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13. Februar 2011

Allgemein

Daisy‘s Valentinstag andersherum

Ausgerechnet Alice Schwarzer, deren EMMA Ausgabe Nummer 1/2011 ich gekauft und gelesen habe, hat mich dazu inspiriert, einen Bericht zu meinen persönlichen Valentinstags-Gedanken zu schreiben. Ich kann mich für das, was aus dem Feiertag zu Ehren des Heiligen Valentin wurde, nicht erwärmen, habe aber auch nichts dagegen, wenn andere Menschen jeden dieser Geschenkfeiertage zelebrieren. Also tue ich jetzt mal so, als hätte der Valentinstag in meinen Leben irgendeine Bedeutung. Dann nämlich, würde ich den Tag ganz sicher zu einem monströsen, globalen Verwöhn-Programm für Männer umwidmen. An dieser Stelle dürfte Alice Schwarzer wahrscheinlich schon zusammenzucken, würde sie bei Horstson hineinlesen. Damit wir uns hier nicht falsch verstehen: Es war schon bitter nötig, dass sich jemand mit Verstand des Themas der Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft annimmt. Und das hat die Exponentin und Vordenkerin der Bewegung sicher lange Zeit hervorragend hinbekommen.

Auch heute noch klatsche ich mir vor Vergnügen auf die Schenkel, wenn ich den Brief der EMMA-Chefredakteurin an unsere Familienministerin lese. Was mich aber schon seit Jahren wahnsinnig stört, ist der Fakt, dass Alice Schwarzer zu negieren scheint, dass Frauen sich auch im Berufsleben allzu gerne auf ihre Reize verlassen, für sich auch dann bessere Positionen reklamieren, wenn streng genommen ein besserer und belastungsfähigerer Mann da wäre. Wenn ich einerseits das Geschrei nach einer Frauenquote höre und andererseits im Stern und anderswo die Aussagen und persönlichen Geschichten von erfolgreichen Frauen lese, die bei diesem Machtspiel der Männer nicht mehr mitmachen wollen und daher ausgestiegen sind aus dem Dasein als erfolgreiche Macherinnen, dann bekomme ich unfreiwillig einen Iro auf dem Kopf. Nicht dass ich nicht an derartige Schieflagen in weiblichen Argumentationen gewöhnt wäre, aber diese Art Koketterie mit der eigenen Macht und mit einem guten Ruf – per se – finde ich frech. Ich weiß schon, dass ich mir mit dieser Meinung unter den Frauen nicht gerade Freunde machen werde, aber die klugen darunter stimmen mir sicher zu.

Meinem Eindruck nach, beschäftigen sich meine Geschlechtsgenossinen viel zu sehr mit ihrer Außenwirkung und vernachlässigen dabei, wie wichtig heute Wissen und Können sind. Auch, wenn man einen tollen Mann abbekommen will. Den zu bekommen und lange zu behalten klappt ganz sicher nicht, wenn ihr weiterhin nur Magazine für verzweifelte Hausfrauen lest, die Klatschmagazine im TV rauf und runter guckt und euch – zu dem Teil der Frauen, die hier gemeint sind – hauptsächlich mit Tratschthemen und eurer Optik beschäftigt. Wer jetzt schon innerlich stöhnt, dem empfehle ich, mal zehn Minuten in einem Presseshop auf einem Hautbahnhof an der Kasse stehen zu bleiben und zu beobachten, was Frauen für Magazine und Zeitungen kaufen und das mit den Lesegewohnheiten von Männern zu vergleichen. So erkläre ich mir schon seit Jahren die partielle geistige Schieflage mancher Frauen. Grausam. Ich habe für diesen Bericht mit Zeitungs-Verkäuferinnen und Verkäufern gesprochen. Alle konnten mir bestätigen, dass nur höchstens eines von zehn Exemplaren des Spiegel von einer Frau gekauft wird. Dies nur als Platzhalter für Magazine und Zeitungen mit halbwegs anspruchsvollem Inhalt und Text. Natürlich gibt es auch zahllose Gegenbeispiele, zum Glück in meiner Umgebung. Aber es wäre mir recht, wenn Alice Schwarzer sich zwischen zwei Galaterminen die Zeit nehmen würde, den Frauen zu sagen, wo sie dringend noch zulegen müssen. Mit gutem Willen kann man das zwar zwischen den Zeilen herauslesen. Aber es wirkt eben besser, wenn man mal ganz offen zu diesen Frauen sagt: Ihr seid dumm und redet redundantes Zeug, geht Männern und andersgearteten Frauen auf die Nerven, tut endlich was für euren Kopf.

Was hat das alles mit dem Valentinstag zu tun: Nun, an dem lassen sich Frauen gerne wie Prinzessinnen von ihren Männern verwöhnen und hofieren, nehmen huldvoll Geschenke, Pralinen und Blumen entgegen. Erfüllen damit ganz eine der Rollen der Frau: Den Mann und sein Bemühen um die Gunst und Liebe der Angebeteten zu bewerten. Hat er seine Sache gut gemacht, schöne Geschenke gekauft, oder, hat er wieder nicht begriffen, was Frau sich wünscht. Weil Daisy es liebt, Stereotype zu konterkarieren, bitte ich alle klugen Frauen, und die, die ganz schnell welche werden wollen, darum, den Mann an ihrer Seite am morgigen Valentinstag durch schon zitiertes, monströses Verwöhn-Programm mit Geschenken und allem Drum und Dran auf das Angenehmste zu überraschen.

Ich gehe davon aus, dass Frauen, die Horstson lesen, ohnehin keinen Blödmann haben, der Daisy‘s Valentinstag andersherum nicht verdiente. Also lasst eure Fantasie spielen und schenkt den Männern völlig absichtslos einen wunderschönen Tag. Damit seid ihr moderne Frauen, mit einem großen Herz und viel Klugheit. Denn, wer das schon mal gemacht hat, weiß ohnehin, dass alles Gute, das man einem tollen Mann tut, freiwillig mehrfach zurückkommt. Und es tut auch nicht weh, mal nett zu sein und nicht neunmalklug zu meckern, wenn er morgen trotz Valentinstages einen schlechten Abend haben sollte. In diesem Sinne, kommen hier noch ein paar kleine Kostbarkeiten von Tiffany und mein Lieblingsarmkettchen mit Schmetterling von Dior… nur so, als kesse Idee:

Aber ganz ohne Wäscheorgien – die Motive sind von Victorias Secret und Agent Provocateur – sollte dieser Bericht auch nicht erscheinen. Schließlich waren wieder Heerscharen von Männern unterwegs um was Schönes für die Liebste zu kaufen… Ach ja, kann wahre Liebe schön sein, seuuuuuuuuufz…….

Allgemein

Die Woche auf Horstson

Bald gehts wieder los: Germanys Next Topmodel geht in die nächste Runde. Damit uns nicht so langweilig wird (und damit niemand Heidi den Rang abläuft) gibt es auch gleich eine neue Jury: Thomas Hayo und Thomas Rath sind die Neuen an Heidi Klums Seite. Und damit wir auch gleich wissen, dass die beiden Ahnung vom wilden Modebusiness haben, verrät Heidi schonmal: „Die Mode-Profis Thomas Hayo und Thomas Rath arbeiten seit Jahren international erfolgreich.“ Ich freue mich jetzt schon.
Und was war auf Horstson los? Eine Menge! Hier die Highlights der Woche:
1) Wird uns Blomquist irgendwann sein rotes 79er Jahre Klapprad zeigen? Ich hoffe spätestens dann, wenn er seinen neuen Rucksack gekauft hat
2) Kompliment an unsere Leser: Ihr habt Euch wirklich in der Kritik über Lady Gaga in der U.S. Vogue zurüchgehalten – Dabei lieferte das Editorial für die kommende Ausgabe ein Steilvorlage
3) Was machen eigentlich so viele Blogger bei den Modenschauen? Wir wissen es nicht, Franka Sozzani von der italienischen Vogue auch nicht und sie spricht Klartext
4) Warum wollen alle schon zum Picknicken? Vorletzte Woche Peter, diese Woche Daisydora. Aber egal warum: Sie hat auf jeden Fall das passende Outfit für uns rausgesucht
5) Was nun Monsieur Lacroix? Diese Frage stellte Peter seinem Brieffreund Christian Lacroix und siehe da: Es gibt ein Leben nach der Couture
3) Für den Lacher der Woche sorgte Anna dello Russo in einer italienischen TV-Show. Hier gehts zum Ausschnitt