Foto: Courtesy of Dior
Es gibt Dinge, die braucht kein Mensch – und genau deshalb funktionieren sie so gut. Zum Beispiel ein Schokoladenei von der Größe „unvernünftiger Lebensentscheidung“, entworfen vom vielfach ausgezeichneten Sternekoch Yannick Alléno für das Modehaus Dior.
Zu haben ist das gute Stück nicht etwa im Supermarkt um die Ecke, sondern ab dem 23. März exklusiv im Le Jardin du 30 Montaigne.
Das Ei besteht aus dunkler und weißer Schokolade und zitiert eines der ältesten Dior-Embleme: das Medaillon mit Schleife. Ein Symbol, das sonst Handtaschen und Parfümflakons ziert, darf nun also auch in Kakao gegossen werden. Couture für den Gaumen, wenn man so will – nur dass sie schmilzt.
Im Inneren warten weitere Verweise auf das Dior-Universum: das Cannage-Muster, Knöpfe, die Initialen „CD“. Gefüllt sind die Stücke mit Haselnüssen, Mandeln, gepufftem Reis-Praliné und Sobacha – also geröstetem Buchweizen, der hier für den knusprigen Moment sorgt. Man könnte auch sagen: Heritage zum Reinbeißen.
Dass ausgerechnet ein Luxushausei als „Werk“ inszeniert wird, passt in die Zeit. Mode will längst nicht mehr nur angezogen, sondern gegessen, getrunken, erlebt werden. Und wer schon mehrere Tausend Euro für eine Tasche ausgibt, schreckt vermutlich auch vor einem designierten Zuckerdenkmal nicht zurück.
Bleibt die Frage, ob man so etwas wirklich isst? Oder stellt man es ins Regal, bis es museal wirkt?

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