gleich als erstes der Stadt Wien und dem österreichischen Staat auftragen, sich seinem Ableben ja nicht würdigend anzunähern, so wie er sich die Glückwünsche zu seinem Fünfundsiebzigsten verbat. Und ganz sicher hat er Sorge dafür getragen, nicht in einem Ehrengrab der Stadt Wien unter den anderen verblichenen Berühmtheiten der Wienerstadt zu landen.

Dennoch: Heimat bleibt Heimat, auch wenn man mit ihr geschlagen ist, das hat er zu seiner Wiener Herkunft gesagt. Als Weggefährte des Opernführers Marcel Prawy, der Satiriker Hans Weigel, Gerhard Bronner, Peter Wehle und Helmut Qualtinger konnte er aber das zutiefst Wienerische der bissigen Chansons und seiner Hymnen des schwarzen Humors nie verbergen. Nur sich vereinnahmen lassen, das wollte er nie. Es war im zu wichtig, immer die Distanz zur österreichischen politischen Kultur und Gesellschaft einzuhalten, um deren mitunter schwarze Seele treffend charakterisieren zu können. Aber im Grunde genommen blieb er doch der Raunzer, Ironiker und Satiriker, wie viele Menschen aus Wien welche sind. Wahrscheinlich hat niemand sonst so konsequent aus der Position eines Außenseiters, der aber aus dem tiefsten Innersten dieser Stadt kam, so genau die seelischen Zustände und Befindlichkeiten der Stadt und ihrer Menschen beschrieben, ohne sie zu lieben.

„Wie schön wäre Wien ohne Wiener“

Als der Zirkus in Flammen stand

Adieu Georg Kreisler – ein kritischer Geist wie Sie, fehlt immer und überall sehr.

  • Sören
    23. November 2011 at 18:51

    Wie unglaublich schade, ich mochte und mag seine Lieder sehr.

  • thomas
    23. November 2011 at 21:40

    r.i.p

  • Christoph
    24. November 2011 at 10:48

    Schlafen´s gut Herr Kreisler!