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Schnappschuss erprobt

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Erik Olofsen „White Noise“ @ Photography Playground in München

„Es gibt Bilder, die misslingen. Aber ich mache Fotos nicht, um sie in die Schublade zu tun. Sie sollen gesehen werden. Ob man sie liebt oder nicht, ist mir vollkommen egal.“ (Helmut Newton)

Ganz so hoch würde ich meinen persönlichen Bildanspruch beim Fotografieren nicht ansetzen und doch, im Grunde genommen hat Übermodefotografenikone Newton vollkommen Recht: Fotos soll(t)en gesehen werden. Wenn schon nicht geliebt, dann wenigstens gesehen. Wem auch immer ich meine Alltags-, Arbeits- und Urlaubsschnappschüsse unter die Nase halte, die Begeisterung hält sich meist in Grenzen. Ich für meinen Teil finde sich hingegen beinahe profiverdächtig – immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich stundenlang durch den Feed meines Smartphones scrolle und ein vergangenes Foto nach dem anderen sichte.
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Weiterführung von MASER „Here Now“ @ Photography Playground in München
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Weiterführung von MASER „Here Now“ @ Photography Playground in München

Glücklicherweise bieten sich auf dem Olympus Photography Playground unzählige Möglichkeiten und Perspektiven, aus denen man DAS perfekte (und nicht Newtons erwähntes, misslungenes) Bild schlechthin wählen kann. Nach meinem Besuch im Hamburger Oberhafenquartier (den Artikel gibt’s hier zum Nachlesen), bin ich nun in München unterwegs und darf für Horstson an der Preview im legendären Mixed Munich Arts teilnehmen. Ich bin aufgeregt, verhalte mich etwas tollpatschig unter den fachversierten Fotoexperten und überhaupt: Wie fange ich am Besten die fünf Installationen der interaktiven Ausstellung „NIGHT & DAY“ ein? Ich versuche es mit verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten der brandneuen Kamera E-M10 Mark II. Gerade für ambitionierte Fotografen mit Vorliebe für spontane Fotosituationen bei Licht und/ oder Schatten ist dieses Modell empfehlenswert.
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Numen/ For Use „Tape“ @ Photography Playground in München
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Numen/ For Use „Tape“ @ Photography Playground in München

Die klassische E-M10 habe ich in den letzten Wochen bereits testen dürfen (die Fotoaufnahmen gibt’s hier zum Nachschauen) und habe dabei nicht nur das kompakte Mettallgehäuse, sondern auch die phänomenale Auflösung liebgewonnen. Jetzt heißt es also „Augen auf für neue Fakten“, ich habe mal näher nachgeforscht, was die neue Mark II, im übrigen das fünfte Modell aus der preisgekrönten OM-D Serie, hinter seiner Linse versteckt: Ein integrierter 5-Achsen-Bildstabilisator für wackelfreie Foto- und Filmaufnahmen, ein neigbarer 3-Zoll-Touchscreen mitsamt WLAN für die Fernsteuerung via Smartphone (hierfür benötigt man einfach nur die kostenlose Ol.Share App, diese Funktion ermöglicht ebenfalls ein direktes Laden der Fotos aufs Smartphone – genau mein Ding!) und ein hochauflösender elektronischer High-Speed-OLED-Sucher. Das umfangreiche Equipment wirkt dabei beinahe obligatorisch, wobei, das braune Lederband sollte an dieser Stelle extra hervorgehoben werden. Es passt einfach perfekt zur Retro-Aufmachung des Gehäuses.
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„Magic Kaleidoscope“ von A2arquitectos @ Photography Playground in München

Bevor ihr euch jetzt Sorgen macht, dass ich vielleicht zu sehr ins Thema hineinschnuppere und lediglich trockene Fakten an den Mann bringen will, dem ist nicht so: Die Informationen wurden uns bei einer ersten Produktpräsentation vermittelt, standesgemäß haben wir uns anschließend über die E-M10 Mark II in Kleingruppen ausgetauscht. Das Gute daran? Fotojournalisten brennen mindestens genauso für ihre Trends und Neuheiten, wie das Modevolk für neue Kollektionen und Kooperationen! Ich fühle mich zunehmend wohler inmitten der Fachpresse und bekomme beim anschließenden Rundgang durch den Playground jede Menge wichtige Hilfestellung und Tipps vom Profi. Seid ihr in der Lage, Blitzlichtgewitter gestochen scharf und nicht verwackelt, festzuhalten? Ich bislang ehrlicherweise nicht, zumindest bis ich die Installation „INSIDEOUT“ von Leigh Sachwitz abermals (das begehbare Häuschen gab es bereits beim Hamburger Playground) versucht habe zu fotografieren. Statt frustriert den Off-Hebel zu betätigen, hilft mir ein äußerst zuvorkommender Fotoredakteur. Im Nu haben wir gemeinsam das Problem gelöst und ich kann bis ins kleinste Detail ran zoomen, ab sofort jedoch gestochen scharf.
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Leigh Sachwitz „INSIDE OUT“ @ Photography Playground in München

Anschließend werden die Arbeiten von Numen, MASER, Leigh Sachwitz und Eric Olofsen sofort von meiner kostenlos ausgeliehenen Kamera unter Beschlag genommen. Die raumfüllende Installation „Tape“ von Numen/ For Use wird kletterkundig erklommen und lädt dazu ein, aus jedem erdenklichen Winkel Schnappschüsse zu machen. Bislang hatte ich immer nur von dem Labyrinth aus robustem, transparentem Klebeband gelesen, endlich kann ich mich selber durch die schwebenden Tunnel und Räume robben. Das kroatisch-österreichische Designkollektiv hat vor Ort ein Kunstwerk geschaffen, das aus der Ferne wie ein abstrakter Insektenkokon wirkt. Mindestens genauso ansprechend kommt die „Here now“-Weiterentwicklung des Künstlers MASER daher: Wer auf dem Hamburger Playground zugegen war, hat bereits seine Installation kennenlernen dürfen. Auch hier eignen sich die wunderbar bunten Elemente zur Aufnahme von visuellen, in der Dunkelheit gelegenen Reizen, die sonst dem Auge des Betrachters verborgen bleiben würden.
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Erik Olofsen „White Noise“ @ Photography Playground in München

Mein persönlicher Favorit ist Erik Olofsens „White Noise“-Installation aus Edelstahl. Immer wieder ändere ich die Einstellungen des neuen Kameramodells und halte die abertausenden Spiegelungen fotografisch fest. Wenn das nicht mal eine wunderbar ästhetische Lösung für die heimischen vier Wände wäre (Kunstinvestoren bitte hier her, ich bin interessiert an einer Dauerleihgabe!). Einzig das riesige „Magic Kaleidoscope“ fand ich auf den ersten Blick etwas unheimlich. Zwar kann man in die Arbeit von A2arguitectos eintreten, jedoch fühle ich mich dabei wahlweise wie in einem fiesen Drogenfilm oder gefangen in einem Kaleidoskop, das ordentlich durchgeschüttelt wurde. Meine Gruppe an Fotoredakteuren hingegen knipst was das Zeug hält, scheint also das perfekte Motiv für Fotoenthusiasten zu sein. Alles in allem ist der interaktive „Spielplatz“ der etwas anderen Art unbedingt einen Besuch wert. Ich bin mir sicher, dass die Münchner Variante den Hamburger Besucher-Highscore von 11.000 Besuchern (wohlgemerkt, innerhalb von gerade einmal 10 Tagen) knacken wird.
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Leigh Sachwitz „INSIDE OUT“ @ Photography Playground in München

Apropos, auch wenn Helmut Newton seine anfänglichen Gedanken damals ganz schnell relativierte und beim Zitat hinzufügen ist, dass seiner Meinung nach die ersten 10.000 Aufnahmen die schlechtesten seien, ich bin nach wie vor angefixt und gehe gleich morgen nochmal ganz privat beim Münchner Photography Playground von Olympus vorbei.

Habe ich euer Interesse geweckt und ihr seid zufälligerweise in München zugegen? Ab ins MMA, der Eintritt ist frei und am Eingang können kostenlos Olympus Kameras ausgeliehen werden – Schnappschüsse jeglicher Qualität erlaubt!

OLYMPUS PHOTOGRAPHY PLAYGROUND MÜNCHEN
25. August bis 20. September 2015


MIXED MUNICH ARTS, KATHARINA-VON-BORA-STRASSE 8A, 80333 MÜNCHEN
Täglich von 11:00 bis 20:00 Uhr geöffnet.
Der Eintritt und die Kamerausleihe ist frei.

Mehr Informationen: photographyplayground.de

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  • Siegmar
    25. August 2015 at 15:30

    schöner Artikel und diese Events von Olympus sind grossartig, sowie die Arbeiten Erik Olofsen

  • Julian
    25. August 2015 at 16:29

    Huhu mein Lieber,

    Ich freue mich von dir zu hören!! Geht’s dir gut?? Der Playground lohnt auf jeden Fall, man kann sich gefühlt Stunden austoben und hat dabei das Gefühl, dass man in einer ganz anderen Welt steckt. ;))

  • Horst
    25. August 2015 at 19:37

    War nun ja schon häufiger beim Playground und fands jedes Mal ziemlich gelungen!

  • Monsieur_Didier
    25. August 2015 at 20:01

    …tolle Fotos…!!!
    leider hab ich es bisher jedes Mal verpasst, dort hinzugehen…
    auch dieses Mal schaffe ich es nicht, ich bin erst später in München…
    wenn diese Veranstaltung das nächste Mal in Berlin ist bin ich auf jeden Fall dabei…

  • Die Woche auf Horstson – KW 35/2015 | Horstson
    30. August 2015 at 17:28

    […] blicken zurück und starten nach vorn! Hier unser traditioneller Wochenrückblick: 1) Schnappschuss erprobt: Julian war für uns in München und konnte sich auf dem Photography Playground von Olympus […]