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Peter’s Cutting – Chanels Diamanten für die Ewigkeit

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Bild: Chanel

Mit der Kollektion „Franges“ aus der Haute Joaillerie des Hauses Chanel, setzen die Juweliere nicht nur Träume aus Diamanten für die Ewigkeit um, denn kein Stein ist härter und klarer als der König der Edelsteine, sondern sie setzt genau da an, wo vor vielen Jahren die Geschichte des echten Schmuckes der revolutionären Modeschöpferin aus der Rue Cambon begann. Bei Chanel ist die Haute Joaillerie keine Erfindung des Marketings, wie es bei den meisten Luxusbrands der Fall ist. Viele Labels steigen aufgrund der sich geöffneten Märkte in den Handel und die Kollektionserstellung mit den teuren Geschmeiden ein, der vorher den echten Juwelieren, wie Cartier, Van Cleef & Arpels oder Boucheron, vorbehalten waren und die sich um den Pariser Place Vendôme versammelten …
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Bild: Chanel

Chanel, die als Königin des Modeschmuckes für dessen Einführung in der Gesellschaft in den Zwanziger Jahren gesorgt hatte und schamlos echte und falsche Perlen in Kaskaden über ihre kleinen Schwarzen in den Kollektionen hinausschickte, war um 1930 inspiriert durch ihren damaligen Freund Paul Iribe, der schon für Paul Poiret designt hatte und als einer der Wegbereiter des Art déco galt.
Iribe ermunterte Chanel, sich mit Edelsteinen und dem Design von Echtschmuck zu befassen und brachte seine Handschrift, die bei solch diffizilem Material sehr fein ausgearbeitet sein muss, mit ein. Die Klarheit des Diamanten passte am besten zu Mademoiselles radikal reduziertem Stil und der Schmuck sollte sich auch den verschiedenen Gelegenheiten von Garderobe über den Tag anpassen. Chanel hatte schon 1926 in der VOGUE die Devise ausgegeben „Warum tragen sie nicht ihre dreireihige Perlenkette zum Pullover?“ – ein Motto, was zur damaligen Zeit als undenkbar galt.
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Bild: Chanel

Bevor Chanel in den dreißiger Jahren ins Ritz zog und ihre Coromandel Paravents in der Rue Camion aufstellte, unterhielt sie ein großes Appartement in der Nummer 29, Rue du Faubourg Saint-Honoré, dort, wo sich heute der Store von Roger Vivier befindet. Ihre Freundin Misia und ihr Mann José-Maria Sert hatten ihr zu einem opulenten Einrichtungsstil geraten und viele der Möbel und Kunstgegenstände, die sich Chanel peu à peu anschaffte, bilden heute die Ikonen, die noch im Privatappartement zu sehen sind. So tauchten in der Faubourg das erste Mal die berühmten beigefarbenen Sofas auf und Chanel legte die Grundlagen ihres Wohnstils fest.
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Chanel Franges; Entwurf; Bild: Chanel

Ende 1932 beschloss sie etwas völlig Neuartiges zu zeigen – eine Ausstellung, die man gegen Eintritt in ihrem privaten Domizil besuchen konnte und sie wollte das zeigen, was weit über ihre Couture und ihre Bijoux-Fantasie hinausging. Schmuck, der modern und klar ist, von ewigem Wert und unschätzbarer Eleganz. Das ließ sich in Paris niemand entgehen. Die Preziosen wurden auf fast altmodischen Wachsbüsten präsentiert, die Chanel an jene Büsten erinnerten, die sie bei Friseuren in ihrer Kindheit gesehen hatte.
Iribe machte das Konzept und „Starstücke“ der Ausstellung waren ein opulentes Collier in Form eines Kometen und vor allem ein Diadem, das sich aber locker um den Kopf schmiegte und zum Halsschmuck verwandelt werden konnte. Astrologie – ihr Sternzeichen, der Löwe, und ihre Lieblingsblume, die Kamelie – prägen bis heute nicht nur die Chanel Kollektionen, sondern auch den gesamten Schmuck, egal ob echt oder falsch.
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Chanel Franges; Bilder: Chanel

Als Inspiration und Vorbild für die Kollektion „Franges“ diente genau diese Ausstellung und Kollektion, die vor 80 Jahren das begründete, was heute großzügig von Peter Marino gestaltete Räume am Place Vendôme ausfüllt.
Couture Frauen brauchen auch Couture Schmuck und neben sehr hochkarätiger Haute Joaillerie gibt es zum Beispiel auch zauberhafte Verlobungs-Diamanten oder auch die mittlerweile große Uhrenpalette von Chanel. „Franges“ nimmt als absoluten Mittelpunkt die Liebe und die Klarheit Chanels zum Diamanten auf. Die Medusen-Brosche gehört zu meinen Lieblingsstücken.
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Chanel Franges; Bilder: Chanel

Natürlich ist Chanel „Franges“ etwas, wenn man sich einmal darin verliebt hat, was einen das ganze Leben begleitet. Aber genau so soll es ja auch sein, denn die ausgesucht reinen Steine werden in aufwendigster Juweliertechnik in Platinfassungen gebracht und der handwerkliche Vorgang ist ähnlich der Haute Couture nur von Meistern ihres Faches ausführbar.
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Chanel Franges; Bilder: Chanel

„Franges“ ist wie der Traum von Coco Chanel. So stellte sie sich den Schmuck vor, den sie in der Ewigkeit tragen wollte – genau wie ihre Mode, die seit hundert Jahren so jung wie am ersten Tag ist. Das gilt für die Diamanten umso mehr, da man nicht das „Blaue vom Himmel“ versprechen muss, wie Diana Vreeland es ausdrückte.
Eine Traumkollektion, geschaffen über unsere Tage hinaus, denn ein Diamant ist unvergänglich und die Kollektion „Franges“ ist ein ganzer Strauss der Ewigkeit.

Zu sehen sind die schönen Stücke täglich an der Place Vendôme Nummer 18 in Paris. Viel Spaß beim Entdecken.

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  • J
    23. Juni 2014 at 14:34

    Wunderschön und der Grund warum Frauen Diamanten lieben

  • Siegmar
    23. Juni 2014 at 15:01

    wirklich wunderschön und ein toller Artikel

  • Monsieur_Didier
    23. Juni 2014 at 22:29

    …sehr lesenswert mit Details, die mir neu sind…
    und der anlass, sich mehr in das Thema einzulesen…!

  • Monsieur_Didier
    23. Juni 2014 at 22:31

    …vor kurzem kam eine Doku über Cartier und die Entwicklung im Schmuckbereich…
    war sehr faszinierend…

  • Horst
    24. Juni 2014 at 15:06

    Großartig, Artikel wie auch Diamanten. Hatten wir eigentlich mal einen Einblick in das Haus am Place Vendôme 18?? 😀