Abseits der Männerschauen gibt es Präsentationen. Es gibt solche, die man sich bewusst stecken kann und es gibt Präsentationen von Paul&Joe Men. Und diese Saison sind alle, die es nicht geschafft haben dorthin zu gehen wirklich zu bemitleiden. Aber zum Glück gibt es ja Horstson und meine Wenigkeit.
Was bringt also der Winter bei Paul&Joe Men? Er wird schizophren. Und zwar dandyesk schizophren. Die Kollektion zeigt im Prinzip die zwei Seiten eines Gentlemans des 19.Jahrhunderts. Damals hatten die ja meist nur eine Seite, aber wenn sie zwei gehabt hätten, dann wären sie mit dieser Kollektion gut bedient gewesen.
Jan Who
Nachdem ich mich nun (erfolgreich) geweigert habe über Armani zu schreiben, widmen wir uns den fabelhaften Kollektionen von Ennio Capasa für Costume National und Herrn Maiers Kreationen für Bottega Veneta.
Herr Maier schickt seine Jungs in knallorangenen Mänteln auf den Laufsteg, die im
Schnitt und in der Farbe ein wenig an Raf Simons Entwürfe für Jil Sander erinnern. Zusammen mit den tollen Grüntönen und einem wirklich großartigen Royalblau lockern sie die ansonsten doch wieder farblich recht klassische Kollektion auf. Hinzu kommen Anzüge mit irgendeinem fabelhaften Muster dem Glencheck ähnlich (in Dunkelblau und Grau) kombiniert mit Hemden die leger einfach mal außerhalb der Hose getragen werden und einem die Wahl eines Gürtels endlich mal ersparen (ich war nie Fan von Gürteln), auch wenn es bei Bottega Veneta nicht an schönen Gürteln mangelt. Untenrum gibt es Stiefeletten die seitlich mit Schnallen gehalten werden am Schaft aber locker sitzen und so fast wieder dazu einladen die Hose hinein zu stecken. Das spart sich Maier natürlich, lässt aber die Hose (manchmal (einmal!) gekrempelt) locker aufliegen. Die Hosen selber sind wie bereits in der Sommerkollektion 2011 wieder weiter am Bein und nach unten hin schmaler.
Sie sind das Mondamin zwischen Ton und Bild. Es gibt sie in schön, hässlich, absurd, witzig, billig, aufwendig, minimalistisch und bombastisch. Musikvideos sind seit jeher die Art von Bildern, die ein Lied entweder untermauern und verstärken, oder aber eher unpassend und deplatziert wirken lassen.
Dabei ist es nicht immer der Kostenfaktor, der ein Video gut sein lässt. So ist „Scream“ von Michael Jackson noch immer das teuerste Video, schafft es aber nicht in die heutige Auswahl an fantastischen Meilensteinen von Musikvideos. Tja. Hätte er sich mal früher überlegen sollen. Ich für meinen Teil war schon immer großer Fan von Musikvideos und kann sagen, selten haben sie mich enttäuscht. Sogar „Alejandro“ von Lady Gaga, bei dem man nun wirklich was anderes erwartet hatte, als diese neunminütige Videokunst von Steven Klein, konnte mich begeistern. Allerdings fingen die Musiksender irgendwann an zu enttäuschen. . Hier nun eine (komplett subjektive) Auswahl an visuellen Musik-Leckerbissen.
Wir kennen ja mittlerweile die altbekannte Verbindung aus Musik und Fashion.
Aber was passiert, wenn die männliche Björk Antony Hegarty sich mit Inez van Lamsweerde und Vinoodh Matadin zusammenschließt und einen Kurzfilm über ein Fashionshooting macht? Genau. Etwas Großartiges! So geschehen beim Kampagnenshooting für die Herbst/Winter 2011 – Kampagne von Balmain, Interessanterweise haben alle beteiligten (außer Balmain, obwohl das wirklich witzig anzuschauen wäre) mit Björk bereits zusammengearbeitet. Inez von Lamsweerde war neben Nick Knight für die Booklet-Bilder von Björks aktuellem Album „Volta“ verantwortlich. Und mit Antony Hegarty hat sie auf genau diesem Album „Dull flame of desire“ eingesungen. Wahrscheinlich steckt Björk also hinter dem ganzen Balmainprojekt. War sie es doch, die für Alexander McQueens Tribute von Nick Night auch etwas eingesungen hat. Puh. Kommt noch einer mit? Nunja. Zurück zum Video.
Shuffle-Funktion sei Dank fand ich zurück zur französischen Musik. Nachdem ich in meiner Jugend mal eine sehr schlimme Mylene Farmer Phase hatte in der ich wirklich Videos wie auch Lieder verschlungen habe, hatte ich die französische Musik etwas vernachlässigt. Fatal eigentlich, denn französische Musik kann man immer zu schönen, angenehmen oder glamurösen Anlässen hören, von denen es natürlich unendlich viele in meinem Leben gibt. Oder eben zu traurig-sentimentalen Momenten mit zuviel Wein von denen es auch unendlich viele in meinem Leben gibt.
Warum ist das so? Prinzipiell sagt man Franzosen und ihrer Lebensart ja nach sehr viel Geschmack und Eleganz nach. Dasselbe gilt in der Musik. Jedes noch so sarkastische Lied wirkt durch Sprache und Melodie zuckersüß. Und Balladen klingen wie ein zarter Windhauch ins Ohr des Geliebten. Meine Englisch (und gleichzeitig Französischlehrerin) hatte ein perfektes Beispiel für die Wirkung der französischen Sprache. Papillon ist ein ganz zauberhaftes Wort. Aber im Deutschen und Englischen wird es durch Schmetterling und Butterfly höchst unschön.
Für viele beschränkt sich französische Musik leider ja noch immer auf „Je t’aime“ von Brigitte Bardot & Serge Gainsbourg. Und das wahrscheinlich auch nur, weil man fleißig „Wa(h)re Liebe“ geschaut hat. Also jetzt Ohren auf und lasst den französischen Hauch hinein!
Da wir gerade schon bei ihrem Vater waren fangen wir mit dieser zauberhaften Dame an. Bereits zwei Alben hat sie veröffentlicht, wobei ich eher zum ersten „5:55“ tendiere. Das zweite „IRM“ ist zwar experimenteller, aber in meinen Augen nicht besser. Das muss aber jeder für dich selber entscheiden. Sie verzaubert jedenfalls genauso wie ihr Vater mit ihrer Stimme, die leicht verträumt und verschlafen klingt. Anfängern rate ich dazu sich 5:55 auf jeden Fall zu kaufen. Mit ner Flasche Rotwein. Französischem natürlich.
Raphael
Ich besitze nur ein Album von diesem sympathischen, typisch hübschen Franzosen. „Caravane“ heißt das gute Stück und ist von 2005. Damals in der Schweiz und Belgien jeweils 79 Wochen und in Frankreich sogar 108 (!) Wochen auf Platz 1. Der 35 jährige Musiker mit bürgerlichem Namen Raphael Haroche, hat es mittlerweile auf sieben Alben gebracht. Der große Durchbruch kam allerdings tatsächlich mit „Caravane“ 2005. Er hat eine außergewöhnliche Stimme, die angenehm quäkig ist. Klingt negativ, aber hört mal rein, dann wisst ihr (hoffentlich) wie ich das meine. Und wer sich einstimmen will einfach mal das Video zu „Caravane“ hören. Nie haben sich zwei modelähnliche Gestalten stylischer abgefüllt und sind auf einem Dach rumgetobt.
Mylene Farmer
„Eine Schwulenikone?????“. Ich war schockiert, nachdem mir ein Freund in meiner Mylene Besessenheit mitteilte, dass die gute Frau Farmer in Frankreich von den französischen Schwestern vergöttert wird. Aber klar. Sie hat langes, feuerrotes Haar, zieht sich sexy an, spielt den Vamp und in ihren Videos gibt’s ne Menge Sex. Hätte mir auch gleich auffallen können. Bei ihr ist es tatsächlich so, dass die älteren Sachen großartig sind, die neuen Alben allerdings nicht an die alten rankommen, zumindest für meinen Geschmack. Ich höre ihr Best-Of „Les Mots“ immer noch gern und ihre Videos (nie kürzer als sieben Minuten), sind Filme aus Trauer, Mystik und Liebe. Hier seht ihr das Video zu „Desenchantée“. Das Lied kennt wohl mittlerweile jeder, da es eine blonde Schaubusenbesitzerin namens Kate Ryan ganz fürchterlich mit Techno unterlegt und mit schrecklichem Französisch spickte. Im Original ein tolles Lied mit Revolution , Gewalt und Aufstand. So muss es sein!
Jane Birkin & Mickey 3D
Ja natürlich darf sie nicht fehlen. Die singende Hermes-Tasche. Oder so ähnlich. Ich muss zugeben Jane Birkin allein nie gehört zu haben. Diese Kooperation war auf dem Sampler „Le Pop en duo“ (sehr zu empfehlen) zu hören. Hier singen französische Chansongrößen mit den jungen Wilden des neuen französischen Chansons.
Nouvelle Vague
Jaaaaaa ich weiß. Ist kein französisches Liedgut. Aber diese 2003 gegründete französische (ha!) Band schaffte es drei Alben lang Pop und Rocksongs so toll in Chansons umzuwandeln, dass es kracht. Das mittlerweile vierte Album, dass seit Kurzem auf dem Markt ist klingt wieder neu und ist (oha) sogar auf Französisch. Und sie sind auch auf Tour:
28.1. Berlin (Huxleys)
29.1. Hamburg (Große Freiheit)
Hingehen!
So. Nun habt ihr erstmal ein paar geschmackvolle französische Delikatessen zum genießen. Wohl bekomms!
HOHOHO liebe Leser. Während ich bereits im elterlichen Zimmer sitze und Unmengen selbstgebackener Mandelhörnchen sowie eine Tasse Tee nach der anderen in mich einflöße, ist es draußen langsam wieder dunkel und bald muss ich mich ja auch wieder umziehen und überhaupt … puhhh.
Ich las im überfüllten ICE nach Berlin, dass ein Leser bei einer Umfrage zum beliebtesten Song bei Itunes tatsächlich 10000 Songs gewann! Mein persönlicher Traum! Allerdings waren die beiden beliebtesten Interpreten Unheilig und David Guetta. Aber es gab doch noch soviel mehr! Es gab Robyn, die und mit gleich 3 Alben wieder beehrte. Es gab HURTS, die Altes wieder so auflegten, dass es alle feierten als sei es etwas Neues und The Coral hatte ja auch noch etwas Neues und und und. Nicht zu vergessen das (leider) eher mäßige neue Album von Kylie Minogue. Tja. Was machen also? Richtig! Ne Best-Of Liste. Nicht moderiert von Oliver Geissen, aber geschrieben von mir. Is doch auch was oder? Also folgende Alben wurden auf dem Ipod so oft gespielt, dass das Auswahlrädchen qualmte.
Ich war schon immer Hot Chip Fan und als ich hörte, dass sie endlich ein neues Album rausbringen war ich selbstredend begeistert.
Ich widme mich diese Woche den Winterliedern. Winterlieder sind Sommerlieder nur für den Winter (es ist so einfach oder?), zu denen man Schneebälle werfen kann, in Gedanken durch einen Winterwald läuft, oder vor dem Kamin (oder dem schicken Heizkörper in offwhite) kuschelt. Und für genau diese speziellen Stunden, habe ich euch meine drei momentanen Favoriten zusammengestellt.
Rein subjektiv natürlich, aber vielleicht ist ja etwas für euch dabei. Auf dass Itunes sich über Einnahmen und Ihr Euch über schönes Liedgut an kalten Tagen freut.
Im Vergleich zum Simian Mobile Disco Album sind die Songs dieses mal recht kurz. Aber dafür kann man sie umso besser in der Dauerschleife hören!
Death Cab for Cutie – You can do better than me
Dieser vom Namen her nicht sehr positiv klingende Song strahlt trotzdem eine unglaublich positive Stimmung aus und trotz des rührenden Refrains, macht es Spaß ihn zu hören.
Man möchte zu diesem Song durch den Schnee jagen und sich mit Schneebällen bewerfen. Zumindest ging es mir neulich auf dem Weg zur Arbeit so. Allerdings war der Schnee vom Auto zu dreckig. Und die Frau an der Bushaltestelle sah nicht nach spontaner Schneeballschlacht aus. Der Song der US-amerikanische Indie Band entstammt ihrem 2008 erschienenen Album „Narrow Stairs“. Auch komplett zu anderen Jahreszeiten gut zu hören!
Björk – Frosti
Zuerst einmal: Dieses Lied ist so wunderschön, aber leider viel zu kurz. Es war Björns Eröffnungssong auf ihrer Vespertine-Tour 2001 und auch auf ihrer Live-DVD vom Konzert im Royal Opera House.
Sie saß in einem weißen Federkleid auf einem Stuhl und der rote, schwere Samtvorhang hob sich. Sie kurbelte eine Maschine an und das Lied erklang. Dabei rieselte weiße Papierschnipsel von der Decke.
Ich hörte es außerdem damals im Harz, als ich mit meiner Familie im Winterurlaub war und alleine durch die verschneiten Wälder rund um unser Haus ging. Immer und immer wieder.
Insgeheim wünsche ich mir bis heute auch so ein Kleid und einen roten Vorhang.
Jeff Alexander – Come wander with me
Diesen Song verbinde ich mit Feuer, Rotwein und Fell. Pornös oder? Er entstammt übrigen, wie ich neulich recherchiert habe, einer Folge von „The twilight Zone“ (nie gesehen, da zu jung).
Jeff Alexander ist der Komponist. Singen tut das ganze Bonnie Beecher (Schauspielerin). Soviel zu den Fakten.
Ich habe den Song von der fantastischen Kompilation „Late Night Tales“, zusammengestellt von AIR. Der Song ist mysteriös, sexy und verräumt. Und nachdem man die Flasche Rotwein geleert hat, schmeißt man sich in den Tom Ford Seidenbademantel und lässt sich ein duftendes Bad zu zweit ein …
Ich würde sagen: Der Winter kann kommen! Schönes Wochenende euch!
Unappetitlich, appetitlich und Appetit auf mehr
Es ist wieder mal eine Woche rum. Kinder wie die Zeit vergeht. Fast Weihnachten. Und deshalb nun 3 weihnachtliche Musiktipps von mir zum Wochenende …… SPAß!!
Hier gibt’s natürlich wieder mal was GANZ anderes als das, was man erwartet.
Simian Mobile Disco – Delicacies
Es ist ein Potpourri an leckeren Songs, die uns Jas Shaw und James Ford alias Simian Mobile Disco dieses mal aufgetischt haben. Nach ihrem letzten Album „Temporary Pleasures“ mit dem ganz wunderbaren Song „Audacity of Huge“, legen sie nun mit „Delicacies“ nach. Es klingt einerseits wie gewohnt, andererseits viel clublastiger und weitaus experimenteller als das letzte Album. Allein die durchschnittliche Songdauer von mindestens sieben Minuten mag einen zuerst abschrecken, ist aber voreilig geschlussfolgert. Kooperationen wie auf dem letzten Album (u.a. Beth Ditto oder Hot Chip Sänger Alexis Taylor) entfallen zwar, stattdessen gibt es aber elektronische Leckerbissen wohin das Auge reicht.
Liebe Leser. Ich habe nun einen Namen als Autor und bin nicht länger der „Gastautor“. Das würde schon für einen Eintrag reichen ich weiß, aber darum soll es nicht gehen. Es soll wieder um Musik gehen. Um etwas, was das Ohr erfreut.
Ursprünglich wollte ich ja auch Take That unterbringen. Aber nachdem ich das Album hörte, dachte ich mir ich lass das mal lieber. Es liegt übrigens in den Geschäften schon zum Sonderpreis aus. Nunja. Beim Mainstream bleiben wir aber dennoch erst einmal.
Duffy – Endlessly
Ich hatte vor zwei Tagen eine Diskussion mit meinem Freund darüber, ob Duffy toll ist, oder nicht. Ich fand nein. Er ja. Doof aber üblich in Beziehungen. Also beschloss ich, mir das „Mercy“-Vorurteil aus dem Kopf zu schlagen und hörte auf Anraten mal in ihr neues Album rein. Seit ihren Erfolgen „Warwick Avenue“ und eben „Mercy“, wurde es ja etwas still um das walisisch blond-dralle Gesangswunder. Nun ist sie mit der Single „Well Well Well“ aus dem neuen Album „Endlessly“ wieder da. Erster Eindruck beim Hören der Single: Joa. Aber ich wollte das Album ja ganz durchhören. Und siehe da: Es überrascht den (bisher) überzeugten Duffy Hasser. Lieder wie „Don’t forsake me“ erinnern etwas an Paloma Faith (wenn natürlich nicht ganz so grandios). „Girl“ lädt zum mitwippen ein und spätestens beim Titelsong „Endlessly“ wünscht man sich in einen „Eis am Stiel“ –Film in die Arme seines Partners mit dem man im American Diner nach einem großen Eisbecher eng umschlungen zur Musik aus der Jukebox tanzt. Herrlich!




