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Alberto Pinto – Interieurs Royal

In Paris in der Rue d’Aboukir gibt es einen Innenarchitekten, der sozusagen zum Nationalerbe Frankreichs gehört, aber gar kein Franzose ist. Alberto Pinto, gebürtiger Libanese, ist wohl einer der einflussreichsten und meistbeschäftigsten Innenausstatter der Welt und das schon seit vielen Jahren.
Neben Yachten und Privatjets, einem Sektor der in den letzten Jahren immer wichtiger wird, ist er der Mann für die ganz großen Projekte und Appartements und Häuser der Superreichen. Neben dem 5000 Quadratmeter großem Hotel Lambert auf der pariser Île Saint-Louis (es gehörte einst den Rothschilds) hatte er unzählige Paläste des nahen Ostens, Häuser in Marocco, auf Mykonos, in den U.S.A. und hunderte Wohnungen in London und Paris ausgestattet. Seine Stilistik reicht von schwülstig-orientalisch über Art Deco bis hin zu absolut royalem Style. Dieses kann er besonders gut und authentisch und übertrifft in der Perfektion teilweise die Ausstatter des 18. und 19. Jahrhunderts.

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Ein Glas begleitet den Kaiser – Coke Light im Lalique Glas

Es gibt etwas, was Karl Lagerfeld ständig begleitet und meistens rechts neben ihm steht – egal wo er sich aufhält. Nun werden viele denken, dass es sich hierbei um das schwarze Baumwollkissen handelt, das ihm als Kind seine Kinderfrau genäht hat.
Ich rede heute von dem Lalique-Klassiker „Langeais“. Ein simples Kristallglas, das wie ein Weinglas aussieht und einen dicken mattierten Knoten unter dem Kelch hat. Die Gläser sind ein Klassiker des Jugendstilkünstlers und der Kristall-Legende René Lalique, dessen Vasen und Objekte berühmt sind und viele Haushalte zieren.

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Russel Wright American Modern – Das meistverkaufte Geschirr der Welt

(Sauciere aus der Kollektion des Milwaukee Art Museum; Bild: Sailko; CC BY 3.0)

Manchmal wurden Dinge weit über 250 Millionen verkauft und trotzdem kennt sie kaum jemand. Das heißt in diesem Fall kaum jemand in Europa, denn von dem wunderbaren American-Modern-Geschirr des amerikanischen Industriedesigners Russel Wright (1904-1971) sind in Europa kaum Möbel, Lampen oder andere Designstücke bekannt oder gar groß herausgekommen.
Zwischen 1939 und 1959 wurde in der Steubenville Pottery in Ohio eine der genialsten Schachzüge von Russel Wright und seiner Frau gefertigt. Eine Serie von Keramikgeschirr für den amerikanischen Familienhaushalt – die Form „American Modern“. Das an organische Formen erinnernde Design ging auf die Bedürfnisse der amerikanischen Hausfrau ein und es gab eine schier unendliche Farbpalette – ähnlich und dazu passend zu dem gerade aus dem Boden sprießenden Produkten des Earl Tupper, genannt „Tupperware“.

Jeder konnte sich seine Farben zusammenstellen – Cadillac Pastelle, Meeresfarben und Technicolor-Farbfilm-Farben. Außerdem wurde es einer Großfamilie gerecht und passte auch noch in die gerade in amerikanischen Haushalt siegesgewiss einziehenden Spülmaschinen. Das Geschirr war leicht stapelbar und billig herzustellen – so kostete eine Grundausstattung 29,90 $. Es war für alle leistbar und glich einer Epidemie, die von New York über Texas bis Florida die ganze Föderation überzog. Die Vorstädte mit amerikanischem Mittelstand waren komplett in den Einbauküchen mit Russel Wrights Geniestreich gefüllt.

Die Serie „Madmen“ fand Dank der großen Verbreitung noch unausgepackte Pakete mit Teekannen und Tassen, die in das Geniereich gemachte Set in der Agentur Sterling Cooper zieren.

Gibt man bei Ebay Amerika den Begriff ‚Russel Wright‘ ein, findet man viele Einzelteile zu sehr niedrigen Preisen, doch Vorsicht – die richtig guten alten Teile haben eine tiefe Signatur und keine Aufkleber.
Das Geschirr ist heute Kult und wird von Designsammlern gesucht – besonders die Teekannen und die Wasserkrüge sind Mid-Century-Ikonen.

Ich finde das Geschirr genial und habe eine hübsche kleine Sammlung davon Zuhause; es ist ein Beweis, dass ein gutes Design, das zum Massenprodukt wurde, durchaus Klassikerpotential hat und echt total heutig sein kann.

Viel Spaß beim Entdecken von American Modern.