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Ausstellungstipp: „Fur – An Issue of Life and Death“ in Kopenhagen

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Von links nach rechts: Kleid aus Nerz und Chiffon von Jean Paul Gaultier (1999), Kleid aus Nerz von Dennis Lyngsø, Denmark, für Kopenhagen Fur (2010), Jacke aus Nerz von Jean Paul Gaultier (2010), Overall aus Nerz und Mütze aus Fuchs von Luise Fenger Hvilsted und Alexander Sehested, Denmark für Kopenhagen Für (2009); Bild: John Lee / The National Museum of Denmark

Bei kaum einem Thema kochen die Emotionen so hoch wie beim Pelz: „darf“ man Pelz tragen oder sollte man ihn strikt meiden? Okay – Pelzbommel wird spätestens seit unserer verbindlichen Out-Liste kein Mensch mehr tragen, aber wie ist es mit den allgegenwärtigen Pelzkrägen an den Winterjacken? Wo zieht man die Grenze: Polarfuchs am Mantel von Woolrich geht klar, Nerz in Form eines Mantels hingegen unter keinen Umständen? Nicht sehr konsequent. Warum fällt es eigentlich viel leichter, Dinge anzuklagen, die man sich nicht leisten möchte oder die man sich nicht leisten kann? Wesentlich entspannter wird hingegen der Konsum von Fast-Fashion gesehen, wo die Herstellungsmethoden zwar genauso zweifelhaft sind, aber die Lust nach dem schnell gekauften Stück ungleich höher ist? Dass im schlimmsten alle Fälle Blut am T-Shirt klebt und Menschen dafür ausgebeutet wurden, wird durch Lippenbekenntnisse relativiert: „Irgendwo muss ich ja meine Kleidung kaufen.“ Wirklich?
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Nahaufnahme eines Echtpelzes mit roter Farbe; Photo: The National Museum of Denmark

Pelze sind nicht erst seit gestern umstritten, doch trotz PETA und anderen Aktivisten ist der Anteil an Pelzen in der Haute Couture und in der Prêt-à-porter wieder deutlich gestiegen. Und der Kundenstamm rekrutiert sich bei Weitem nicht nur aus gelangweilten Industriellengattinnen … Grund genug für das dänische Nationalmuseum, dem Thema Pelz eine eigene Ausstellung zu widmen: „Fur – An Issue of Life and Death“.
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Von links nach rechts: Mantel aus Fuchs von Yves Salomon for YSL, Paris (2008), Pelzkleid aus Nerz und Chiffon von Alice McClom für Kopenhagen Fur (2009), Pelzmantel aus Leder, Nerz und Fuchs von Nikoline Liv Andersen (2006) und ein Nerzmantel von Revillon, Paris (2009); Bild: John Lee / The National Museum of Denmark

Die Ausstellung, die noch bis zum 22.Februar 2015 läuft, ist eine einzigartige Sammlung von historischer Kleidung aus Fell der Völker der Arktis bis hin zu aktuellem Pelz und versucht, eine ethische Debatte anzuregen. In Hinblick auf die Brisanz des Themas kein leichtes Unterfangen.
Gezeigt werden ca. 2.000 Objekte aus allen Epochen in einem zeitgenössischen Kontext, allerdings niemals mit erhobenen Zeigefinger: „Es ist nicht unsere Absicht, den Besuchern zu sagen, ob sie für oder gegen Pelze sein sollen“, so Ulla Mahnerin vom dänischen Nationalmuseum. „Wir wollen verschiedenste Meinungen zu Wort kommen lassen.“ Und so finden sich neben den Exponaten auch Statements von knapp 50 Befürwortern und Gegnern der Pelztierhaltung, wie sie unterschiedlicher nicht sein können:
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Bild: John Lee / The National Museum of Denmark

„In einer Welt, in der Fleisch gegessen wird und Leder zu Handtaschen, Schuhen und Kleidung verarbeitet wird, ist eine Diskussion über Pelz kindisch“, so Karl Lagerfeld. Stella McCartney steht Pelz hingegen äußerst kritisch gegenüber: „Wenn man bedenkt, dass Tiere leiden, gibt es keinen Grund für Pelze.“
Eine bekannte deutsche Modejournalistin soll der Legende nach mal gesagt haben: „Wozu brauche ich Strümpfe, solange ich bodenlange Pelze tragen kann?“ – dieses Zitat taucht allerdings nicht in der Ausstellung auf.

Ich bin gespannt, wie ihr, liebe LeserInnen, zum Thema steht …

Fur – An Issue of Life and Death
The Egmont Hall, The National Museum of Denmark
Prinzen Palast, Ny Vestergade 10
Kopenhagen

Die Ausstellung läuft noch bis zum 22.Februar 2015.
Der Eintritt ist frei.

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  • Siegmar
    7. Januar 2015 at 12:06

    Ein spannendes Thema, grundsätzlich bin ich gegen Pelze auch von gezüchteten Tieren, da man weiß wie die gehalten bzw. getötet werden und heute ist es ja möglich Kunstpelze zu schaffen, die sehr echt und natürlich aussehen.

  • PeterKempe
    8. Januar 2015 at 00:07

    Pelze hin oder her ich finde den Ansatz der Ausstellung toll!

  • Monsieur_Didier
    8. Januar 2015 at 12:04

    …auch wenn es ausser Frage steht, dass gezüchteter Pelz bzw. Zuchttiere natürlich auch Lebewesen sind, die es nicht verdient haben, für schmückendes Rauchwerk zu sterben…
    ich liebe den Griff und die Optik von Pelz…
    auch und gerade dann, wenn das Tier noch lebt…
    und die Ausstellung würde ich wahnsinnig gerne sehen…!