Beauty Gesellschaft

Das stank zum Himmel: 7.680 gefälschte Parfumflakons vernichtet

Bild: Hauptzollamt Krefeld

Spätestens seit Samantha Jones in „Sex and the City“ von einer Party in der Playboy Mansion geschmissen wurde, weil sie einen Bunny verdächtigt hat, ihre gefälschte Fendi-Tasche gestohlen zu haben, wissen wir: Fakes sind ein absolutes No-Go. Nicht nur, dass man sich mit ihnen komplett lächerlich macht, auch schädigt man dem Handel. So schätzt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag den Schaden, der allein der deutschen Wirtschaft durch Produktpiraterie entsteht, auf jährlich mehr als 50 Milliarden Euro. Und doch begegnen einem täglich Fakes – nicht nur in der U-Bahn, sondern auch dann, wenn man sich durch die hiesigen Blogs und Instagram-Accounts scrollt. Warum sich die Besitzer mit Taschen, Sneaker und Co. schmücken, die „so tun als ob“, erschließt sich mir nicht. Oft genug erkennt man das Fake auf den ersten Blick und man – pardon – bescheißt nicht nur sich, sondern auch seine Leser.
Doch es werden auch Parfums gefälscht. Ein Teil dieser gefälschten Düfte wurde nun aus Anlass des Welttages zum Schutz des geistigen Eigentums in Zusammenarbeit der Hauptzollämter Krefeld, Düsseldorf und Hamburg, des VKE-Kosmetikverbandes und des Museum Plagiarius in Solingen vernichtet …
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Bild: Hauptzollamt Krefeld

Insgesamt wurden vergangenen Freitag in Solingen 7.680 Flakons gefälschter Düfte der Hersteller Béaute Prestige International, Dior und L’Oréal zerstört. Konkret handelte es sich dabei um Nachahmungen der Produkte: Amor Amor (Cacharel), Acqua di Gioia (Giorgio Armani), Manifesto L’ Eclat (Yves Saint Laurent), J’adore (Dior) und Le Male (Jean Paul Gaultier).
Gefunden wurden die Fälschungen Ende letzten Jahres vom Zoll in Hamburg, als ein Container, der laut Deklaration Schirme und Schals beinhalten sollte, näher untersucht wurde. Die Fakes sollten auf Weihnachtsmärkten und im Internet vertrieben werden und hätten neben jeder Menge Hautirritationen der Käufer bzw. der Beschenkten auch einen Wirtschaftsschaden von ca. zwei Millionen Euro verursacht.
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Bild: Hauptzollamt Krefeld

Erschreckend zu sehen ist, dass die gefälschten Parfumflakons optisch nicht vom Original zu unterscheiden sind. Dass das nicht immer so ist, habe ich neulich bei einem Besuch des Zollmuseums in Hamburg erfahren. Den „CHAMELE“-Flakon hätten die meisten sicher auf den ersten Blick als Plagiat entlarvt:
Chanel No 5 Nr 5 Fake Plagiat
Bild: Horstson

Im Internet kann man übrigens vergleichsweise einfach feststellen, ob es sich um einen seriösen Händler handelt: „Seit Ende 2013 können autorisierte Vertragshändler der VKE-Mitgliedsunternehmen ihre Onlineshops über ein eingetragenes Siegel auf der Startseite kennzeichnen“, so VKE Geschäftsführer Martin Ruppmann. „Mit dieser Initiative zur positiven Kennzeichnung von Internet-Geschäften erhalten die Kunden die Sicherheit, dass es sich um einen seriösen Onlineshop handelt, der auf vertraglicher Basis qualitativ einwandfreie und sichere Originalprodukte verkauft.“ – das gilt zumindest so lange, bis ein windiger Händler das Siegel fälscht …

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  • Monsieur_Didier
    27. April 2015 at 22:58

    …das erinnert mich daran, dass in den 90ern auf Trödelmärkten immer Parfüm verkauft wurde „…riecht genau wie…“
    das Zeug stank und veränderte sich nach kurzem in eine noch unangenehmer riechende Plörre…

    …wer kauft denn bitte Plagiate?
    Das ist doch total unangenehm, wenn man mit so etwas auffällt (und das tut man immer)
    man muss keine teuren Markensachen kaufen und tragen, warum auch, aber so tun als ob ist ohne Worte…!

  • Horst
    29. April 2015 at 00:31

    @Monsieur Bei uns gabs in der Schule immer Mädels, die von ihrer Mutter losgeschickt wurden, um Fake-Düfte zu verkaufen. Die Flakons sahen alle gleich aus und auf ellenlangen Listen konnte man sehen, welcher Duft sich hinter einer Nummer verbirgt (das erinnerte aber nie an das Original) 😀
    Warum man Plagiate kauft, ist mir ein Rätsel, wobei es auf Facebook ganze Gruppen gibt, wo sowas angeboten wird. Da frag ich mich, warum solche Gruppen nicht seitens FB gesperrt werden …