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Benetton trennt sich von Oliviero Toscani

(Luciano Benetton, Gründer der Benetton Gruppe; Foto: Laia Abril/FABRICA)

Aus nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit: Luciano Benetton und Oliviero Toscani gehen getrennte Wege – das gab gestern die Benetton Gruppe in einem Statement bekannt. Den Grund für die Trennung lieferte ein Kommentar des Fotografen: Wen es kümmern würde, wenn eine Brücke einstürzt, fragte Toscani in einem Interview mit dem italienischen Radiosender Rai. Er bezog sich dabei auf die die Morandi-Brücke, eine Autobahnbrücke in Genua, die 2018 eingestürzt ist, wodurch 43 Menschen starben.

Betreiber der Autobahn – also auch verantwortlich für die Wartung der Brücke – ist die „Autostrade per l’Italia“, die zu einem Großteil dem börsennotierten italienischen Infrastrukturbetreiber „Atlantia“ gehört, der wiederum von der Benetton-Unternehmerfamilie kontrolliert wird.
Die Staatsanwaltschaft gab noch im selben Jahr bekannt, gegen 20 Personen und den Autobahnbetreiber wegen fahrlässiger Tötung und Missachtung von Sicherheitsbestimmungen zu ermitteln.

Nun ist Oliviero Toscani sicherlich ein Mensch, der für seine Provokationen bekannt ist. Der Großteil der Leser wird sich erinnern: Anfang der 1990er-Jahre veröffentlichte der Modekonzern Kampagnenfotos die kontrovers diskutiert wurden. Benetton war dadurch über Jahre hinweg in aller Munde. Doch die Äußerung über die Brücke war Benetton zu viel: „Die Benetton Gruppe – zusammen mit ihrem Vorsitzenden Luciano Benetton – distanziert sich vollständig von Herrn Toscanis Bemerkungen“, wie es in dem Statement heißt. Es sei unmöglich, die berufliche Beziehung mit dem Kreativdirektor fortzusetzen. „Luciano Benetton und das gesamte Unternehmen bekräftigen ihr aufrichtiges Mitgefühl mit den Familien der Opfer und zu all jenen, die in diese schreckliche Tragödie verwickelt war.“
Oliviero Toscani reagierte auch in einem Statement auf Instagram: Es tut ihm leid, den Eindruck erweckt zu haben, dass ihm die Brücke egal ist.

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