Interieur Shopeinrichtung

Neue Chanel-Boutique Hamburg – Peter Marinos Coco Match

Bild: CHANEL

Einen Volltreffer der Gestaltung landet der New Yorker Innenarchitekt Peter Marino mit der in dieser Woche eröffneten Chanel Boutique Hamburg am Neuen Wall 73-75. Marino ist für seine symbiotische Verbindung von raffinierten Oberflächentechniken der Materialien und der Umsetzung der Codes des Hauses in eine zeitgemäß-elegante Form der Interieur-Sprache bekannt …
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Bild: CHANEL

Großartige wegweisende Stores wie Ginza Tokio, Avenue Montaigne, Madison Avenue New York oder das Shanghai Konzept für Chanel, bilden nur einige der Meilensteine seiner Zusammenarbeit mit dem Haus Chanel.
Marino zieht seine Inspirationen aus der Zeit Jean-Michel Franks und führt mit den neuesten Techniken die Arbeit der großen Innenarchitekten weiter, indem er Pariser Raffinesse und zeitlose Modernität verbindet. Außerdem schafft er es immer wieder, durch integrierte Kunstwerke und Vintage-Designstücke genau dort aufzubrechen, wo die Funktion gefragt ist. Seit ein paar Jahren sieht Marino sich selbst als eine Art Statement und macht sich selbst zu Kunstfigur.
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Bild: CHANEL

Würde Mademoiselle Chanel heute ihr Appartement einrichten, würde sie sicherlich die hellste Freude daran haben, wie Marino die DNA des Haues Chanel mit dem Spirit der Zukunft interpretiert. „Die Kunst des Edlen beruht auf der Schlichtheit“, pflegte sie zu sagen. Die Schlichtheit muss aber von untrüglicher Raffinesse und Qualität sein. Der Teufel liegt bei Marino, seit Jahrzehnten mit Karl Lagerfeld vertraut, genau darin, dass er ein Feuerwerk von Materialien und höchst komplizierten Handwerkstechniken zündet. Dabei versteht Marino Luxus aber niemals als „Bling-Bling“, sondern setzt ihn mit Understatement ein.
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Bilder: CHANEL

Jedes Detail ist eine Augenweide. Die Sofas, à la Mademoiselle sind in Loups und Tweeds bezogen, als hätten sie ihr neues Kostüm an und die Polsternägel sprechen die Sprache der goldenen Knöpfe von Desrues, die normalerweise die Jacken zieren. Coromandel-Paravents, wie sie im Appartement Mademoiselle Schutz gewährten, werden von Tiefschwarz auf transparenten Bergkristall übersetzt und machen eine Metamorphose durch, indem sie zu Wänden in der Abteilung für Handtaschen und Accessoires avancieren. Marinos Hommage an den Designer Paul Iribe, der Chanels Einrichtung ihres Haute Couture Salons beeinflusste, sind kleine Art déco Inlays, in den an Paquebots erinnernden Vertäfelungen und Wandpanelen der Uhren und Echtschmuck Abteilung.
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Bild: CHANEL

Wie Chanel selbst, die Künstler förderte und Tische der jungen Lalannes in ihre Welt integrierte, bezieht Marino kontemporäre Designer und Künstler in die eigenen Konzepte mit ein. Bronzespiegel von Curtis Jere zieren ebenso die Wände, wie Lampen von Alasdair Cooke. Überhaupt spielen sich die Zitate einander in die Hände, doch immer wieder gibt es einen neuen Kontext. Die handgewebten Teppiche in den verschiedensten Mustern der Stoffe, die in jeder Kollektion vorkommen, die Farbschattierungen der Lieblingsfarben, wie Beige und auch die Pastelle, setzen die Codes von Mademoiselle um.

Im Raum, der sich weit zu einem typisch Hamburger Fleet öffnet, hat man sofort Couture-Feeling, denn neben geräumigen Anprobezimmern mit intimen Boudoir Charakter und einem breiten Spektrum der neuen Prêt-à-porter Kollektion, das zum Erkunden und Probieren einlädt, gibt es für die wartende Begleitung ein Feuerwerk der Interieurs und Handwerkskunst zu entdecken. Die Tapeten und Wandbeläge sind in raffinierten Handwerkstechniken ausgeführt und Marinos große Stärke, Hightech Trompe-l’Oeil-Effekte durch Beschichtungen hinter Glas in moderner Decoupage-Technik einzusetzen und die Stoffstrukturen zu interpretieren, wird zur Meisterschaft geführt. Lämpchen von André Dubreuil, Coffee Table à la Coco, aber in einer roughen, bronzierten Optik, spielen wie immer bei dem New Yorker mit den Attributen ‚Verletzbarkeit‘ und ‚Härte‘, was dem Spirit von Mademoiselle entspricht.
Die legendären Bergkristallkugeln, die Chanel sammelte, und Schatullen, in der sie ihre Geheimnisse gerne einschloss, machen das Feeling der Rue Cambon komplett.
Foto
Bild: CHANEL

Als Deutschlands größte und modernste Boutique wird einem bei dem neuen Hamburger Konzept klar, dass mit so viel Raffinesse, Feinsinn und einer irrsinnigen Detailliebe nicht nur eine neue Chanel-Boutique eröffnet wurde, sondern das Einkaufserlebnis aus der Erfassung mit allen Sinnen erweitert und perfekt die Philosophie der Marke fühl- und erlebbar wird.

Peter Marino schafft es, die Behaglichkeit der Moderne und die Funktionalität mit großer Geste zum intimen Erlebnis werden zu lassen, um Chanel eine neue Heimat in Hamburg zu geben. Eine perfekte Basis, um in Zukunft die Kreationen von Karl Lagerfeld zu entdecken …

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  • Daisydora
    21. März 2014 at 13:04

    Der „Laden“ wirkt auf den Bildern sehr klar, eher kühl und modern. Ich mag das Licht- und Farbkonzept sehr und die Größe des Raumes, den er frei gelassen hat. Und Altrosa Sofas zu den dunklen sind auch sehr chic. Alles sehr gelungen, wie nicht anders zu erwarten und sehr im Chanel-Packaging-Stil 🙂

  • Horst
    21. März 2014 at 14:06

    Da wird geguckt! Dachte die machen gar nicht mehr auf … Sehr chic!

  • Die Woche auf Horstson | Horstson
    23. März 2014 at 11:32

    […] CHANEL einen neuen Store – der größte und schönste seiner Art in Deutschland. Peter warf für uns einen ersten Blick in die Boutique … 4) Jan sagte uns, was sich gehört! Diesmal mit: Jimi Goodwin – “Odludek” […]

  • monsieur_didier
    23. März 2014 at 12:04

    …die Kombination der Sofas (Rosa und Dunkelbraun (?) ) finde ich auch sehr chic und gelungen, ansonsten ist die Ladengestaltung ziemlich austauschbar, so wie die meisten Flagshipstores dieser Welt…

    nur die Saint Laurent Stores stechen momentan aus dem einerlei der gestateten Läden heraus…