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Club Tropicana – Japan feiert AMI

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Bild: W.FUKAYA; Courtesy of AMI

Vermutlich verehrt kein Volk der Welt so Design, Brands und Designer wie die Japaner. Entdecken sie einen Designer und halten ihn für talentiert, versuchen sie sich total in die Philosophie hineinzuversetzen. Kreative Arbeit ist für sie etwas, was man ehrt und viele der europäischen Luxushäuser haben ihre Expansion und häufig auch ihren Aufstieg in den 80er und 90er Jahren den Japanern zu verdanken. Louis Vuitton, Gucci aber auch Paul Smith haben einen viel höheren Stellenwert auf den Beliebtheitsskalen als in ihren Ursprungsländern …
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Bild: W.FUKAYA; Courtesy of AMI

In den japanischen Departmentstores, wie Mitsukoshi, Takashimaya and Daimaru-Matsuzakaya, waren Shop-in-Shop-Systeme schon an der Tagesordnung, als in Europa noch gar keine Designerware in den Stores verkauft wurde. Schaut man sich diese Läden an, fällt auf, dass die Welt der Marke eins zu eins transportiert und mit viel Mühe nachgestellt wird. Man möchte auch immer ein wenig von dem Umfeld und der Tradition mit verkaufen und Japaner sind, was das Storytelling von Marken angeht, Avantgardisten. Etwas, was die meisten Brands bei uns erst in den letzten Jahren entdeckt haben …
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Bild: W.FUKAYA; Courtesy of AMI

Alexandre Mattiussis Menswear Label AMI erlebt weltweit einen Boom und natürlich haben es schon längst die Japaner entdeckt. Der Dover Street Market Ginza und der Kultshop BEAMS in Tokio ließen jetzt die Kollektion von Alexandre Mattiussi nicht nur auf exklusiven Flächen komplett präsentieren, sondern bauten gleich die Pariser Boutique bzw. das Dekor der Modenschau komplett nach.
Von der Fußmatte des Designers, über alte Holzformen für Hüte bis zu den Lampen der Räumlichkeiten am Boulevard Beaumarchais, gab alles das passende Dekor für die Frühjahrskollektion ab. Passend auch daher, weil die Tropical-Sweatshirts und -Pullovern, die es z.Zt. bei AMI zu kaufen gibt, kombiniert zu Chinos und Slacks genau das Bild der Sportswear gut erzogener Pariser Jungs repräsentiert.
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Bild: W.FUKAYA; Courtesy of AMI

Alexandre Mattiussi, ein sympathischer Junge von nebenan, hat mit seinem im letzten Jahr erhaltenen Förderpreis ANDAM viel bewegt und neben seinem eigenen Internetshop auch sein Händlernetz deutlich verstärkt. Sein Geheimnis sind seine gut tragbaren Sachen, die nie arrogant, sondern immer selbstverständlich daherkommen. Er macht Mode, die seine Freunde gut finden und mit denen man modisch, aber nicht avantgardistisch angezogen ist. Dazu wird natürlich alles in Europa produziert und die ganze Marke hat nicht nur wegen seines freundschaftlichen Namens einen hohen Sympathiewert.
Mattiussi wurde von einer stetig wachsenden Fangemeinde in Japan empfangen, und wie ein kleiner Star verehrt. Sicherlich eine ungewohnte Erfahrung für den 33-jährigen Designer …
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Bild: W.FUKAYA; Courtesy of AMI

Das Tropical-Skateboard und der Rucksack treffen natürlich genau ins Herz der Japaner und waren nach wenigen Stunden ausverkauft. Der Grundstein zu AMIsierung von Tokio ist gelegt und Alexandres Kollektion wird in den nächsten Saisons bestimmt noch begehrter werden – und das nicht nur in Japan …

  • Horst
    4. März 2014 at 11:12

    Sehr schön und ich drücke Mattiussi meine Daumen, dass er weiterhin Erfolg mit AMI hat. Ich mag das Label sehr!!

  • Siegmar
    4. März 2014 at 16:17

    In Tokio bzw. Japan war ich noch nie, würde gerne mal hinfliegen. Die Japaner sind schon sehr Label besessen. Takashimaya kenne ich aus New York das ist ein Erlebnis, die Dekoration, die Freundlichkeit etc. Wie ich hörte hat es mittlerweile geschlossen schade. Ami muss ich mir mal genau ansehen.