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André Leon Talley für UGG

(André Leon Talley; Bild: UGG)

Tag 8 im neuen Jahr und es gibt Nachrichten, die die Hoffnung auf ein gutes 2021 nähren: André Leon Talley wirbt in einer Kampagne für UGG.
André Leon Talley war von 1983 bis 1987 der Fashion News Director der Vogue und dann von 1988 bis 1995 ihr erster schwarzer Kreativdirektor. 2013 kam dann der Break und Talley war fortan der Editor-at-large bei der Numéro Russland, trat aber nach 12 Ausgaben zurück.

Im Mai 2020 veröffentlichte er seine zweiten Memoiren: „The Chiffon Trenches: A Memoir“ zeichnet seine Anfänge und seine Karriere – gefördert von Diana Vreeland – bis an die Spitze der Modebranche, die von Erfahrungen mit Rassismus, Vorurteilen und Voreingenommenheit geprägt war, nach. Im Nachhinein sei er Anna Wintour zu alt, zu dick und zu uncool gewesen.
Für UGG ist André Leon Talley weder zu alt, zu dick und zu uncool – im Gegenteil: „André Leon Talley ist eine Inspiration. Seine Geschichte wurde schon oft erzählt, zu Recht. Seine Leistungen sind einzigartig“, wie Andrea O’Donnell, Präsidentin von UGG die Zusammenarbeit erklärt.

André Leon Talley; Bild: UGG

Die Frühjahr/Sommer-Kampagne 2021 von UGG wurde auf der Veranda seines Hauses in White Plains, New York, fotografiert. Die Regie führte hierbei Talley selbst – man gibt das Zepter eben nicht einfach so ab.
Die Kampagne ist übrigens eine fortlaufende Serie an Stories, die inspirieren und Individualität und Style feiern mit verschiedenen KünstlerInnen, Kreativen und AktivistInnen aus der ganzen Welt.

1 Comment

  • paule
    9. Januar 2021 at 12:08

    Auf den Bilder sieht er aus wie ein Gebirge. Aber ich glaube, er ist auch riesig und die Kaftane, die machen ihn noch viel dicker. Dennoch, das ist kein Grund und keine Entschuldigung für irgendeine Form von Diskriminierung einer Person. Es geht keinen was an. Ich kann auch keinen Bezug zwischen „dick“ und „langweilig“ entdecken. Auch in der Summe mit „alt“ ergibt es für mich noch immer keinen Sinn. Ich habe mal ein Interview mit ihm gesehen, da hat er erzählt, dass ihn früher mal eine Modetante „Queen Kong“ nannte. Das hat ihn sehr getroffen. Und das zu Recht.
    Ich denke, diese Dinge werden heute noch immer gesagt. Wenn auch nicht mehr ganz so offen. Das einzige Ziel ist das Herabsetzen einer Person.

    Dennoch, auch er war lange Zeit Teil eines ungerechten Systems, in dem Menschen diskriminiert werden. Ich denke, ohne dass ich es natürlich weiss, dass er auch Ungerechtigkeiten mit getragen hat. Dinge, die er über AW sagt, die kommen ja nicht aus dem „nichts“. Sie war sicher schon früher so und das hat er vielleicht auch lange mit getragen.
    Ich denke daher, er hat nicht damit gerechnet, dass es irgendwann auch ihn trifft.
    Was ich immer bedenklich fand, vor allem auch im Film „The September Issue“, er wird als eine Art Maskottchen dargestellt. Erst in letzter Zeit und durch seine eigenständigen Auftritte wird er als Person und als reflektierende Person gezeigt. Vorher wurde er (von mir) immer eher als der schrulige Unterhalter von AW gesehen.

    Mein Hauptproblem mit ihm ist die massenhafte Verwendung von Pelz. Vor allem Nerz. Ich denke, über die Nerzproblematik muss nicht mehr gesprochen werden. Und das auch nicht vor 20 oder 30 Jahren. Nerz ist seit den 80er Jahren nicht mehr denkbar oder in irgend einer Form vertretbar.

    Er ist beeindruckend. In Interviews clever und eloquent. Ich denke aber, er ist nicht ganz das arme Opfer, als das er im Moment dargestellt wird. Ich denke, er hätte wesentlich früher auch Vielfalt fördern und unterstützen können. Er wäre in der Position dazu gewesen, etwas zu wagen und zu etablieren. Es wäre interessant ein umfassenderes Persönlichkeitsbild von ihm zu haben.

    Die Schuhe sind eine Katastrophe.

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