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Businessmode ohne Stress

pierre cardin men business
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Ein Thema, was fast nie in Modeberichterstattungen vorkommt, aber Tag für Tag eine große Anzahl von Männern bewegt, ist die Businessmode. Natürlich haben alle großen Designer immer schwarze und dunkelblaue Anzüge in den Kollektionen – nicht zuletzt, weil sie einen großen Umsatzfaktor darstellen. Das Heer der Angestellten bleibt davon natürlich schon aus finanziellen Gründen ausgeschlossen. Aber nicht nur das fällt mir regelmäßig auf. Wenn man in die Führungsebene aufgestiegen ist oder einen Konzern leitet, heißt es anscheinend nicht automatisch, dass Brioni, Kiton und Co. getragen werden. Nicht nur, dass vielen Männern Mode egal zu sein scheint. Selbst ein Besserverdiener scheint nicht einzusehen, für die – Verzeihung – ungeliebte Uniform etwas mehr Geld auf den Tresen des Geschäftes zu legen. Statistisch gesehen gibt es übrigens in keinem Textilbereich so viele Kunden, die ihre Kleidung immer im selben Geschäft bzw. mittlerweile beim Onlinehändler kaufen, wie im Businessbereich …
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Männer sind Gewohnheitstiere, wie es immer so schön heißt. Zumindest im Bereich der Office-Bekleidung scheint es sich zu bewahrheiten – schaut man sich in unseren Innenstädten um, sieht man nicht nur Klassisches bzw. Langweiliges, was ich als nicht so dramatisch empfinden würde, wenn es wenigsten noch gute Qualität wäre. Man sieht viele Büromänner, die fast bedauernswert wirken: falsche Größen, zu lange Hosen und schlecht bis gar nicht sitzende Sakkos. Der deutsche Mann greift aus Sicherheitsgründen gerne zu Hugo Boss oder gleich zu bügelfreien Mischfasern von unbekannten Massenkonfektionären. Das Schlimmste ist aber, dass die regelmäßige Reinigung scheinbar auch nicht jedermanns Sache ist.
Es gibt viel zu tun in diesem Bereich, was man auch mit einem Artikel nicht ändern kann. Die eigentliche Frage ist für mich aber: Wenn man den Großteil seiner Zeit beim Arbeiten verbringt, sollte man doch eigentlich etwas tragen, was einem nicht die Laune verdirbt, oder? Dass es dabei nicht um Avantgarde, sondern um eine Art gehobener Berufsbekleidung geht, ist klar.
Neben Marken wie COS oder Hugo Boss, die mein Kollege Julian für seine Erstausstattung ins Auge gefasst hat, ist mir in dieser Saison die Kollektion von Pierre Cardin aufgefallen.
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Pierre Cardin lässt schon seit 1995 in Deutschland bei dem traditionsreichen Textilunternehmen Ahlers fertigen. Cardins Businesslook ist schlicht und ergreifend und eher so ausgelegt, dass man ihn über viele Jahre tragen kann. Es sind alles Basics ihres Genres und die Kollektion will auch nichts anderes sein. Teile, die in Verarbeitung und Materialien dem Alltag gut Stand halten und entsprechend strapazierfähig sind. Die Verarbeitung ist solide und zeigt sartoriale Einflüsse. Mit einem chicen Hemd oder einer edlen Krawatte von Turnbull & Asser oder Charvet, kann man durchaus jeden Tag daraus etwas zaubern, was uns vielleicht in Zukunft in den Zentren der Großstädte hier und da mal aufblicken lässt.
Es lohnt sich, die Sachen mal unter die Lupe zu nehmen. Noch viel mehr lohnt es sich aber, auch beim Kauf der Bürokleidung ab und zu nach rechts und links zu schauen. Kleidung hebt bekanntlich die Stimmung und die Motivation bei der Arbeit – und die kommt etwas chicer bestimmt schneller …

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  • Siegmar
    31. August 2015 at 13:31

    der dunkelblaue Anzug gefällt mir, sonst etwas sehr konservativ.

  • Benjamin
    2. September 2015 at 22:19

    Nettes Thema und ich denke es kommt neben der Büro auch darauf an, wie sich das Umfeld kleidet (jung lockerer, oder ist ein Anzug Pflicht, weil viel Kundenkontakt besteht) oder ob man eher praktische haltbare und gemütliche Kleidung benötigt, weil man mit dem Rad oder der Bahn lange Wege pendelt.
    Ähnlich verhält es sich mit guten schicken Lederschuhen – manche sind der Sohle nach zu urteilen nur für glatte Flughafenböden, Teppich und das Taxi gemacht. Jeder kleine Stein hinterlässt einen Abdruck und sieht schlimm aus, wenn jemand die lädierte Sohle danach sieht.

    Mit dem Männer-Gewohnheitsding stimme ich voll zu. Manchmal liegt es aber auch neben einer guten Auswahl an der guten Beratung, die sich auch Zeit nimmt und vor allem Ahnung hat und einem nicht irgendetwas andreht. Dafür zahle ich dann auch gerne einige Euros mehr.

    Hosentechnisch würde ich auch noch einen Tipp angeben wollen – Brax, die mittlerweile auch schlichte schicke Damen und Herrenmode herstellt, hat gefühlt die gemütlichsten Bürohosen aus Jeansstoff mit guten Schnitten. Natürlich hab ich danach (fast) nie mehr was anderes getragen 😉