Milan Fashion Week

It’s Milano Babe – Swimming Pool by Prada

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Bild: Prada

Miuccia Prada schafft es jede Saison aufs Neue, ein völlig neues Bild von Prada zu schaffen, das im Kern die Elemente ihrer grundsätzlichen Einflüsse des Labels perfekt widerspiegelt. Würde man sämtliche vergangenen Kollektionen aneinanderreihen, würde einem die Eigenständigkeit sofort ins Auge fallen – eben zu 100 Prozent Prada …
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Bilder: Prada

Das Bild, was wir heute bei den Herrenkollektionen vor Augen haben, wurde durch die Schlichtheit der Neunziger Jahre geprägt und setzte damals schon Meilensteine. Genau an diese Epoche scheint Miuccia Prada jetzt, allerdings mit neuartigem Ansatz, anzuknüpfen. Die typischen Prada-Basics und subtile Farbkombinationen wurden für die Spring-Summer 2015 Kollektion neu erfunden und vor dem Hintergrund der puren Architektur eines Schwimmbades in der Via Fogazzaro 36 in Mailand präsentiert. Bei dem Begriff ‚Swimming Pool‘ werden eigentlich sofort Assoziationen an das legendäre Paar Romy Schneider und Alain Delon Ende der Sechziger Jahre wach. Pradas Interpretation hingegen erinnert fast mit ihrem Geist und durch die Riegel-Blousons und die geraden Plein-Denim-Hosen mit den kontrastierenden Nähten an die Zeit des französischen Filmregisseurs François Truffaut.
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Bilder: Prada

Seit einigen Saisons zeigt Prada bei den Herrenschauen auch Looks aus der Cruise Kollektion der Frauen und spielt mit dem Boys/Girls Image, indem sie die Linien überträgt. Gerade bei den Basics, wie Ulster oder Trench, diesmal mit kontrastierenden Paspeln, ist das natürlich kein Problem. Typisch ist für Prada auch die cleane Optik der Looks, die immer mit Sandalen aufgebrochen wird – ein Stilmittel, welches Miuccia Prada perfekt in den Neunzigern etablierte.
Der überwiegende Teil von schwarzen und mitternachtsblauen Hosen aus Denim und geraden, kurz geschnittenen und mit Riegeln versehenen Jacken, erinnert ein bisschen an klassische „Worker Wear“, spielt aber nur mit diesen Elementen. Die Mäntel sind, wie bei fast allen Kollektionen von Prada, eines der Highlights: schmale Schultern und Trapez Schnitt, eben typisch Prada, machen sie sofort erkennbar und sind voller Zeitlosigkeit.
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Bilder: Prada
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Bilder: Prada
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Bilder: Prada

Intellektuelle Pullover mit interessanten Melangen und Strukturen werden zu den geraden Hosen getragen und mit Sandalen aufgebrochen, die gerne sehr breit, bequem und ein bisschen spacig daher kommen. Pradas Farbkombinationen sind, wie fast immer, italienisches Blau mit Camel, Schwarz mit Weiss, Navy, Bottlegreen und eher gedeckt als offensiv.
Cognacfarbene Lederpaspeln an Hosen und Jacken setzen Akzente einer Sommerkollektion, die zwar am Pool vorgeführt wurde, aber eigentlich so gar nicht Pool ist. Man(n) ist in der Vorstellung von Miuccia Prada im nächsten Sommer eher angezogen und sogar der Ledermantel erfährt sein Comeback bei warmen Temperaturen.
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Bilder: Prada

Summa summarum sind insbesondere die Denim Outfits prägnant und werden sicherlich sofort ihre Liebhaber finden – auch weil sie so nicht „jeansig“ sind und die Hosenformen eindeutig zu einer bequemeren Silhouette überleiten, die aber trotzdem schmal wirkt.
Prada, wie man es liebt, diesmal ohne all zu große Muster-Ausflüge, aber eigenständig wie eh und je.

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  • Gérard
    25. Juni 2014 at 10:00

    Eigenständig wie eh und je – geschenkt. Schön ist in meinen Augen was anderes. Die Looks sind schlichtweg hoffnungslos nostalgisch.

  • Siegmar
    25. Juni 2014 at 10:02

    wieder eine tolle Kollektion und die Mäntel sind super schön. Prada ist eines der Labels das für mich immer besonders ist, modern u. tragbar. Die Demin-Outfits verdienen ein extra Lob 😉

    Sehr schöner Artikel.

  • Siegmar
    25. Juni 2014 at 10:07

    @ Gérard

    da du ja komplett anderer Meinung bist, würde mich ernsthaft interessieren was für dich eine schöne Kollektion ist bzw. wer eine schöne Kollektion entworfen hat? Ich finde es immer wieder spannend die verschiedenen Sichtweisen auf eine Kollektion zu lesen.

  • Gérard
    25. Juni 2014 at 10:43

    @ Siegmar

    Sicherlich mögen Materialentwicklungen und deren Einsatz eine moderne Kollektion auszeichnen, Dieses Potenzial spreche ich Signora Pradas Arbeiten gar nicht ab. Was mich zu meinem Urteil bringt, ist diese – in letzter Zeit – stets und immer und immer wieder bemühte Retro-Optik. Reminiszenzen an eine zu ihrer Zeit das Straßenbild revoltierende Kleidungsästhetik wirken auf mich letztlich zirkushaft, effekthascherisch und wenig wegweisend.

    Für meinen Geschmack haben Stefano Pilati für Ermenegildo Zegna und Tomas Maier für Bottega Veneta ansprechende Kollektionen abgeliefert. Subtiler Spieltrieb in Vollendung.

  • Siegmar
    25. Juni 2014 at 12:10

    @ Gèrard

    danke für die Antwort! gerade die Kollektion finde ich sehr gelungen, weil nicht mehr effekthascherisch wie die letzten Kollektionen.
    Selbstverständlich ist Stefano Pilati bei Zegna absolut gut und passt in das Haus und Bottega Veneta zählt immer zu meinen Favoriten, leider nicht zu den Favoriten meines Bankkontos.

  • blomquist
    25. Juni 2014 at 15:04

    Ich finde diese Kollektion ganz großartig.
    In meinen Augen eine der Besten in den vergangenen Jahren.

  • Horst
    25. Juni 2014 at 17:09

    Mir gefällt die Kollektion, auch das „Zusammenspiel“ mit der Frauenkollektion. Die Sandalen werde ich hingegen niemals verstehen … 😉

  • Monsieur_Didier
    26. Juni 2014 at 23:17

    …ich finde die Kollektion ziemlich 90er…
    das war in meinen Augen auch die beste Zeit, ich erinner mich immer wieder gern an Tracey Thorn in Prada und Miu Miu…
    aber heutzutage finde ich die meisten Stücke sehr statisch und fast nostalgisch…
    und in der Tat, die Sandalen sind unglaublich…
    leider nicht unglaublich gut 😉