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The Olympics have always been a little bit gay.

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Screenshot Video

… die ersten Journalisten und Blogger sind schon vor ein paar Tagen nach Russland gereist, wo bekannterweise gerade Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert, misshandelt und verfolgt werden ab morgen die Olympischen Winterspiele stattfinden. Gerade angekommen, tut man ganz so, wie es die Sponsoren dieser Reisen erwartet haben: als ob in Russland politisch gesehen alles super wäre und keine Menschenrechtsverletzungen stattfinden würden.
Sie werden aber verletzt, so zu sehen in einem schrecklichen Video, das jetzt die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch veröffentlicht hat.

Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, eine solche Einladung, egal welchen Unternehmens, anzunehmen und dann, ganz brav, Tag ein und Tag aus, Impressionen aus einem an sich hübschen Land, welches jetzt sein hässlichstes Gesicht zeigt, mit dem vom Sponsor zur Verfügung gestellten Handy auf Instagram oder Facebook zu posten. Habt ihr denn nichts aus der Geschichte gelernt?
Natürlich stecken die Blogger, die nun auf Einladung von Samsung, Coke und allen anderen Sponsoren in Sotschi sind, in einem Dilemma – man wird nicht alle Tage zu einer solchen Reise eingeladen und vielleicht setzte bei der Zusage auch die Vernunft aus. Kann ich alles verstehen, Schwamm drüber …
Was ich aber nicht verstehen kann, wenn man denn nun schon vor Ort ist, mit seinem zur Verfügung gestellten Handy nicht in alle Welt hinauszuposten, dass man eben nicht damit einverstanden ist, wenn Menschen in dem Land, in dem man sich gerade aufhält, egal aus welchem Grund, diskriminiert werden.

Die Form des Protests kann übrigens subtil sein, so wie „The Canadian Institute of Diversity and Inclusion“ in einem ungewöhnlichen Spot zum Thema „Olympische Winterspiele 2014“ darstellt:

The Olympics have always been a little bit gay …
https://www.youtube.com/watch?v=effb2JYiKXM

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  • peter
    6. Februar 2014 at 15:45

    Das Olympiade immer ein bisschen gay ist wissen wir spätestens seit Mark Spitz 1972 in der Stars & Stripes Speedo und in meiner frühesten Jugend schlug mich Greg Louganis schier während der Spiele vom Hocker:-)))

  • J
    6. Februar 2014 at 17:38

    Die Goldmedaille hat dann wohl das Institut verdient 😉

  • Daisydora
    7. Februar 2014 at 09:48

    Ich könnte mich alleine darüber aufregen, wenn andere als politische und Sportblogger zu Olympia eingeladen werden … habe keine Ahnung, ob auch Lifestyle- und Modeblogger einegladen wurden und bitte um sachdienliche Hinweise …

    Und klar waren immer schön Menschen aller sexuellen Präferenzen bei Olympischen Spielen vertreten … der ästhetische Aspekt und erst recht der Körperkult gehörten schon immer mit dazu … So what!

    Ich wünsche mir, dass Putin die Spiele politisch und medial gesehen um die Ohren fliegen und, dass man es schafft, Anschläge zu verhindern und den Sportlern (den vielen gedopten und wenigen nicht gedopten), die Referenz zu erweisen …

  • monsieur_didier
    7. Februar 2014 at 10:08

    …die Wahrheit kann man nicht verkaufen oder verschweigen…
    um so mehr freut mich die heutige Google-Startseite…
    ich bin durchaus erfreut über das nachhaltige und immer wiederkehrende Interesse an kritischer Berichterstattung über die Winterolympiade und das politische Rechtsverständnis in Russland…

  • Siegmar
    7. Februar 2014 at 12:34

    Diese Großmannssucht von Putin ist widerlich, die olympischen Spiele sind zu einer Finanzhure verkommen. Wer das meiste Geld bietet, darf die Spiele ausrichten. In Sotschi und Umgebung wurde Menschen enteignet, ihre Grundstücke weggenommen um die Spiele auszurichten, Die Arbeiter wurden größtenteils menschenunwürdig untergebracht und dann nicht bezahlt, damit die von Putin gepreßten Sponsoren sich irgendwo ihr Geld wieder reinholen können. Diese Spiele werde ich mir mit Sicherheit nicht ansehen.

  • Gerd
    8. Februar 2014 at 18:23

    Liebe Freunde,
    bisher war ich ein Fan eurer Seite.
    Das hat sich mit eurer undiffenzierten Sichtweise
    auf die Olympiade erledigt.
    Wer derart unqualifiziert und unreflektiert BILDhafte Allgemeinplätze von sich gibt, ist für mich kein Lesepartner.

  • Horst
    8. Februar 2014 at 19:11

    Lieber Gerd,

    vielen Dank für Deinen Kommentar.
    Ich finde es schade, dass Du das Fan-dasein von einem Artikel, der Dir nicht gefällt, abhängig machst – bei im Durchschnitt 2-3 Artikel am Tag, die wir hier veröffentlichen, ist doch sicher was dabei, was eher Deinen Geschmack trifft. Was Du aber sicher niemals hier finden wirst, sind Artikel, die ins BILDhafte entgleiten. Aber Du wirst Artikel finden, die eine Meinung darstellen. Und meine Meinung, die ich oben geschrieben habe, bezieht sich nicht auf die Olympiade an sich. Sie bezieht sich auf die Blogger und Journalisten, die schon VOR der Olympiade all das über Bord geschmissen haben, was man „Werte“ nennt. Ich hätte die Journalisten und Blogger beim Namen nennen können – dann wär der Artikel aber ziemlich dicht an der BILD.

    Willst Du meine Meinung zur Olympiade hören? Ich finde die Idee der Olympiade, wie sie in der Olympische Charta beschrieben ist, ganz großartig und sie ist sicher ein wichtiges Instrument zur Völkerverständigung. Nur wird die Olympiade in Sotschi gerade dieser Charta nicht gerecht.

    Du darfst auch nicht vergessen, dass es sich bei Horstson um ein kostenloses Angebot im Internet handelt und, wie an anderer Stelle auch schon erwähnt, man sich nicht abmelden muss – das sind die Blogs nämlich der GEZ und den Abos von Printmedien voraus.

  • Gerd
    8. Februar 2014 at 23:15

    Hallo Horst,
    vielen Dank das Du auf mein post so schnell antwortest.
    Mir ist schon klar, das horstson ein kostenloses
    Angebot für alle ist. Ich bin auch dankbar, das ihr euch die Mühe macht, solch qualitativ hochwertigen Beiträge umsonst (ich meine damit nicht kommerziell) für alle in´s Netz zu stellen.
    Ich respektiere auch jede Art freie Meinungsäußerung, gestehe jedem seine Meinung und Sicht zu einem Thema zu.
    Aber: Wenn Beiträge nur zu einem „Auskotzen“ von
    Vorurteilen verkommen, spricht das nicht für
    die Kultur in diesem Forum.

    Zum eigentlichen Inhalt: Du erwähnst richtigerweise den Olympischen Gedanken – die Völkerverständigung. Was medial, und leider auch hier, allerdings passiert ist Hetze, gegen ein Land und ein Volk. Man macht es an einer Person fest, trifft aber ein stolzes Volk – ein Volk, das Großes geleistet hat, damit Olympia zum Erfolg wird.
    Alles was es zu kritisieren gibt, von der (hier verfälscht dargestellten) Homophobie , über Großmannsucht und Geldverschwendung, von Umsiedlung und Eingriffe in die Natur, von Betrug an Bauarbeitern bis zu Qualitätsproblemen bei Bauwerken – das alles hat es bei allen Olympiaden der Neuzeit gegeben.
    Nur in Russland stehen diese Dinge medial weit vor dem Sport.

    Vielleicht können wir zu diesem Thema, auf einem anderen Kanal, mit den anderen Foristen im Gespräch bleiben. Mich würde schon interessieren, wie es zu einem solchen Haß auf das russische Volk kommen kann.
    Ein schönes Wohenende wünscht
    Gerd

  • Siegmar
    10. Februar 2014 at 12:01

    @ Gerd
    da ich mich angesprochen fühle, würde ich gerne antworten. Lebst du in Deutschland od.in Russland? Ich habe russische Freunde hier wie in St. Petersburg. Interessanterweise haben sie fast die gleiche Meinung wie ich und ich bin kein Bildzeitungsleser. Das die Russen ein stolzes Volk sind ist doch unbestritten, aber du kannst doch nicht allen ernstes behaupten das die massiven Vorwürfe alle nicht stimmen und in der Weise wie in Sotschi hat es das eben nur so extrem in Peking gegeben. Das will ich noch erwähnen, der olympische Gedanke stand eben nicht die ganze Zeit um Vordergrund und das abschalten von Internetseiten kurz vor der Eröffnung passt genau in das Bild. Ich finde das Laand und die Leute ganz wunderbar, deswegen muss ich aber nicht mit der derzeitigen Situation zufrieden sein und dazu auch noch meinen Mund halten.

  • Gerd
    10. Februar 2014 at 13:09

    Hallo Siegmar,
    vielen Dank, das auch Du auf meinen Beitrag
    antwortest.
    Ich wohne in Dresden und bin Deutscher.

    Zum Inhalt: Ich habe in keinster Weise geleugnet,
    das es in Russland die genannten Probleme gibt.
    Was mich stört ist das unreflektierte Wiederholen der Stereotypen, die von den deutschen Leitmedien vorgegeben werden.
    Und ich mag Hetze nicht.
    Wenn aber die Olympischen Spiele auf die Probleme reduziert werden, kein Beitrag ohne Skandalisierung und Häme auskommt, dann stört mich das.
    Ich weiß nicht, ob das Forum es zulässt, aber bei meiner Meinungsbildung zum Umgang mit den Umständen der Vergabe und Durchführung der Olympische Spiele in Sotschi hat mir die Seite
    des Deutschen Olympischen Bundes geholfen:
    http://www.dosb.de/de/olympia/olympische-spiele/winterspiele/sotschi-2014/news/detail/news/sotschi_2014_gegen_politische_heuchelei/

    Auch ich habe russische Freunde, in allen möglichen Städten Russlands und auch hier in Deutschland. Und die reiben sich nur verwundert die Augen über die deutschen Medien. Und freuen sich diebisch, wenn Spaßvögel den negativen Hype
    ad absurdum führen.

  • Siegmar
    10. Februar 2014 at 13:44

    @ Gerd

    danke für die Antwort, selbstverständlich versuchen die Medien da auch einiges zu konstruieren und gewisse Teile auch zu hetzen, das ist mir auch klar.Das ist aber nicht nur die deutsche Presse, sondern Kritik wurde uach in anderen Ländern geübt. Ich habe auch ein Problem mit dem Text des olympischen Komitee´s, die sind genauso wie die Fifa, anscheinend nur noch an Gewinnmaximierung interessiert und der olympische Gedanke steht nicht mehr an 1.Stelle. Ich wünsche mir einfach wieder „olympische Spiele “ in einem Rahmen, o man sich nicht fragen muss wer wen noch übertreffen will. Die Kosten sind mittlerweile in Höhen die völlig konträr zu dem Gedanken der Spiele sind. Ich vertrete immer noch den Gedanken, dass man die Spiele alle 4 Jahren am Originalschauplatz in Griechenland stattfinden lassen soll. Alleine die Bewerbung für die Austragung verschlingen Millionen. Gruss aus Berlin