Music

Ezra Furman x „Transangelic Exodus“

(Bild: Courtesy of Bella Union)

Mehr als zwei Jahre ist Ezra Furmans Album „Perpetual Motion People“ nun schon alt (wir berichteten). Damals wie heute ist das Durchhören eines Albums von Ezra Furman ein stetiges Auf und Ab zwischen Anstrengung und Entspannung. Sein neues Album sei dabei eine Art „konzeptionelles Ventil“. Die einzelnen Songs beschreibt er als eine Mischung aus „Fiktion und wahren Geschichten“. Was genau wirklich passiert ist und was nicht, kann der Hörer dabei nur vermuten.

Die Themen auf „Transangelic Exodus“ sind Liebe, Gender, Sexualität und Religion. Das mag auf den ersten Blick musikalisch schwer unter einen Hut zu bekommen sein. Für einen offen bisexuell lebenden, jüdischen Crossdresser wie Furman, sind diese Themen Alltag. Daher behandeln die Songs Momentaufnahmen des (oder seines) alltäglichen Lebens. So geht es zum Beispiel in „Maraschino-Red Dress $8.99 at Goodwill“ darum, dass es eben doch noch nicht „normal“ bzw. einfach ist, sich als Mann Frauenkleider anzuziehen bzw. sie zu kaufen:

„(…) I was looking over my shoulder at the register trying not to be seen. (…) Sometimes you go through hell and you never get to heaven. But I thank God who gives strength to the weary(…)”

Wenn er über Liebe singt, verpackt Furman es auf diesem Album ohne Schmalz, sondern wickelt es in Streicher und Drums ein und zieht Vergleiche. Und Jeder der gerne hört wie sehr er geliebt wird, sollte sich an diesen Formulierungen ein Beispiel nehmen.

„(…) You know I love you so bad, like the kids skipping class in the bathrooms , sneaking cigarettes underneath the football bleachers, Baby so bad.(…) You know I love you so bad, like the kids growing up to be criminals, tearing pages out the back of the hymnals, for love notes , Baby, so bad.(…)”

Es gibt viele solcher großartigen Momente auf diesem Film Noir-Album. Es ist ein Album voller Romantik, Gesellschaftskritik und Verwirrung. Geschrieben von einem Künstler, der nirgendwo richtig reinpasst. Und er wird sich mit Sicherheit auch immer so sehr verändern, dass er es hoffentlich nie tun wird.

Ezra Furman „Love You So Bad“

Ezra Furman „Driving Down To L.A.“