Hurraaaaaa ….. Wir begrüßen endlich auch den Winter in einer Winterkollektion!
Bei Emporio Armani haben die Designer neben guten Handschuhen sogar an lange und breite Schals gedacht, von denen einige sogar mittels Kordelzuges Kopfbedeckung und praktischer Schal zugleich sind.
Die günstigere Zweitlinie des Alt- und Großmeisters guter Männermode trumpft mit all den tragbaren Teilen auf, die Draußen in den Läden gerne gekauft werden. Fast 80 Outfits lang kann man sich davon überzeugen, dass auch ganz normale, leger-elegante Klamotten Männer schöner machen, weil man mehr vom Mann als von der Mode erlebt. Sehr gut angezogen, aber nicht verkleidet sein. Giorgio Armani hat das zutiefst italienische Verständnis von männlich modischer Attitüde ohne Chichi verinnerlicht, wie kaum ein zweiter.
Daisydora
Maiers fabelhafte Modeparade – Bottega Veneta Autumn-Winter 2012/2013
Posted on 17. Januar 2012Maiers Männer haben lange Beine, auch wenn die von Natur aus mal nur normal lang sein sollten, was auch bei Models vorkommt. In kaum einer weiteren Männerkollektion wird so großes Augenmerk auf vorteilhafte Proportionen gelegt, und das sieht man auch.
Athletisch aber nicht unbedingt allzu muskulös, optisch in die Länge gezogen, schmal und jung aber nicht unmännlich, so signalisieren schon die Models das Männerbild Maiers, der im O-Ton sagt: „There’s not much you can do with men“. Was nur Ausdruck dessen ist, dass Männermode sich an der Physis von Männern zu orientieren hat, und dass sich das mit bewährten Formen und Silhouetten eben am besten erreichen lasse.
Sind wir das Zeitalter der körperwahrnehmungsgestörten, westlichen Gesellschaften?
Posted on 17. Januar 2012Tausende Mädchen, junge Frauen und Männer rennen gerade von Casting zu Casting, um einen der begehrten Jobs bei den Couture- und Designer-Schauen in Paris, Berlin, New York, London, Mailand oder sonst wo zu bekommen.
Dabei ist bekannt, dass Anfänger dafür kein oder kaum Geld sehen. Man muss schon einen großen Namen haben, wie die handverlesenen Highlights der Schauen, um für die Arbeit, der man vorher wochenlang nachläuft, auch adäquat bezahlt zu werden. Das hat irgendwann angefangen, so aus dem Ruder zu laufen, als immer mehr Mädchen und Jungs aus teilweise bitter armen Regionen der Erde nach Paris und in weitere Zentren des internationalen Fashion- und Luxusbusiness drängten, um sich ihren Traum vom Modeln und einem Leben in Reichtum zu erfüllen.
Teddy meets Punkrock – Costume National Autumn-Winter 2012/2013
Posted on 16. Januar 2012Wenn Teddy Boys im nächsten Winter auf Punkrock Boys treffen, dann tragen sie vielleicht die Kollektion von Ennio Capasa. Noch in Schockstarre über die Jil Sander Kollektion, dachte ich gerade, das ist für Designer nicht die beste Idee, ihre Vergangenheit und/oder Neurosen ausgerechnet in die Kollektion der Saison zu stecken, aber bei Ennio Capasa sind die Zitate auf die eigene Geschichte mehr als gelungen.
Die Herren der Fliegen – Dolce & Gabbana Autumn-Winter 2012
Posted on 16. Januar 2012Die Klamotten der Herren Domenico Dolce & Stefano Gabbana geraten auch auf Modeblogs immer wieder in den Ruch, nur ein ganz klar umgrenztes Segment von supermännlichen Machos zu bedienen. Da mag ein Quäntchen Wahrheit dran sein, aber, wer eine Kollektion von mal wieder fast achtzig Outfits auf den Runway zu bringen vermag, der dürfte bei weit mehr Männern als Italienischen Testosteron-Wundern Beifall für seine Ideen finden.
Von einer durchgehenden Linie der Kollektion kann man aber auch nicht sprechen. Vieles, das schon in früheren Kollektionen gut funktionierte, wird in den neuen Modellen zitiert. So gibt es den Allzeit-Bestseller Rippen-T-Shirt mit durchgehender Knopfleiste diesmal in grau, getragen zu Jeans und Schiebermütze.
Aber bevor ich die Stil-Überraschung dieser Kollektion beschreibe, berichte ich von einem der gewöhnungsbedürftigen Hingucker, der mich allerdings sehr begeistert hat. Vor wenigen Jahren gab es ja schon mal seidene Pyjamas von Dolce & Gabbana (und bei Louis Vuitton), allerdings ausschließlich aus Dunkelblauer und Dunkelroter Seide mit kleinen weißen Polkadots und gepaspelten Seitennähten und in der Damenkollektion. Ich habe so einen Anzug gekauft und liebe die Teile heiß und innig, trage sie aber nur einzeln. So war es mir eine Freude, als ich sah, dass diese Anzüge nun für Männer in Seide und mit kleinen Krawattenmustern zurück sind. Sicher, man denkt auf den ersten Blick, wieso das? Wozu und vor allem wohin zieht der moderne Mann so was an? Und auch wenn es auf diese rhetorische Frage keine logisch-schlüssige Antwort gibt, so beweisen diese Ausgeh-Pyjamas mal wieder, dass Mode auch nur Spaß an der Sache sein kann. Mir gefallen die Dinger sehr. Allerdings finde ich sie in der Kombination mit Pullis und Cardigans viel cooler und sexyer.
Als ganzer Anzug getragen könnte man mit einem Tweed-Jackett darüber und einem Pulli oder Cardigan über der Schlafanzug-Jacke einen einigermaßen straßentauglichen Look herstellen; der aber sicher immer noch für einiges Aufsehen sorgen könnte. Die Seiden-Pyjamas sind und bleiben also eher etwas für sehr modeaffine Männer … oder eben den heimischen vier Wänden vorbehalten. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Etwas schwer tue ich mir mit den reinwollenen, samtenen und Cordsamt-Jacketts und Mänteln, den Key-Pieces der Kollekton, die mit ihren russisch anmutenden Stickereien oder einer Imitation dieser Stilelemente wohl für den Gusto der neuen Märkte gedacht sein dürften. Noch sehe ich jedenfalls keine Hanseaten oder Berliner vor mir, die mit einem solchen, prachtvoll dekorierten Mantel, Jackett oder einer dem Dinner-Jacketts seelenruhig in ihrem Quartier bummeln. Aber ich sehe dieses Vielerlei der Stile und die unbekümmerte Opulenz, der die beiden alten Hasen der Mode frönen, als Zeichen der Herkunft und bin froh darüber, dass dieser spielerische und lebenslustige Ansatz dem futuristischen Konstruktivismus und den beinahe schon architektonisch anmutenden Linien anderer Kollektionen, im Modehandel trotzen kann. Dolce & Gabbana sind als Erfolgsgeschichte nicht aus dem Fashionbusiness wegzudenken.
Zu meine Lieblingen zählten die Grauen Pullis, zum Teil mit Zopfmustern und kurzen Ärmeln, getragen über einem weißen Hemd und mit Fliege. Ein wahres Meer an Fliegen bot dann das Schlussbild der als Zarensöhne gekleideten Mantelträger, den Herren der Fliegen, und sei es nur für einen Moment. So ist das in der Mode, nichts oder fast nichts ist da für lange …. auch nicht bei Domenico Dolce & Stefano Gabbana.
Noch mal Bailey mit Bravour – Burberry Prorsum Autumn-Winter 2012
Posted on 15. Januar 2012Ihr habt die Schau ja hoffentlich hier auf Horstson gesehen, aber ein paar Worte gibt es dennoch darüber zu sagen ……
The Gentlemen, so lautete der Titel der Burberry Prorsum Show und schon die ersten Modelle zeigten, was sich Chefdesigner Christopher Bailey darunter vorstellt: superschmale Männer, in schmalen, korrekten Anzügen aus den edlen Stoffen, die man von englischen Herrenschneidern kennt. Schon lange habe ich nicht so viele klassische Stoffe, wie feine Houndstooth, Herringbones, Tweeds und andere Melés gesehen, aus denen im Schrank jedes Mannes zumindest ein schöner Anzug geschneidert sein sollte.
Weil heute ja ohnehin unser inoffizieller Damentag auf Horstson ist, verbinde ich das Nützliche mit dem Angenehmen und bringe einen kleinen Bericht zu einigen Outfits, die ich beim Onlineshop Luisaviaroma gefunden habe. Ich tue jetzt einfach mal so, als wäre ich zusammen mit den anderen eingeladenen Bloggern tatsächlich in Florenz gewesen, wo ich mich vor langer Zeit schon mal so mit dem Auto verfranst hatte, dass ich mich von einem überaus freundlichen Carabinieri ein Stück des richtigen Weges nachhause geleiten lassen musste. Aber hier geht es ja zum Glück um schöne Mode und nicht um meinen berüchtigten Orientierungssinn.
Güteklasse C und D garantiert – der sagenhafte Überdrübersuperduper-Promiauflauf auf der MBFWB
Posted on 13. Januar 2012Wer von euch erinnert sich noch schemenhaft an Frank D. Matthée, alias Fronck, der Wedding Planner, der danach auch noch erfolgreich recycelt wurde und voll motiviert in Lets Dance auf unserem weltweiten Lieblingssender RTL rumhüpfte?
Früher habe ich immer nur den Kopf geschüttelt, wenn ein B, C oder D-Promi bei Frauke was davon faselte, dass Auftritte auf dem Roten Teppich Teil des Jobs seien, heute weiß ich, in Deutschland ist das so.
Und das geht so: Man hat keinen neuen Job, kein Film kommt ins Kino, man hat schon lange keine Rolle gespielt. Manche munkeln, man existiere für die Öffentlichkeit eigentlich nur noch, weil es diese Roten Teppiche gibt, über die man alle paar Wochen oder, wenn das Schicksal es gut meint und die MBFWB läuft, jeden Tag, schweben kann. So man es auf die VIP-Listen der Designer geschafft hat, was aber angesichts der tendenziell angeschlagenen Konkurrenz nicht so schwer sein dürfte. Eine dieser VIP-Listen liegt und nun frisch aus’m Drucker vor, so dass wir euch schon heute die knallharten Infos über alle bisher angekündigten Gäste geben können.
Ach so: Es geht um die Schau des wahrscheinlich neuen Tausendsassas unter den TV-Designern, vielleicht auch legitimen Nachfolgers von Harald Glööckler, niemand geringerem als Guido Maria Kretschmer, der am 19. Januar um 20 Uhr seine Kollektion Damoi vor den Augen von knapp 80 Promis präsentiert. Die wir dann sicher auch noch auf den Roten Teppichen anderer Schauen sehen.
Wer kommt denn nun?
Rock’n Roll Sister? Lindsay Lohan für Philipp Plein Spring-Summer 2012
Posted on 13. Januar 2012Weil Horst uns Schreiber gut erzogen hat, schreiben wir hier nicht nur über unsere Lieblingslabels. Alles Modische, das von irgendjemand gekauft wird, kommt hier früher oder später vor. Und sei es, wie im Falle Lindsay Lohans, die das Hauptmodel der neuen Kampagne von Philipp Plein ist, dass wir die Motive und die Akteurin zur Diskussion stellen.
Ob das ein Look ist, der kommt oder nicht, darüber brauchen wir uns nicht mehr den Kopf zu zerbrechen. Die Tatsache, dass es Brian Boy selbst war, der so durch Florenz lief, sollte reichen. Da müssen wir alle durch, wenn wir unübersehbare modische Signale senden wollen, oder?










