Schreibgeräte

Das geschriebene Wort – Louis Vuitton

Bild: Julian Gadatsch

Die Feder kritzelt: Hölle das!
Bin ich verdammt zum Kritzeln-Müssen? –
So greif‘ ich kühn zum Tintenfass
und schreib‘ mit dicken Tintenflüssen.
Wie läuft das hin, so voll, so breit!
Wie glückt mir alles, wie ich’s treibe!
Zwar fehlt der Schrift die Deutlichkeit –
Was tut’s? Wer liest denn, was ich schreibe?
(Friedrich Wilhelm Nietzsche)

So oder so ähnlich habe ich mich gefühlt, als ich kürzlich beim Besuch des Louis Vuitton Geschäfts Saint Germain des Prés in Paris zur Feder greifen durfte: Ehrfürchtig versuche ich ein Kritzeln zu unterbinden, drücke unbeholfen auf dem Papier herum und konzentriere mich voll und ganz auf den Tintenfluss. Ich bin überzeugt, dass meine Grobmotorik nicht unentdeckt bleiben wird und pfeife alibimäßig „Aux Champs Elysées“. Bloß nicht auffallen heißt die Devise, obgleich ich zweifelsohne von der falschen Seine-Seite trällere. Die Dame neben mir, ebenfalls im Onlinebereich tätig, macht es mir dabei nicht leichter und perfektioniert ihre dritte Karte mit geschwungenen Lettern.
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Bild: Julian Gadatsch

Wir befinden uns inmitten des Geschäfts, zur rechten die Lederwaren aus der Männerkollektion: Feinste Schnürschuhe, Sneakers und Reisesets en masse. Kunstvoll drapierte Accessoires, Hüllen und Mappen ergänzen das Angebot und lenken mich immer wieder von dem eigentlichen Hauptaugenmerk des Tages ab: „Écriture II“, die Welt des Schreibens von Louis Vuitton. Das französische Traditionshaus bietet nämlich, neben seinem herkömmlichen Angebot, zusätzlich verschiedene Schreibutensilien, exklusive Tinten, Tintenfässer, Schreibmappen und Sammelboxen an (Peter hat hier bereits über das Angebot berichtet!). Meine Umschreibung „zusätzlich“ ist an dieser Stelle jedoch alles andere als angebracht…
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Bilder: Julian Gadatsch

Luxusversierte Horstson-Leser und Kenner des Hauses Louis Vuitton werden an dieser Stelle aufhorchen und zu Recht auf Monsieur Gaston-Louis Vuitton verweisen. Mais oui, los geht die Geschichtsauffrischung: Der Enkelsohn des eigentlichen Gründers, legte (genau wie sein Vater und Großvater) eine ausgeprägte Leidenschaft für Bücher und Literatur an den Tag. Rückblickend darf man ihn unumstritten als Sammler beschreiben, seine private Bibliothek und selbstverfasste Publikationen bestätigen diese Annahme. Neben dem eigentlichen Wort, war es vor allem die Typografie, die den Erben des Traditionshauses nachhaltig fasziniert haben muss: Er gründete und leitete Verlagshäuser. Bis heute besteht dieses Erbe – die Edition Louis Vuitton.
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Bild: Julian Gadatsch

Hier werden nicht nur die begehrten City-Guides angeboten (ich liebäugele mit dem edlen Set in der Box), sondern ebenfalls die „Voyager Avec“-Kollektion: Anekdoten und Geschichten von Denkern, Philosophen und Reiseautoren, définitivement empfehlenswert! Für alle, die durch die einleitenden Worte des Artikels Interesse bekunden oder bereits Nietzsche-Fans sind, hier gibt es sogar etwas Passendes aus dem Hause Louis Vuitton. Zurück zum Thema, der Füllfederhalter lässt mich noch immer pfeifen: Mittlerweile ist es selbst dem hauseigenen Kalligraphen aufgefallen, das mein Schrifttalent semi- bis überschaubar ausgeprägt ist. Er übernimmt höflicherweise das Schreiben meiner Grußbotschaften, ein Künstler am Werke…
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Bild: Julian Gadatsch

Nietzsches Worte „wie glückt mir alles, wie ich’s treibe“, wurden definitiv für Menschen wie ihn niedergeschrieben. Mühelos lässt er die Feder über das Briefpapier (ebenfalls von Louis Vuitton und mindestens genau so klasse, wie die Schreibaccessoires und -geräte) tanzen und erklärt mir nebenbei die zwölf Farbnuancen der einzelnen Tintenfässer. Ich habe mich für einen bestechenden Rotton entschieden, mein kläglicher Horstson-Grußversuch gilt als Beweis. Innerhalb von wenigen Minuten habe ich mehrere (zum Glück nicht eigenständig) kalligrafierte Grußnachrichten in der Hand und lasse mir die edlen Schreibgeräte erklären: Ob Druckbleistift, Füllfederhalter oder Kugelschreiber, hier sind Lack und Ziegenleder nur einige der Auswahlmöglichkeiten.
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Bilder: Julian Gadatsch

Abgerundet wird das Angebot mit verschiedenen Kollektionen von elegantem Schreibpapier: Karten und Umschläge sind mit einem Wasserzeichen bedruckt, das von den Archiven des Hauses inspiriert wurde. Für meine Karten wurde der goldene Stempel mit dem Louis Vuitton Koffer und dem ikonischen Schloss ausgewählt, es handelt sich hierbei um die Connaisseur Kollektion. Ich bin ganz begeistert von der Haptik des Papiers und streiche immer wieder über den feinen Stempel. Die Grußnachrichten sind mittlerweile getrocknet und mein Pfeifen ist ebenfalls verstummt. Die andere Seine-Seite ruft, ich mache mich auf den Weg zum nächsten Termin mit Louis Vuitton…

Apropos, bis zum 8. Februar habt auch ihr die Möglichkeit, eine kostenlos kalligrafierte Karte aus dem Hause Louis Vuitton zu erhalten: Bei einer Onlinebestellung könnt ihr im Bestellprozess ganz einfach eine Grußnachricht an euch oder eure Lieben eingeben. Vielleicht eine Idee für den bevorstehenden Valentinstag?! Alternativ ein Kurzausflug in die Stadt der Liebe? Ein Besuch bei Louis Vuitton Saint Germain des Prés lohnt sich immer!

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  • Manfred
    3. Februar 2015 at 11:33

    Schöner Artikel. Ich besitze immer noch meinen alten Pelikan. Die Schreibgeräte gibt es nicht in jedem Geschäft von LV, oder???

  • Näher hingeschaut … Louis Vuitton Pre-Fall 2015 | Horstson
    4. Februar 2015 at 11:20

    […] und Kalligraphie-Grußkarten aus dem Louis Vuitton Geschäft Saint Germain des Prés (den Artikel gibt es hier zum Nachlesen), mache ich mich, mitsamt Jessie von Journelles und Magdalena von Hoard of Trends, auf den Weg zur […]

  • HappyFace313
    4. Februar 2015 at 14:04

    🙂 Ich habe mich damals in dem Geschäft auch nicht satt sehen können! Allein die vielen schönen alten Zeichnungen und Fotos an den Wänden. Und dann natürlich die Auswahl…
    Ich „musste“ dann die Grusskarten und Umschläge mitnehmen, wie auch zwei Tintenfässer. Eines davon gab’s in einem Blog-Geburtstags-Giveaway 🙂
    http://happyface313.com/2013/08/12/louis-vuitton-giveaway/
    Ach, wie ich Schreibuntensilien liebe! Dabei schreibe ich aber mit einem Montblanc und wie Manfred, habe ich auch noch immer meinen alten Pelikan aus der Schulzeit.
    Liebe Grüße in meine Heimatstadt! 🙂