Courtesy of Gucci
Man kann sich gut vorstellen, wie sie dieser Tage in der Wintersonne von St. Moritz aufblitzt oder im Frühling durch die Dünen von Kampen schwingt. Aber die neue „Borsetto“ von Gucci versteht sich als mehr als nur Staffage für Champagner-Empfänge und Strandspaziergänge. Sie ist ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte eines Symbols, das sich hartnäckig hält: des Horsebit.
Der Name ist dabei Programm. „Borsetto“ – eine Wortschöpfung aus Borsa (Tasche) und Morsetto (Pferdegebiss) – spielt mit der italienischen Sprache, so wie das Design mit der Form spielt. Das Horsebit, jenes metallene Gebissdetail, tauchte erstmals in den späten 1940er-Jahren in den Kollektionen des Hauses auf und entwickelte sich rasch zu einem der wiedererkennbarsten Embleme der Marke. Ein Relikt aus der Reitsport-Inspiration der frühen Jahre, das sich bis heute als Markenzeichen behauptet.
Die neue Tasche interpretiert dieses Erbe in einer Silhouette, die bewusst entspannt wirkt. Nichts Starrsinniges, kein museales Zitat. Stattdessen eine weich fallende Form, ergänzt um einen verlängerten Henkel und einen abnehmbaren Schulterriemen – praktische Zugeständnisse an einen Alltag, der selbst im Luxus selten nur aus Champagnerflöten besteht. Erhältlich ist die Borsetto in mittlerer und großer Größe.
Materialseitig setzt Gucci auf eine vertraute, aber wirkungsvolle Palette – dunkelbraunes Wildleder, weiches schwarzes Leder sowie Canvas im sandfarbenen oder dunkelbraunen GG-Monogramm. Das Horsebit aus Metall markiert jeweils den Fixpunkt – visuell wie historisch.
Gegründet wurde das Haus 1921 in Florenz, heute gehört es zur Luxusgruppe Kering. Unter der Leitung von CEO Francesca Bellettini und mit der kreativen Verantwortung von Demna positioniert sich Gucci weiterhin zwischen Traditionspflege und Neuerfindung. Die Borsetto fügt sich in diese Strategie ein – sozusagen ein vertrautes Motiv, nur neu gerahmt.
Vielleicht wird sie also tatsächlich zuerst in St. Moritz gesichtet oder in Kampen. Vielleicht aber auch im Berliner Alltag zwischen U-Bahn-Treppe und Galerieeröffnung. Gerade darin liegt ihre eigentliche Pointe, denn sie zitiert das mondäne Gestern – und behauptet sich im Heute.

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