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Warum man Kampagnen manchmal zweimal ansehen sollte

Foto: Mark Seliger

Auf diese Kampagne bin ich eigentlich wegen der zwei Keramik-Leoparden aus dem Headerbild gestoßen. Standen da, geschniegelt und leicht absurd, vermutlich irgendwo zwischen 1970er-Jahre Wohnzimmer und südfranzösischem Ferienhausfantasie-Universum. Zwei dieser Tiere, die man entweder liebt oder heimlich aus dem Regal seiner Großtante kennt. Ich suche gerade genau solche Statuen. Und plötzlich war die ganze Gucci Monte Carlo-Welt nicht mehr nur Mode, sondern Beifang im besten Sinne.

Denn je länger man hinschaut, desto weniger ist das hier nur eine klassische Kampagne. Menschen machen das, was man eben so in Monte Carlo macht – sie stehen in Hotelzimmern, sitzen oder liegen in Villen, fahren Motorräder durch ein sehr gepflegt wirkendes Dazwischen (die komplette Kampagne findet sich zum Beispiel hier). Alles ist in Bewegung, aber nichts hat Eile. Monte Carlo ist dabei weniger Schauplatz als Stimmung – ein Ort, der immer gerade so tut, als würde gleich etwas passieren.

Foto: Mark Seliger

Was auffällt, ist weniger das Neue als die Variation des Bekannten. Vieles wirkt vertraut, nur leicht verschoben, anders ausgeleuchtet, neu arrangiert. Luxus funktioniert hier nicht über Überraschung, sondern über Wiedererkennung in Endlosschleife. Und dann ist da Flora. Das Motiv von 1966, ursprünglich für Grace Kelly entworfen, taucht wieder auf wie ein freundlicher, sehr gepflegter Geist der Modegeschichte. Monaco passt dazu, als hätte der Ort sich selbst nie verändert – oder als wolle er genau diesen Eindruck nicht verlieren.

Am Ende bleibt ein ziemlich typisches Bild dieser Art von Kampagne: alles ist unterwegs, alles wirkt wichtig, aber nichts kommt wirklich irgendwo an. Es ist ein sehr eleganter Stillstand in Bewegung.
Und trotzdem – oder gerade deshalb – bleiben mir diese zwei Leoparden im Kopf. Diese Keramikfiguren, irgendwo zwischen Kitsch und Sammlerobjekt, die alles andere kurz aus dem Fokus schieben. Falls also jemand noch genau solche Leoparden aus Keramik zu Hause hat und sie eigentlich nicht mehr braucht, ich würde sie nehmen …

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