Interieur

Tischlein deck‘ Dich

(„Camo“; Bild: NEO/CRAFT)

Nanu, warum war es bloß so still hier? Ehrlich gesagt habe ich die letzten anderthalb Wochen mit unüberbrückbaren (Internet-)Differenzen zu kämpfen gehabt. Soviel sei verraten: Noch immer habe ich kein festes Netz, muss abwechselnd beim Coffee Shop schnorren oder mein Handy-Datenvolumen innerhalb weniger Tage schonungslos leersaugen. Damit es aber nicht ganz zum Stillstand kommt, lasse ich euch heute an einem meiner liebsten Hobbies teilhaben, dem Hang zum Einrichten. Ich bin ein König der Luftschlösser, habe sämtliche Interieur-Zeitschriften abonniert und nutze die viele Offline-Zeit in Kalifornien, um reichlich Inspiration für mein zukünftiges Ferienhaus anno 2074 zu tanken. Man kann ja schließlich nie früh genug mit der Planung anfangen, vielleicht klappt es ja auch schon eher oder der Traum von der eigenen Wohnung/ Haus wird früher Wirklichkeit.

„Camo“; Bild: NEO/CRAFT

Beim Sichten von potentiellen Must-haves bin ich nicht ausschließlich auf Vitra, Hay oder USM gepolt (wobei eben diese, mehr oder weniger Mainstream-Kandidaten, schon eine ziemlich gute Figur in unserer Hamburger Mini-Bude machen). Nein, auch Neuentdeckungen haben ihren Platz in meinem virtuellen Hinterstübchen: so wie NEO/CRAFT zum Beispiel. Das Berliner Studio kombiniert traditionelle Handwerkskunst mit moderner Herstellungstechnik und überzeugt mit eklektisch anmutenden Wohnaccessoires, Möbeln und Leuchten. Zuletzt habe ich mich in die „Camo“-Tische verliebt. Wie der Name schon vermuten lässt, sind sie an Camouflage-Muster angelehnt und scheinen sich an ihren Konturen wortwörtlich anzupassen aka aufzulösen. Auf den Pressebildern – Starbucks-Wifi macht es möglich – lassen sich spannende Kombinationen erahnen, drei unterschiedliche Grundformen und -höhen des Tisches lassen sich spielerisch miteinander kombinieren.

„Iris“; Bild: NEO/CRAFT

NEO/CRAFT hat die Tische im Übrigen mit der britischen Automarke Jaguar Land Rover entwickelt, Materialien wie Glas, Marmor und Messing wirken gleichermaßen elegant und wunderbar zeitlos. Klar, für Fans vom minimalistischen All-White-Look oder „ich präferiere den cleanen Schwedenstil“ sind die Entwürfe vielleicht nicht die erste Wahl. Ich für meinen Teil erachte das Berliner Studio jedoch gerade für äußerst interessant, weil es nicht Kassenschlager-Mainstream-Trends folgt. Ähnlich muss wohl auch der Kopf hinter dem Label, Sebastian Scherer, gedacht haben. Er gründete NEO/CRAFT nachdem er vor drei Jahren mit seinem Leuchten-Entwurf IRIS den Lexus Design Design Award gewann. Bereits kurze Zeit später, 2015 um genauer zu sein, überzeugte er erstmals auf der imm cologne das kritische Fachpublikum mit einer zehnteiligen Produktkollektion. Immer wieder habe ich seitdem von ihm und seinen ungewöhnlichen Entwürfen gelesen, den vielen Interieur-Zeitschriften-Abos sei Dank.

„Loop“; Bild: NEO/CRAFT

Einer meiner Favoriten ist z.B. der schnicke Aluminium-Hocker „Loop Stool“, ausgezeichnet mit dem Special Mention German Design Award 2016, macht er eine gute Figur und steht seit längerem auf meiner Wunschliste (wenn nur die aktuelle Wohnung nicht so klein und jeder Quadratmeter bereits ausgeschöpft wäre). Um abschließend noch einmal auf die Zusammenarbeit mit Jaguar Land Rover zu sprechen zu kommen: Anlässlich einer Ausschreibung mit dem Titel „Inspired by Velar“ waren hierfür fünf europäische Designer eingeladen worden, Objekte zu gestalten, die durch das Range Rover Modell Velar inspiriert sind. Auf der Paris Design Week vor ein paar Wochen, wurden die Objekte von Sebastian Scherer und seinen vier Mitstreitern Luca Nichhetto, Victoria Vilmotte, Victor Castanera und Piet Boon dann ausgestellt. Ich hätte dann gerne einmal alles von NEO/CRAFT zum Mitnehmen, okay?

Wie gefallen euch die Tische und habt ihr schon einmal von dem Label gehört? Ich freue mich über euer Feedback und tagträume so lange noch von einem kleinen Ferienhaus im Süden!

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1 Comment

  • Monsieur Didier
    30. November 2017 at 09:16

    …ah, sehr cool, ich bin begeistert…
    da ich mich seit etlicher Zeit gedanklich mit dem Erwerb eines neuen Wohnzimmertisches beschäftige war ich von den Wolkentischen schon sehr fasziniert… (ich spreche bzw. schreibe von den „Camo“-Tischen…

    und als Berliner kannte ich dieses Label noch gar nicht…
    ich bin sehr angetan und muss mich damit eindeutig mal ausführlicher beschäftigen…
    ein toller Tipp…!!!

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